Donnerstag, 2. Dezember 2010

Was ist Derealisation?


DR/DP wird als Zustand beschrieben, in dem man seine Umwelt (Derealisation) oder sich selbst (Depersonalisation) als unwirklich erlebt. Betroffene beschreiben, wie sie ihre gewohnte Umgebung als fremd wahrnehmen, als sei alles nur ein Traum oder als lebten sie in einem Film. Auch kann die Wahrnehmung von Farben und Formen, sowie Geräuschen verändert sein. Der Betroffene fühlt sich fremd, obwohl er keine Probleme hat, den Ort wieder zu erkennen. Es ist, als hätte sich zwischen ihm und der Umgebung ein irrealer Schleier gelegt, als sähe man alles durch ein Fernrohr oder durch eine Scheibe.
Bei der Depersonalisation fühlt man sich selbst entfremdet und das kann sogar so weit gehen, dass man sein eigenes Spiegelbild nicht wieder erkennt oder den eigenen Körper als nicht zu einem zugehörig empfindet. Auch können die eigenen Gefühle seltsam fremd und fern erscheinen. DR und DP sind in den allermeisten Fällen im Grunde zwei Seiten derselben Medaille.
Es gibt aber Hinweise, dass die Depersonalisation u.U. stärker neuronal bedingt sind, als die Derealisation. D.h. es könnte sein, dass eine gestörte Körperwahrnehmung noch andere Gründe hat und folglich genauer untersucht werden müssten.
Es ist nur logisch, dass ein solcher Zustand massive Ängste auslösen kann.
Die Internationale Klassifikation von Krankheiten (ICD-10) wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO)  heraus gegeben. Darin wird DR/DP abgegrenzt von drogeninduzierten Entfremdungserlebnissen, sowie von psychotischen Zuständen. Von DR/DP kann gesprochen werden, wenn sie nicht auf den Genuss von Alkohol und Rauschmittel zurückzuführen ist und wenn sich der Betroffene bewusst ist, dass etwas nicht stimmt. Man nennt dies Realitätsprüfung. Der Betroffene weiss, dass seine Wahrnehmung und sein Empfinden verändert sind.
DR/DP ist KEIN PSYCHOTISCHER ZUSTAND. In einer Psychose kreiert der Betroffene eine eigene Realität und merkt es nicht. Wer unter DR/DP leidet, ist und bleibt in der Realität und kann weiterhin alle Handlungen ausführen und sogar im Alltag funktionieren. Nur fehlt ihm das dazu gehörende Gefühl. Deshalb erlebt er sich selbst als roboterhaft, als würde er alles nur mechanisch tun und ohne Verbindung zur Aussenwelt. Wenn Menschen mit DR/DP sich dann auch äusserlich zurückziehen, etwa Menschansammlungen oder gewisse Tätigkeiten meiden oder das Haus nicht mehr verlassen, ist das nicht direkt auf die DR/DP zurückzuführen, sondern auf ihre Angst vor diesem Zustand. In der Tat gibt es nichts, was man mit DR/DP nicht tun könnte. Würden wir dem DR/DP-Zustand keine Beachtung schenken und einfach weiter machen wie bisher, würde er sich mit der Zeit sogar verflüchtigen. Aber da wir dazu neigen, uns zu sehr auf diese unangenehme Empfindung zu fokussieren („Bin ich jetzt da oder nicht?“, „Träume ich nur oder bin ich wach?“, „Ist die DR/DP noch da?“), geben wir der DR/DP gewissermassen selber die Nahrung, um weiter bestehen zu bleiben. Die dauernde Selbstbeobachtung führt zu einer negativen Spirale (Stress-DR/DP-Angstgedanken zu DR/DP-mehr Stress-mehr DR/DP). Diese kann aber schneller unterbrochen werden, als man meint.
In der Tat kennen fast alle Menschen irgendwann in ihrem Leben Episoden von DR/DP.  Eine durchwachte Nacht, eine lange Reise mit Zeitunterschied (Jetlag), extreme Müdigkeit, Stress, Schlafstörungen, Alkoholkater, ungewohnte Orte oder Situationen können kurze oder länger andauernde Gefühle von Unwirklichkeit und Fremdheit auslösen. Wenn wir nach dem Urlaub in unsere Wohnung zurück kehren, fühlt sie sich im ersten Moment fremd an, sie sieht vielleicht kleiner oder grösser aus, als wir sie in Erinnerung hatten. Da wir diesen Gefühlen aber keine Bedeutung beimessen, flauen sie bald ab. Wir wissen ja, wir sind vom Urlaub zurück, wir sind müde, sind jetlagged etc. und haben eine Erklärung für unsere veränderte Wahrnehmung. Daran ist nichts Bedrohliches und wir schenken der Sache keine weitere Beachtung. Würden wir uns aber auf unsere Gefühle fixieren, könnten wir leicht in den Teufelskreis geraten, der einer persistierenden DR/DP zugrunde liegt.
Menschen, die unter anhaltender DP/DR leiden, tendieren dazu, sich allzu viele Sorgen zu machen. Manche entwickeln eine hypochondrische Ader und befürchten immer das Schlimmste.  Da tut zunächst einmal saubere Aufklärung not. Obige Diagnose ist wichtig. Sie  besagt nämlich, dass DR/DP KEINE Psychose ist und noch wichtiger: dass sie niemals zu etwas anderem mutiert. DR/DP führt nie zu Psychosen oder zu Schizophrenie.
DR/DP wird oft von katastrophischen Annahmen begleitet. Die Betroffenen fürchten die Kontrolle zu verlieren, ohnmächtig zu werden, kurz vor einem Infarkt zu stehen oder sich einfach aufzulösen. Doch die Wahrheit ist, all dies passiert nicht. Menschen, die über einen längeren Zeitraum mit DR/DP zu kämpfen haben, können dies bestätigen: sie sind niemals ohnmächtig geworden, haben nie die Kontrolle verloren oder ähnliches. Im schlimmsten Fall haben sie sich in eine Panik hineingesteigert. Paradoxerweise verunmöglicht es aber genau die Panik, dass das Befürchtete eintritt: während einer Panikattacke erhöht sich der Puls und der Herzschlag, Adrenalin wird ausgeschüttet und der Körper wird auf eine „Kampf-oder-Flucht-Reaktion“  vorbereitet. Das ist das genaue Gegenteil von Ohnmacht und Kontrollverlust.  Würden wir in einer solchen Attacke tatsächlich davon rennen oder mit jemandem kämpfen, würde sich die aufgestaute Energie entladen und die Stresshormone Adrenalin und Cortisol abgebaut werden. Da aber die befürchtete Gefahr nicht eintritt und wir weder flüchten noch kämpfen können, müssen wir andere Strategien finden, um den Stress in solchen Situationen abzubauen.

Was aber genau ist DR/DP? Wodurch wird sie verursacht?
Die Antwort mag überraschen: DR/DP ist nichts anderes als eine Schutzfunktion unseres Geistes. Es ist deshalb nicht ganz glücklich, wenn sie auf der ICD-10 Liste als Krankheit figuriert. Denn eigentlich kann nicht von einer Krankheit gesprochen werden. Vielmehr ist es so, dass ein Schutzmechanismus, der in der Natur nur für eine begrenzte Zeit vorgesehen ist, in gewissen Fällen weiter bestehen bleibt und dies von den Betroffenen als unangenehm oder sogar als Furcht erregend empfunden wird. Es ist unsere Reaktion auf diese aussergewöhnliche Gehirnfunktion, die unter bestimmten Bedingungen ein problematisches Muster erzeugt.
Forscher sprechen im Zusammenhang mit DR/DP von dissoziativem oder prädissoziativem Verhalten. Wenn etwa das Gehirn in einer Stress- oder Gefahrensituation von Reizen und Gefühlen überflutet wird, kann es sein, dass der Geist gleichsam umschaltet und dem Gehirn sagt: Das ist gar nicht wirklich. Damit schützt er den Betroffenen vor allzu intrusiven Gefühlen und stellt sicher, dass der Organismus weiter funktioniert.
Ein Autofahrer gerät ins Schleudern und noch während er den Wagen zu manövrieren versucht, um nicht mit einem entgegenkommenden Auto zu kollidieren, sieht er sich plötzlich wie von aussen. Es ist ihm, als sei er aus seinem Körper heraus getreten und würde sich selber dabei beobachten, wie er den Wagen unter Kontrolle zu bringen versucht. Dabei hat er gar keine Gefühlsregung und führt die Bewegungen wie ferngesteuert aus.
Eine derart starke Depersonalisationserfahrung stellt sicher, dass der Autolenker handlungsfähig bleibt und nicht in Angst erstarrt. Der Geist stellt gewissermassen auf „automatisch“ um.  Dasselbe berichten z.B. Überlebende von Flugzeugabstürzen. Sie erleben den Absturz und die Minuten danach wie in einem Traum, in dem sie automatisch aus dem brennenden Wrack rennen. Die DR/DP schützte sie davor, im Schock zu erstarren und so Opfer der Flammen zu werden. Indem das Gehirn auf „unwirklich“ stellt, dämpft er die schrecklichen Gefühle, die einen paralysieren würden und sichern so das Überleben.
Im Normalfall klingen die Gefühle der Unwirklichkeit nach einigen Minuten oder Stunden von allein wieder ab.
Das Erleben von DR/DP sind auch von Folter- oder Vergewaltigungsopfern bekannt. Die DR/DP schützt sie vor dem allzu schrecklichen und schmerzhaften Erleben. DR/DP können bei jeder Art von Gefahren und erst recht bei Traumata hervorgerufen werden. 
Dabei werden die Gefühle gedämpft, die Fähigkeit zu rationalem Handeln bleibt hingegen bestehen.
Forscher haben diesen Zustand mit bildgebenden Verfahren hirnphysiologisch abbilden können. Im Zustand der DR/DP ist das limbische System (Hirnbereich der Gefühle) wenig aktiv, der Neokortex (rationale Verarbeitung und Handlungssteuerung) hingegen läuft auf Hochtouren. Dies gibt just das Erleben im Zustand der Unwirklichkeit wieder: man weiss, man ist da und was zu tun ist, aber man spürt keine Verbindung. Die Gefühle sind gedämpft oder fern.

Wieso bleibt DR/DP bestehen, wo doch die Gefahr vorbei ist?
Im Wesentlichen also ist die DR/DP ein Schutz vor bedrohlichen Gefühlen und Situationen.
Obwohl diese Schutzfunktion des Gehirns nur für die Dauer des traumatischen Ereignisses Sinn macht (und eine kurze Zeit danach), kann es doch geschehen, dass DR/DP länger andauert.
Viktro Frankl beschreibt in seinem Erlebnisbericht „Trotzdem Ja zum Leben sagen“…wie die KZ-Häftlinge, nachdem sie befreit wurden, ihre neu gewonnene Freiheit als unwirkllich, irreal und traumähnlich erlebten. Die traumatische Erfahrung im Konzentrationslager konnte nur mit einem dissoziativen Verhalten ertragen werden und dieses setzte sich noch einige Zeit fort, obwohl die Bedrohung nicht mehr bestand.
Anhaltende DR/DP basiert auf einem Zirkel aus Erleben, Gedanken und Gefühlen, die sich gegenseitig beeinflussen. Was wir denken, hinterlässt einen Eindruck auf unseren Gefühlshaushalt, dieser wiederum beeinflusst unsere Gedanken und unsere Handlungsziele.
DP/DR kann plötzlich oder allmählich einsetzen. In beiden Fällen aber wird sie durch diesen Zirkel aus Angst, Selbstbeobachtung, dadurch noch grösserer Angst etc. verstärkt und am Leben gehalten. Lang anhaltende oder chronische DP/DR gleicht einem Teufelskreis.
Der ursprüngliche Auslöser mag ein traumatisches Ereignis, eine bedrohliche Situation oder ein innerer Konflikt sein. Dabei werden im Körper die Stresshormone Adrenalin und Cortisol freigesetzt. Setzt dann eine DR/DP-Episode ein, können wir diesen Zustand als vorübergehend einstufen und er flaut von selbst wieder ab. Oder aber wir erschrecken darob, fragen uns, was mit uns los ist oder ob wir verrückt werden und halten so unser Stressniveau hoch. Dieser Dauerstress führt zu noch mehr Angst, diese wiederum zu stärkerem Unwirklichkeitsgefühlen und so weiter. Vor allem zu Beginn einer DR/DP-Episode können sich dann weitere Beschwerden einschleichen. Da der Körper auf Gefahr eingestellt bleibt, wird der Betroffene ruhelos, verliert den Appetit, kann sich nicht mehr konzentrieren, bekundet Mühe, ein- oder durchzuschlafen und vieles mehr.
Schon nach kurzer Zeit sinkt der Serotoninspiegel im Gehirn. Der Neurotransmitter Serotonin ist u.a. für emotionales Wohlbefinden und geistige Ausgeglichenheit zuständig. Der ganze Organismus gerät aus dem Gleichgewicht. Die Gedanken kreisen ständig um das Thema DR/DP. Daraus entwickelt sich eine richtige Angewohnheit, die in obsessivem Gedankenkreisen münden kann. Es ist diese dauernde und übertriebene Selbstbeobachtung, die den Betroffenen im Zustand der DR/DP gefangen hält und ihn geistig und körperlich erschöpft. Diese negative Spirale gilt es anzuhalten und mit der Zeit umzukehren.

Zusammenfassung:

- DR/DP ist keine Krankheit sondern eine Schutzfunktion (wie man darüber denkt, so verhält man sich)
- DR/DP ist fast immer Teil einer anderen Problematik. Eigenständige DR/DP ist kaum plausibel.
- Alle haben schon mal dp erlebt (Alkohol, Übermüdung, Stress, Jet-Lag)
- DR/DP führt NIEMALS zu etwas anderem, Psychose, Schizophrenie etc.
- Die im Zustand von DR/DP erwarteten Katastrophen (Kontrollverlust, Selbstauflösung, Unfälle, Herzinfarkt, Ohnmacht) treten niemals ein.
- DR/DP ist nicht irreversibel, sondern im Gegensatz flexibler, als man meint.

Kommentare:

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  6. Ich denke, so nach einem dreiviertel Jahr hatte ich so viel anderes im Kopf, dass die Scheibe kein Thema mehr war.

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  8. Hier meine These : Solange du die DR Fürchtest bleibt Sie bestehen, wenn du keine Angst mehr vor ihr hast verschwindet Sie...
    Stimmt das ??

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  9. Hallo B.A. RUCH ,
    Es ist doch eigentlich ziemlich "einfach"!
    Die DR / DP bleibt nur bestehen weil man Sie fürchtet! Weil man Angst vor diesem Zustand hat. ( zumindest in Verbindung mit einer Angststörung).
    (Wenn man keine Angst mehr davor hat macht man sich keine Gedanken darüber- wenn man sich keine Gedanken drum macht ist keine Spirale mehr vorhanden!
    Und ich kann aus Erfahrung sagen:wenn du keine Angst mehr davor hast ist die DR/DP bald weg...Du merkst dad garnicht, weil du sich nicht mehr damit beschäftigst.
    Du muss dich mit der Grundproblematik auseinandersetzen ,denn durch diese ist die DR /DP entstanden.
    Ich persönlich hatte ja schon vor zahlreichen Dingen Angst ..Von Schlaganfall bis ohnamacht ,und auch vor DR /DP und hatte Angst das das nie weg geht aber als die Angst weg war ,siehe da 2wichen später hatte ich wieder vor was anderem Angst.
    Und auch um euch Mut zu machen ! Diese Unwirklichkeit ist vergänglich und wird zweifellos durch Stress ausgelöst..Angst ist Stress ,dauernde Gedanken sind Stress..
    Würdet ihr euch unreal fühlen wenn ihr am Strand liegen würdet und mit einem Moder männlich oder weiblich flirten würdet ??ich glaube nicht, und warum? - weil ihr Sie vergessen würdet &nicht darauf fokosiert seid.Ihr könnt das Gefühl hassen, aber akzeptieren und die Angst davor verlieren ist die vorraussetzung es loszuwerden..klar, auch Medikamente können diesen Zustand erträglich machen , vorausgesetzt das Medikament dient zur Bekämpfung des grundproblems.
    Diese "Unwirklichkeit" zu fürchten und zu analysieren führt definitiv dazu das es bestehen bleibt! Akzeptiert einfach alle was geschürt ,unwirklichkeit ist von der Natur vorgesehen und vergänglich! Macht euch einfach kla das das eure Angst ist und nichts anderes ! Ich hoffe ich könnte einigen Helfen. LG Jana!

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  10. Ich brauche dringend Hilfe! Habe am Dienstag ein 7 tägige Fortbildung mit übernachtung und so Angst!!!!! Was soll ich tun ?

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  11. Liebe Nina
    leider weiss ich nichts von Ihnen, z.B. ob Sie in Therapie sind, mit jemandem reden können, ev. sogar Medikamente haben und inwiefern dem Ganzen einen Angststörung zugrunde liegt.
    Ich kann Ihnen aber sagen, was ich damals gemacht hätte: Ich wusste schon immer, dass die Angst vor der Angst das Schlimmste am ganzen ist. Deshalb schaute ich zu, dass ich immer eine Art Hintertüre offen hatte. Sogar in meiner schlimmsten Scheibenphase konnte ich eigentlich normal arbeiten und funktionieren. Allerdings hielt ich dabei immer innerlich und äusserlich Ausschau nach Sachen, die mich beruhigten. Phasenweise sass ich im Büro und las amerikanische Foren zum Thema DR und empfand Erleichterung wenn ich von Leuten las, denen ein Medikament oder irgend etwas anderes geholfen hatte. Dieses Gefühl der Hoffnung hielt mich dann die nächsten Stunden über Wasser.
    Vor allem aber hatte ich wie gesagt immer eine Hintertüre offen. Das war -als ich bei einem Psychologen und Mediziner in Behandlung war. Der gab mir für den Notfall angstlösende Medikamente. Interessanterweise hab ich NIE davon Gebrauch gemacht, ich hatte sie einfach immer dabei für den Fall, dass ich es nicht mehr aushalten würde. Dadurch hielt ich aber sogar Sitzungen, Besprechungen etc. aus...ja sogar einmal einen kurzen Vortrag vor Leuten!!
    Ein anderes Hintertürchen, das ich mir offenhielt: mich krank zu melden. Auch davon machte ich nie wirklich Gebrauch. Aber vielleicht hilft es Ihnen zu denken: wenn es mir hier an der Weiterbildung zu bunt wird, melde ich mich krank. Am besten gehen Sie schon schneuzend und hustend hin....wenn Sie dann nach Hause gehen, sind alle froh, nicht angesteckt zu werden.
    Auch gut ist, wenn Sie trotz Fortbildung, Gruppensachen und Übernachtung immer wieder Rückzugsmöglichkeiten für sich selbst finden, Momente, in denen Sie etwas Entspannendes tun können, etwas lesen, mit lieben Leuten telefonieren etc.

    Vor allem aber: was ist es genau, dass Sie so ängstigt? Unbekannte Leute? Bekannte, aber unsympathische Leute? Gruppen- oder Leistungsdruck?
    Gibt es denn auch positive Aspekte in bez. auf diese Fortbildung? Etwas, worauf Sie sich freuen? Interessiert Sie das Thema? Wäre es denn auch denkbar, dass Sie sich in ein Thema vertiefen und sich darauf konzentrieren können? Das alles würde die Anspannung und den Stress enorm mindern und dadurch die DR schwächen.


    Ich kann mir vorstellen, dass -wenn Sie für sich so eine Hintertüre finden- Sie feststellen, dass die DR und die Angst nicht immer gleich stark sind. Dann könnten Sie beobachten, wann nimmt die DR ab ...und auf diesen Momenten aufbauen.

    Ich kann Ihnen sehr gut nachfühlen, weil die negative Erwartung meist die stärkste ist (z.B. hatte ich -ein passionierter Reisender- plötzlich Flugangst und zwar VOR dem FLug) ... mich beruhigte aber dann eigenartigerweise die Frage:" Was ist das Schlimmste, das passieren könnte? Dass ich vor 100 Leuten ohnmächtig werde?...ok...dann werde ich mal ohnmächtig." Oder "...dass ich mich krank melde und den Job verliere....ok, dann verliere ich halt den Job" oder "...ok, dann stürz ich halt ab". Meist beruhigte ich mich dann sehr schnell.

    Später lernte ich in der Therapie für solche Attacken eine hilfreiche Methode. Und zwar sich in solchen Momente auf die körperlichen Wahrnehmungen zu konzentrieren. z.B. wie fühlt sich das an, wenn ich jetzt Angst habe? Der Puls ist erhöht. OK. Meine Atmung geht schneller, so... Indem ich meine körperlichen Reaktionen beobachtete und verbalisierte, trat ich gewissermassen aus dem Chaos heraus. Es beruhigte alles. Mit etwas Übung ging es sogar recht schnell.

    Also, wie gesagt, ich kann aus der Ferne schlecht eine gezielte Diagnose und Empfehlung
    abgeben. Hoffentlich haben aber meine Hinweise aufgrund ähnlicher Erfahrungen Ihnen etwas weitergeholfen.
    Alles Gute für die nächste Woche und wenn Sie wollen, teilen Sie mit uns Ihre Erfahrungen.
    Liebe Grüsse
    Balz A. Ruch

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  12. Lieber B.A. Rauch,
    Ich leide seit etwa 2 Monaten an DR und vielleicht auch an DP,schwer zu sagen.Bei mir zu 99% ausgelöst durch Cannabis.Ich nehme zurzeit 50mg Quetiapin am Tag,das mir von meinem Neurologen verschrieben wurde.Würde es aber gerne aufgrund von Nebenwirkungen und dem Willen es auch ohne zu schaffen,absetzen.
    Ist das bei dorgeninduzierten DR´s ne andere Kiste als durch "normal" ausgelöste DR´s und was würden Sie mir empfehlen?Vor allem in der Schule hatte ich ohne die Medikamente große Probleme mit der "Scheibe".Also bei Menschenmassen und wenn ich unterwegs war..
    Zuhause ist das alles nicht so problematisch..
    Habe ich große Chancen auf volle Geneseung?

    Mit den besten Grüßen,
    NiktheJammer

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  13. Lieber Nik
    Quetiapin ist ein Neuroleptikum. Nicht unbedingt typisch verschrieben bei DR. Was ist denn die Diagnose Ihres Arztes? Verstehe ich richtig, dass Sie das seit 2 Monaten nehmen? Und dass es offenbar doch etwas hilft?
    DR bei Menschenmassen sind sehr verbreitet. Ich kenne sogar Leute, die NIE DR haben...aber an Kirmes, Messen, in Menschenansammlungen, vollen Kaufhäusern doch DR-Episoden entwickeln. Das ist weiter nicht verwunderlich, denn es prallt zu viel auf einen ein.

    Besprechen Sie die Nebenwirkungen etc. mit Ihrem Arzt. Es kann auch sein, dass Sie besser auf ein anderes Medikament ansprechen. Es gibt viele, die DR durch Cannabis ausgelöst haben. Der Mechanismus ist aber ähnlich wie bei "normaler" DR. Wenn der Effekt der Droge abgeflaut ist, kann die DR durch dauernde Selbstbeobachtung trotzdem noch weiter aufrecht erhalten werden. Hier gilt dieselbe Empfehlung wie sonst. Nicht dagegen akämpfen sondern den inneren Stresslevel senken. Dazu können Medikamente einen wichtigen Beitrag leisten.
    Als ich mit meiner SSRI-Therapie (Antidepressiva....obwohl ich ja nicht depressiv war, aber die haben eine stressmindernde Wirkung und heben den Serotoninspiegel)...fertig war, bin ich nach einer Weile auf Johanniskraut-Extrakt gekommen. Der ist pflanzlich, sehr sanft und half, die Stimmung zu halten. Mit guter Stimmung verfällt man auch nicht so schnell wieder in die ängstliche Selbstbeobachtung. Hingegen kann man sich dann viel besser den Dingen zuwenden, die man in Angriff nehmen will.
    Also: wichtig bei alledem ist die Kommunikation mit der Fachperson, dem Arzt. Wichtig auch, dass Sie Medis nicht abrupt absetzen. Das alles muss gut kontrolliert vonstatten gehen.
    Da Sie offenbar auch bessere Momente haben (z.B. zuhause...d.h. wohl in ruhigen Situationen...) und das Quetiapin offenbar auch irgendeinen positiven Effekt -in der Schule, wie ich verstehe- weist dies für mich darauf hin, dass Sie sehr wohl wieder ganz "da" und scheibenfrei sein können. Haben Sie einfach Geduld mit sich selber.
    Ich wünsche Ihnen alles Gute!
    Balz Ruch

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  14. Lieber B.A. Ruch,
    Entschuldigen Sie die späte Antwort.Ich war die letzten Tage sehr beschäftigt und kam aufgrunddessen nicht dazu zu antworten.
    Nachdem nach Cannabiskonsum die DR aufgetreten ist und sie durch Selbstbeobachtung und erneuten Konsum wieder auftrat,begab ich mich auf Wunsch von meinem Neurologen ins Krankenhaus um mich organisch prüfen zu lassen.Da dort aber alles im grünen Bereich war,wurde mir eine beginnende Drogenpsychose diagnostiziert.Ab da an fing ich schlagartig an Cannabis zu meiden.Dies ist jetzt etwa 1 1/2 Monate her.Die Medikamente wurden mir etwa vor einem Monat verschrieben,nachdem ich dies aber selbst verlangte weil diese Zustände für mich selbst unertragbar wurden.Mein Neurologe sagte mir aber zudem dass es keine Psychose war,dies wäre von den Symptomen um einiges härter ausgefallen.Ich konnte mir das selber aber auch nicht vorstellen.Ich bekam zuerst Risperidon und anschließend auf Eigenwunsch Quetiapin,aber wie gesagt in sehr geringen Dosen.Da mein Cannabiskonsum einige Zeit lang sehr häufig und extrem war,hoffe ich ich kann die DR komplett darauf zurück führen.Nur wieso kann Cannabis dann der Auslöser sein?ich sehe in der Hinsicht keinen Zusammenhang.Und wie muss ich mir das mit Genesung vorstellen!?Kann man ab einem gewissen Punkt sagen dass diese nie wieder auftritt?Mein einziger Wunsch ist den Rest meines Lebens vor diesen Zuständen bewahrt zu werden,und das Leben wieder voll zu genießen.
    Ich hoffe auf baldige Antwort.
    Bis dahin alles Gute!

    NiktheJammer

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  15. Herzlichen Dank für die schnelle Antwort!
    Ich habe Cannabis eigentlich nie wegen irgendwelchen Verdrängungen konsumiert.Mein Leben lief eigentlich immer gut.Hatte genug Freunde,nen frischen Verstand und Spaß am Leben.Hatte nur irgendwann absolut keine Lust mehr auf den Konsum weil, es mich in ner gewissen Weise verändert hat.Habe es trotzdem noch ein weiteres halbes Jahr durch Verleitung und verminderte Ernstnahme immer weiter gemacht,auch wenn ich mich innerlich gesträubt habe.Durch die anfangende Derealisation, die mir beim ersten Mal einen sehr großen Schrecken gebracht hat,komplett aufgehört.
    Sind diese Maßnahmen zur Genesung nur vorrübergehend!?
    Ich bin noch recht jung(18 Jahre) und würde natürlich mal wieder gerne mit Leuten was trinken gehen,auf Partys gehen,also auf die Rolle ;)
    Ich habe in letzter Zeit auch zwischendurch mal wieder Alkohol getrunken,Partys gingen auch.Nur die mittlerweile etwas verminderte Angst bleibt immernoch in leichten kurzen Schüben.Nehme seit etwa 5 Tagen nur noch 25mg Quetiapin und es läuft eigentlich blendend.Manchmal noch verwirrende Gedanken und dieses kleinliche Denken.Aber durch die verminderte Dosis bin ich nicht mehr so antriebslos und die ganze Zeit so sediert.
    Das wichtigste für mich an dieser ganzen Prozedure ist,dass ich mein Leben wieder so unbeschwerdenlos wie vorher führen kann und ich dieses dunkle Kapitel einfach abschließen kann und gut ist.
    Ich möchte einfach in keinster Weise eingeschränkt sein,weil das bin ich durch die DR wenn sie mal da ist(das letzte Mal das dieses Gefühl auftrat ist jetzt aber auch gut un gern schätzungsweise 2-3 Wochen her).Und ich weiß wie gut ich vorher funktioniert habe.Das soll jetzt in keinster Weise angeberisch klingen :)
    Ich möchte mich noch dafür bedanken dass Sie sich für mich und jeden anderen Betroffenen hier die Zeit nehmen zu antworten und sich mit den Problemen beschäftigen.Sie sind echt ein Lichtblick!

    Mit den allerherzlichsten Grüßen,

    Nik

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  16. Lieber Nik
    ich gebe Ihnen einen Rat, der von Herzen kommt: FINGER WEG VON CANNABIS! Überhaupt Drogen...
    Das im Cannabis enthaltene THC kann psychotisch wirken, vor allem für junge Leute. Die THC-Konzentration ist unterschiedlich hoch, manchmal eben zu hoch. Bekannte von mir arbeiten in der Jugendpsychiatrie und beobachten, dass Cannabis-induzierte Psychosen unter Jugendlichen in den letzten Jahren stark zugenommen haben.
    Sie hatten Glück: Sie haben keine Psychose, sondern "nur" eine DR eingefangen. Und die ist ja zwar unangenehm, aber an sich ungefährlich -und man kommt unbeschadet wieder heraus. Aber es zeigt, dass Sie auf dieses THC offenbar reagieren. Das nächste Mal könnten Sie stärker reagieren, das würde ich auf keinen Fall riskieren.

    Natürlich müssen Sie selber wissen, was Sie tun. Aber da Sie mich um Rat gefragt haben, gab ich Ihnen meinen ehrlichen Tipp. Ich hab von niemandem gehört, der NACH einer DR-Phase wieder gelegentlich gekifft hätte. Im Gegenteil waren alle unglaublich froh, wieder die Realität zu spüren und fühlen.
    In diesem Sinne: alles Gute und viel Kraft!
    Balz A. Ruch

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  17. Hallo lieber balz a. Ruch
    bin auch nach längerer Zeit mal wieder hier.es geht mir schon besser wie an Anfang meiner dr.nur ganz weg ist sie immer noch nicht.meine frage an dich:

    meinst du sie geht noch ganz weg.und ich habe so ein wankschwindel.kennst du das auch und wenn ja Hast du das auch weg bekommen.wenn ja wie oder was ist das beste was man da gegen machen kann.ich mache jetzt autogenes training.ich will nur gesund werden.es ist mir aber auch klar das es nicht mit der brechstange geht.sondern Zeit und ruhe braucht.

    Lieben Gruss BENNI

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  18. Lieber Benni

    natürlich kann die DR ganz weg gehen. Je weniger wir sie beachten, desto besser. Es braucht halt auch etwas Geduld. Dass es Dir besser geht, zeigt, dass Du auf dem richtigen Weg bist.
    Die Sache mit dem Schwindel hingegen, ist mir nicht bekannt. Ich selbst hatte das nie. Schwindel kann unterschiedliche Ursachen haben (Ernährung z.B.) und muss gar nicht unbedingt mit der DR zusammenhängen.
    Alles Gute
    Balz

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  19. Lieber B.A. Ruch,

    also könnte man die ganze Auslösung der DR nicht komplett auf die Schilddrüse zurückführen?
    Das wäre eine ziemlich große Erleichterung für mich, weil ich das alles sofort behandeln könnte,wie schon oben gesagt.
    Ich habe nämlich auch einen großen Teil der Symptome die eben auch bei einer Schilddrüsenunterfunktion auftreten können.
    Könnte es auch Zusammenhänge zwischen der Autoimmunkrankheit Hashimoto geben?
    Ich habe gelesen dass Leute auch die DR durch diese Problematik hatten...
    Da SDU Panikattacken und Angstuzstände auslösen kann,wäre das reintheoretisch eigentlich ja ein großer Zusammenhang...

    Ich freue mich auf baldige Antwort,
    Nik

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  20. Lieber Nik
    Doch, möglich ist das durchaus. Deshalb ist es am besten, Sie lassen sich nochmals durchcecken und sprechen mit Ihrem Arzt und lassen das behandeln.
    Alles Gute!
    B. Ruch

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  21. Lieber B.A. Ruch,
    das hört sich doch gut an.Wäre echt genial wenn es daran liegen würde und ich es nicht unbedingt auf Cannabiskonsum zurückführen musste.
    Ich muss zudem sagen,dass die Derealisationsgefühle irgendwiwe auf ne andere Art und Weise zeigen.
    Wenn ich z.B. Fernsehen gucke kann ich die Bewegungen von Objekten oder von nicht bewegenden Objekten sozusagen "spüren" oder "fühlen.Ganz schwer zu erklären...
    Hatten Sie das auch?Vielleicht hört es sich krasser an als es ist aber es bereitet mir manchmal etwas Angst...
    Liebe Grüße,
    Nik

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  22. Nein, das kenne ich nicht. Aber Shaun o'Connor schildert in seinem Hörbuch viele Phänomene, die mir selbst unbekannt sind, aber je nach Person auch auftauchten. Vielleicht sollten Sie dem einfach nicht mehr Aufmerksamkeit schenken.
    Viele Grüsse
    Balz Ruch

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  23. Lieber B.A. Ruch

    Ich bin auch ein mitleidender... ich kenn mich schon recht gut aus... bin in behandlung und so weiter und so fort.. nun habe ich mich mit meinem therapeuten abgesprochen ein antidepressiva zu nehmen. welches würden Sie mir empfehlen? ja ich weis Sie sind kein Arzt aber ich glaube auf diesem gebiet haben Sie so viel mehr Ahnung als alle meine Ärtze zusammen "zwinker"

    Also welches hat bei Ihnen geholfen?

    Liebe Grüsse

    Nicolas.. ach ja und noch ein riiiiiesen DANKESCHÖN!!!

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  24. Lieber Nicolas

    ich kann tatsächlich nur aus Erfahrung sprechen. Bei mir sprach "Paroxetin" an. In Deutschland ist der Name nicht ganz gleich, aber ähnlich. Aber das heisst noch nichts. Jeder reagiert nämlich völlig individuell auf die verschiedenen Medikamente. Deshalb gibt es nur eine Vorgehensweise: mal mit einem beginnen und ca 6-8 Wochen abwarten. So viel Geduld muss man halt aufbringen. Wenn dann keine Veränderung zuspüren ist, ein neues SSRI ausprobieren.
    Bei mir war Paroxetin das zweite Medi.
    Viel Erfolg mit dem richtigen Medikament ;-)
    wünscht
    B. Ruch

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  25. Hallo lieber B.Ruch,
    Vielen vielen Dank für diese aufklärenden Zeilen! Bei mir ist DR im Leben hier und da auch schon aufgetaucht, nur wusste ich da nicht was das ist und dachte ebenso, wie viele andere hier, ich sei verrückt. Dieses Jahr wurde es dann richtig heftig und es mündete in mehreren Panik/Angstattacken. Der Grund/Auslöser war in kurz aufeinander folgende starke Emotionale Ereignisse. Mittlerweile bin ich schon in psychologischer Behandlung und weitere Abklärung für den organischen Aspekt sind noch am laufen.
    Nachdem ich ihren Text gelesen hatte, hat es bei mir im Kopf plötzlich klick gemacht und ich hatte endlich eine Erklärung für das was da eigentlich genau passiert. Als ich angefangen habe darüber zu sprechen, war ich erstaunt wie viele Menschen so etwas fühlen und auch diese Ängste haben oder sogar schon genau das Gleiche durch gemacht haben.
    Obwohl es sich seltsam anfühlt und manchmal sogar sehr bedrohlich und unangenehm sein kann, habe ich auch etwas positives daraus gezogen: Mir hat es vor Allem gezeigt, dass ich an meiner Denkweise etwas ändern sollte...über das Leben und wie ich mit mir selbst umgehe. Was mir persönlich in der Therapie auch sehr hilft, ist zu lernen mich selbst zu lieben...das innere Kind, ein alter Teil von uns, mal an die Hand nehmen ;)! (Könnte hier und da für den einen oder anderen vielleicht noch ein Ansatz sein.)
    Mich würde noch interessieren ob es allgemein in der Gesellschaft einen Anstieg dieses "Phänomens" gibt. Es besteht wirklich Aufklärungsbedarf. Obwohl es scheinbar so häufig auftritt, weiss kaum eine Fachperson genaueres darüber. Professionelle Angsttherapie geht aber einen Schritt in die richtige Richtung, würde ich sagen.
    Mein Eindruck ist, dass uns eine DR dazu zwingt uns mit uns selbst intensiv auseinander zu setzen. >Zwingen< würde ich in dem Zusammenhang als "Aufwecken" gleich setzen. Vieles aus der DR hängt wohl auch mit unserem Unterbewusstsein zusammen, wie ich erfahren habe.
    Bei den Medikamenten komme ich mit Beruhigungstabletten ganz gut zurecht. Wie es scheint, schlage ich darauf gut an und muss auch sehr selten etwas nehmen. Eher im Ernstfall damit sich der Körper entspannen kann :)
    Liebe Grüsse und die besten Wünsche an Alle

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  26. Ich bin auch aus der Schweiz ;)

    Liebe Grüsse

    Nicolas

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  27. Liebe Janine
    vielen Dank, dass Sie Ihre Erfahrung hier mit uns teilen. Das ist ja mit der Sinn dieses Blogs, dass andere sich auch verstanden oder sogar ermutigt fühlen.
    Ob dieses Phänomen in letzter Zeit zunimmt, wie Sie fragen, kann man schwer beurteilen. Im Buch "Feeling Unreal" wurde u.a. darüber philosophiert (man kann auch sagen, spekuliert), ob gewisse gesellschaftliche Konstellationen für DR/DP förderlich sind. z.B. auch in punkto Selbstakzeptanz (eine russische Psychologin erzählte den Fall eines Mannes, der seine Homosexualität negieren musste -er wäre sonst gesellschaftlich geächtet gewesen- und die DR sich erst zu bessern begann, als er zu sich selbst stehen lernte). Von dem her, haben Sie recht, dass die DR uns auch dazu helfen kann, uns mit uns selbst, unserer Vergangenheit und unserer Selbst-Annahme auseinanderzusetzen.
    In diesem Sinne alles, alles Gute!
    Balz Ruch

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  28. p.s noch was:
    Ich kenne aus der Zeit meiner Therapie Übungen zum "Inneren Kind" und war positiv überrascht von den Auswirkungen. Ich hätte es im vornherein -da ich eben eher ein Kopfmensch bin- nicht für möglich gehalten.

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  29. Lieber Balz,
    Danke für ihre Antwort..ja das wird wohl hauptsächlich mit gesellschaftlichen Aspekten zusammen hängen. Zu dem Schluss würde ich auch eher kommen, wenn ich mich so umsehe. In den verschiedenen Entwicklungs- und Lebensphasen kann einiges schief laufen - So wie wir geprägt werden in der Schule und von unseren Eltern. Die gute Nachricht ist ja aber an dem Ganzen, dass es Hilfe gibt zur Unterstützung der Selbsthilfe sozusagen :-)

    Letztes Wochenende hatte ich einen kleinen Rückfall. Hab es aber selber wieder weg bekommen. Es hat sich mit einem starken Schwindelgefühl angekündigt. Die letzten Tage zeigt sich immer mal wieder ein leichtes schwindelig sein. Seltsam fand ich jetzt aber, dass es einigen anderen Leuten auch so geht..die aber keine DR haben. Könnte vielleicht an der Jahreszeit liegen, hab ich mir noch überlegt.

    Hallo lieber Nicolas,
    Hast du eine(n) gute(n) Psycholog(e)in gefunden? Hier in der Schweiz geht es ja zum Glück recht schnell, dass man einen Termin bekommt. In die Deutschland kann es bis zu einem Jahr Wartezeit kommen, habe ich mitbekommen. Ist wohl ein bürokratisches Problem.
    Wie geht es dir heute? Kommst du gut vorran in der Therapie?

    Ihnen ebenfalls alles Gute :-)

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  30. Liebe Janine
    die Jahreszeit Nov./Dez. ist bekannt für schlechtere Stimmung, Stimmungsschwankungen, man kennt sogar das Wort "Herbstdepression". Hat auch mit Mangel an Licht zu tun, von dem her sind Ihre Beobachtungen sehr gut nachvollziehbar.
    Trotzdem eine schöne Vorweihnachtszeit!
    Balz A. Ruch

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  31. Lieber Balz :)

    ja also ich hab vor eineinhalb jahren mal eine ziemlich schlechte psychologin gehabt.. die hat mich nicht so wirklich verstanden.. nun hab ich einen besseren.. (am anfang war er ein wenig komisch.. aber das ist glaub oft so) ja also es sieht momentan so aus: ich hab durch die Dr/Dp wahrscheinlich eine kleine soziale phobie entwickelt.. aber ich glaube diese tritt immer nur dann auf wenn die Dr/Dp kommt... deshalb konzentrier ich mich jetzt vorallem mal darauf die Dr/Dp weg zu kriegen obwohl diese das geringere Problem für mich ist. Aber früher (unter anderem bevor ich diese Seite gelesen habe) wars halt ein problem und ich denke dass die Dr/Dp nur durch dieAngst noch erhalten bleibt. wenn ich die Angst nun wegkrieg geht auch die Dr/Dp aber damit die Angst weggeht muss die Dr/Dp weniger werden... diesen Teufelskreis versuch ich jetzt zu Durchbrechen indem ich ein Medikament nehme (welches ich am dienstag mit meinem psychologen abmache) also ab dienstag oder mittwoch nehme ich wahrscheindlich ein Medi..
    Passt grad noch gut, da ich bis am Freitag frei habe um meine Maturarbeit zu schreiben ^^
    Denkst du dass ist der richtige weg?

    (hab ich mir auch schon oft gedacht dass ich zum glück in einem Land lebe in welchem man so schnell betreut wird!!) aber in einem anderen Land wäre es vielleicht garnicht so weit gekommen, da man da grössere sorgen hat als sich auf seinen Körper zu konzentrieren.. jaja jetzt fang ich an zu philosophieren.. ist ja auch schon spät

    Gaanz liebe Grüsse

    Nicolas

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  32. Lieber NIcolas

    ein Medikament auszuprobieren ist sicher nicht schlecht. Musst halt etwas Geduld haben, die Wirkung braucht ein wenig, bis sie sich ganz entfaltet. Wichtig ist, diesen Teufelskreis, den Du richtig beschreibst, zu durchbrechen, indem man IRGENDETWAS macht, was einem Spass macht oder herausfordert. Kann auch eine Maturarbeit sein, etwas, wo du dich ganz konzentrieren kannst. Das hilft immer am schnellsten.
    Alles Gute mit dem neuen Psychologen und mit der Maturarbeit!
    Balz

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  33. Lieber Anonym...

    Ich weiss, wie gut es tut über dies zu reden. Endlich VERSTANDEN zu werden. Ich weiss nicht ob du, wenn du derealisation.ch eingibst, da so ne zahl siehst? so etwa 2900. Mittlerweile ein bisschen mehr. Gefühlte 2000 Besuche davon sind von mir... soviel mal zu mir.
    Mir hat es viel gebracht, endlich Bescheid zu wissen was da mit mir passiert und dass das alles logisch ist. Ich las die Zeilen wo stand dass man sicher nicht verrückt wird oder dass die DR/DP nie zu etwas anderem mutieren. Danach war ich beruhigt und dachte mir "YESSS" jetzt muss ich keine Angst mehr haben. Dem war aber nicht so. Als ich mal wieder eine starke DP/DR (weiss nicht genau was es ist... vermutlich beides ein wenig) dachte ich "Alter es kann dir nichts passieren du wirst niee nie niee die Kontrolle verlieren" Doch da diese DR/DP so schlimm schien wie noch nie, (was diese DR/DP so an sich haben) dachte ich mir, dass das jetzt nochmals etwas anderes sei und da mir schwindlig wurde dachte ich, ich erleide durch den Emotionalen Stress einen Zusammenbruch und bekam eine Panikattacke und flüchtete aus der Situation, was ein riesen Fehler war. (ok ich denke auf Schweizerdeutsch xD )Danach musste ich lange darüber nachdenken und durch den Stress der daraus folgte blieb die DR/DP bestehen. Mittlerweile macht mir die DR/DP fast keinen Stress mehr. (ich weiss mittlerweile, dass WIRKLICH NICHTS passiert. Das schlimmste was Passieren kann, ist eine Panikattacke zu erleiden. WIRKLICH WIRKLICH WIRKLICH auch wenn du dir in einer Situation denkst, dass das jetzt alles so unwirklich ist) Also, selbst wenn du denkst, dass du jetzt zu 100% die Kontrolle verlieren wirst, es wird nicht soweit kommen. (Ich hab schon von einem gelesen, der dachte er würde auseinanderfallen und klebte sich mit Klebeband zusammen. Sogar der wurde nicht verrückt und verlor auch nicht die Kontrolle)
    Meine Erfahrung ist, dass man durch die DR/DP ein Stück weit so was wie einen Kontrollzwang über den eigenen Körper bekommt. Du willst ständig beeinflussen was mit dir geschieht und du willst auch dazu schauen, dass du nichts dummes machst. (was du auch nicht tust solange du das nicht willst.. und du wirst es auch nicht plötzlich wollen durch die DR/DP) Was du kontrollieren kannst, sind deine Handlungen, nicht aber die Handlungen des Vegetativen Nervensystems. (was die DR/DP auslöst und auch für die Angst, die Panik und alles damit Verbundene verantwortlich ist) In der Regel tut es genau dass was du nicht möchtest. Also konzentrier dich nicht auf das! Wenn so eine DR/DP oder au Panikattacke kommt dann sei dir selbst egal und Überlass, was mit dir passiert an Gott. Vertrau ihm. Er schaut schon dazu, dass dir nichts passiert (also nicht dass ich jetzt was predigen möchte) Aber bevor du dies hattest hast du ja auch keine Angst gehabt, die Kontrolle zu verlieren oder verrückt zu werden (die Wahrscheinlichkeit ist genau gleich klein wie früher) Mir hat es viel geholfen, in etwas höheres Vertrauen zu haben, dass mir

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  34. TEIL 2... nichts passiert. Denn sobald man diese gefühlte "Verantwortung", für das was das Vegetative Nervensystem oder auch die Umwelt tut, abgeben kann und sich auf das fokussiert, was man gerade tun möchte, dann geht die DR/DP mit der Zeit auch wieder weg. Ich hab mal ein Sprichwort gelesen was heisst: "Ändere das , was du ändern kannst, und akzeptier das, was du nicht ändern kannst mit einem Lachen. Also was du ändern kannst, ist immer an die DR/DP zu denken und dir Sorgen zu machen. Was du aber nicht ändern kannst, ist, dass du dies DR/DP noch ein paar Mal haben wirst und vielleicht auch die Angst. Dann würdest du vermutlich normalerweise denken, dass du schauen musst, dass du die Kontrolle nicht verlierst, was aber nicht in deiner Macht steht. Also denk dir: "Es bringt mir nichts wenn ich mich darauf konzentriere, denn ich werde nie die Kontrolle über das haben, es geht weg, wenn ich nicht daran denke und die Kontrolle über mich selbst überlasse ich einer höheren Macht. Die schaut schon dass nichts passiert. (ich meine hat ja auch schon 18 Jahre lang geklappt) Aber du musst ein paar Mal blind vertrauen, denn dann siehst du ein paar Mal dass nichts geschieht und du Vertraust automatisch.
    Kann schon sein, dass dies ein wenig länger dauert aber immer wenn die DR/DP kommt dann Vertrau, dass dir nichts passieren wird.

    Ach ja und ich habe die DR/DP nicht wegen Drogen bekommen, ich hatte einfach eine stressige Phase in der Pubertät, als ich dachte, ich könnte schwul sein oder so.. (mittlerweile weiss ich, dass ich so etwas von NICHT schwul bin :D )

    Ich kenne in meinem Freundeskreis 3 Personen die auch mal DR/DP erlebt haben.
    Die erste ist eine Freundin, die mal nach dem Kiffen eine DR/DP hatte, sie hatte kurz eine Panikattacke aber diese ging wieder weg und sie schaffte es irgendwie sich nicht darauf zu fokussieren (die Glückliche)

    Der zweite ist ein Klassenkamerad. Er hat von zu Hause aus recht grossen Leistungsdruck und wurde auch ab und zu geschlagen. Er hat die DR/DP auch ab und zu aber bei ihm ist sie nicht so überwältigend, dass er gleich Angst bekommt und somit wird die DR/DP nicht durch den Stress, welcher aus der DR/DP resultiert, sondern durch den Stress von den Eltern und den, den er sich glaub auch selbst macht ausgelöst.

    Die dritte Person kenne ich nicht gut, doch er hatte auch durch das Kiffen DP/DR bekommen und hat sie auch für eine lange Zeit behalten, jedoch geht es ihm jetzt wieder besser.

    Was dich angeht, würde ich das Kiffen und auch sonstige Drogen lassen. Du verträgst sie vermutlich nicht (mehr)

    Was mich angeht, ich bin ebenfalls 18 und bin vor der DR/DP mitten im Leben gestanden und hatte viele Freunde und so...
    Haha ich weiss du dachtest jetzt, jetzt kommt dass ich nicht mehr mitten im Leben stehe und keine Freunde mehr habe. Falsch. Ich stand eine Zeit lang nicht mehr mitten im Leben als ich die DR/DP die ganze Zeit beobachtete und mich fürchtete die Kontrolle zu verlieren. Jetzt geht es mir besser. Die DR/DP ist zwar noch da, aber ich habe das Vertrauen dass nichts passiert. So sollte sie eigentlich weggehen. Da ich aber viel zu lange gewartet habe und ich viel zu spät wusste was ich hatte geht es bei mir länger. So wie ich dich verstehe hast du das noch nicht so lang also kann es gut sein dass du es viel einfacher haben wirst.
    Meine Freunde verlor ich nie. Seit heute nehm ich ein Antidepressiva was sich erschreckend anhört.
    Es sollte mir aber einfach helfen die DR/DP und auch meine Panikattacken schneller wegzukriegen.


    Jaja... hab ich mal wieder klasse hingekriegt, mich vom Schreiben meiner Maturaarbeit zu drücken. wenigstens habe ich hier etwa 1100 Wörter geschrieben...

    Naja.. Solange ich helfen konnte, freut mich das =D

    Ich wünsche dir alles Gute und viel Glück!!

    Liebe Grüsse

    Nicolas

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  35. Hallo,

    ich leide auch an einer heftigen Derealisation und würde gerne wissen, welches Medikament dagegen hilft. Es wurden oft SSRI`s genannt.Welche genau wären das denn ?
    Würde mich freuen, wenn mir jemand weiter helfen würde.
    Lieben Gruß an alle hier.

    Jens


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    1. Ich nehme seit 4 Tagen Paroxetin (was natürlich noch nicht wirkt) Aber bis jetzt spüre ich noch praktisch keine Nebenwirkungen welche oft prophezeit werden..

      Ich halte euch aber auf dem Laufenden.

      Lg Nicolas

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  36. Hallo, Jens

    Man kann das nicht pauschal sagen. Es ist (leider) nicht so, dass es ein Medikament gibt, dass man nehmen kann und schwupps!- ist die DR weg. Allen, die gute Erfahrungen mit Medikamenten gemacht haben, erging es ähnlich wie mir. Im ZUSAMMENHANG mit guter Gesprächstherapie, gesundem Lebenswandel (vor allem regelmässige Schlafzeiten, gesund essen, keine Drogen etc) wirken gewisse Medikamente sehr unterstützend und fördernd. Aber auch sie wirken nicht sofort.

    SSRI sind moderne Anti-depresseiva, die auf lange Sicht den Serotoningehalt im Hirn erhöhen. Obwohl ich einige sehr positive Feedbacks zum Produkt Paroxetin bekam (und selber damit gute Erfahrungen machte), kann für jemand genau dieses Medikament ungünstig sein. Auf diesem Blog gibt es genau einen solchen Bericht.
    Deshalb ist es wichtig, dass man nicht selber herumexperimentiert, sondern sich einen guten Arzt und Therapeuten sucht, mit dem man das richtige Medikament findet.

    In diesem Sinne wünsche ich alles gute und eine frohe Adventszeit!
    Balz A. Ruch.

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  37. Heey Nicolas

    Ich danke dir vielmals für deine Antwort. Es tut wirklich gut das alles endlich jemandem sagen und dabei auch ein Stück davon loslassen zu können. Bis jetzt konnte ich es nur meiner Freundin sagen (schreiben), da ich irgendwie noch zu viel Angst habe um mit jemandem "live" darüber zu sprechen. Ich fühle mich im Moment noch nicht bereit dazu, da ich bei der Psychologin auch in Panik geriet als ich zwanghaft (sie wollte nun genauer ins Detail gehen und wissen was damals nach dem Cannabiskonsum genau passierte) versuchte das Ganze zu beschreiben. Ich sass in dem Stuhl und wusste genau, es ist wieder der genau gleiche Zustand in dem ich mich nach dem Cannabiskonsum befand. Ich wollte ihr das aber nicht sagen, da ich Angst davor hatte, wenn sie es wusste, ich total die Kontrolle verliere und noch mehr in Panik geraten würde.

    Nun ja jetzt geht es mir im Vergleich dazu um einiges besser und ich wusste das dass die falsche Lösung ist mit jemandem darüber zu sprechen dem ich nicht ganz vertrauen kann und ich noch nicht lange kenne. Auf jeden Fall habe ich eine lebenslange Lektion gelernt und zwar werde ich nie mehr irgendwelche Drogen konsumieren! Ich habe jetzt davor so sehr Respekt, das ich nicht mal mehr Alkohol trinke und wenn nur sehr sehr wenig. Irgendwie bin ich ganz froh darüber, dass mir das passierte. Ich bin mir jetzt bewusst, wie gefährlich solche Substanzen sind und wie "vergänglich" das Leben doch sein kann (im übertiebenem Sinne). Die DR/DP hält sich bei mir nun ein wenig in Grenzen. Nur in manchen Situationen verstärkt sie sich bzw. konzentriere ich mich wieder darauf. Zum Beispiel bei Menschenansammlungen wie in der Stadt, überall wo vieles passiert und auch wenn ich mit jemandem ein Gespräch führe kann es auch manchmal (nicht immer) vorkommen, wenn ich mich zu sehr auf die Person konzentriere, anstatt auf das was sie sagt, darum habe ich noch Hemmungen mit jemandem etwas zu unternehmen, ich brauche dabei immer ein wenig überwindung und bin auch immer ein wenig nervös. Riesige Gedankenschleifen habe ich zum Glück auch nicht mehr so oft. Ich versuche nun in kleinen Schritten, Dinge die mich beruhigen und auch geregelte Schlafenszeiten wie auch vermehrt Sport zu treiben, zu routinieren.

    Ich bin echt dankbar, dieses Forum gefunden zu haben. Ich werde mich auf jeden Fall wieder melden.

    Ich danke euch allen und wünsche frohe Festtage!

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    1. (Teil 1)Hallo! In meiner allerersten Therapiesitzung war ich auch seeehr aufgeregt und kurz vorher geriet ich sogar schon in Panik und habe dann etwas zur Beruhigung
      nehmen müssen. Bei mir war es aber so, dass ich unbedingt darüber reden wollte egal wie unangenehm es war. Durch die Wirkung des Beruhigungsmedikaments
      war ich dann in der Sitzung selbst eher ausgelassen und mein Gehirn hat sich das eingeprägt. So waren die nächsten Male zwar auch immer noch anstrengend da
      wir Gefühle aus meiner Kindheit hervor geholt haben, aber ich konnte es dann immer aushalten. Einmal hatte ich dann in einer Sitzung selbst eine Attacke und meine
      Psychologin konnte mich durch eine leichte Hypnosetechnik wieder beruhigen. Das ist jetzt meine Erfahrung und ich kann das natürlich nicht für jemand anderes
      empfehlen, aber vielleicht macht es dir Mut falls du doch eines Tages in ein Gespräch gehen möchtest und ich würde auch sagen, wenn du dich damals so unwohl
      gefühlt hast, war die Psychologin vielleicht nicht sehr einfühlsam. Hat sie dich vom Gefühl her gedrängt die Situation zu beschreiben?
      Es ist wichtig, dass die Psychologin sehr einfühlsam ist und dich das Tempo des Aufarbeitens vorgeben lässt und nicht umgekehrt.
      Wie gesagt mir ging es ganz am Anfang genau so: Ich hatte Angst darüber zu sprechen allgemein mit Menschen, die mir nahe stehen. Ich habe es dann über den eMail-Weg mitgeteilt.
      So konnte ich mich wärend dem schreiben ab und zu zurück lehnen, wenn es brennzlich wurde und ich musste der Person nicht direkt in die Augen sehen bzw gegenüber sitzen.
      Wärend dem schreiben fiel dann schon ein Stück ab und am Ende stiess ich auf sehr viel Verständnis und erfuhr dadurch, dass es einigen Leuten aus meinem Umfeld sogar
      ähnlich geht oder sie schon das Gleiche erlebt haben um darauf nochmal zurück zu kommen. Es gibt mir ein Sicherheitsgefühl, wenn ich weiss dass die Leute bescheid wissen...falls ich
      auch mal einen Rückfall habe wärend wir unterwegs sind z.B.. Damit sie wissen, dass sie selbst auch nicht in Panik geraten müssen ;D und es wieder vorrüber geht.

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    2. (Teil 2)
      Mir ist das selbst übrigens auch schon zwei mal passiert, dass ich nach Cannabiskonsum eine Panikattacke hatte. Es ging dann immer wieder weg und tauchte nicht
      wieder auf nachdem sich das THC wieder verflüchtigt hatte sozusagen ;-)
      Ich lasse aber nun auch die Finger davon..es ist für mich einfach nicht angenehm. Bis Oktober dieses Jahr habe ich übrigens sogar noch Zigaretten geraucht.
      Nach der Panikattacke, dann im Oktober, wollte ich aber auch davon nichts mehr wissen.
      Wie Nikolas schreibt, hat das alles viel mit Vertrauen zu tun und das man die Kontrolle niemals verlieren kann. Bei dem einen dauert es etwas länger bis man es
      verinnerlicht hat bei dem anderen geht es schneller. Mir geht manchmal auch durch den Kopf: "Hey, vorher hattest du das Vertrauen doch auch und alles was du getan hast,
      war völlig normal für dich." Manchmal wirkt es und manchmal nicht dann versuche ich etwas anderes aus meiner Werkzeugkiste. Ich kontrolliere mich selbst auch immer
      noch zu stark und dann irgendwann artes es aus..allerdings vergrössern sich die Abstände dazwischen.
      Etwas zu unternehmen mit Leuten, die man gern hat ist echt die beste Medizin egal wie sehr man sich vorher überwinden muss. Allerdings meide ich Unternehmungen,
      die mit lauter Musik und dunklen Räumen zu tun haben.
      Bei mir ist das auch so kurz vorher: Nervös, etwas angespannt. Ich frage mich dann selbst warum ich dieses Gefühl jetzt habe und dann kommt auch schon die Antwort:
      Dass man Angst hat die Kontrolle zu verlieren, wenn man sich nicht in seiner gewohnten Umgebung befindet. Da nehme ich mich dann selbst an die Hand und verspreche mir selbst,
      dass ich auf mich aufpasse. Das ist etwas, dass ich für mich heraus gefunden habe und recht gut hilft. Bei Gesprächen mit Leuten konzentriere ich mich so gut es geht nur
      auf das was die Person sagt und versuche dem genau zu folgen..mir passiert es dann auch ab und zu, dass die Konzentraion auf die Person übergeht und mir kurz schwindelig wird
      - dann sage ich mir: oh jetzt hat es sich kurz umgekehrt, aber das ist ganz normal und kann vorkommen. Das ist auch eine Trainungssache - sich zu trainieren Leuten wieder zuhören
      zu können. In unserem Zustand sind alle Sinne sehr aktiv da wir ja die ganze Zeit die Kontrolle behalten wollen und über-wachsam sind. Daher kommt dann manchmal das
      komische Gefühl und das Schwindelig sein.
      Riesige Gedankenschleifen kenne ich auch nur zu gut. Manchmal gelingt es mir etwas zu Ende zu denken..dann ist wieder gut und wenn es gar nicht weg geht, fange ich laut
      an zu singen..la la la la ..oder ich hüpfe herum..versuche mir etwas zu suchen womit ich mich beschäftigen kann..um die Konzentration umzulenken. Wie auch beschreiben im Text
      von Balz Ruch hilft diese Methode sehr gut. Auf diese Weise hat es bei mir also auch nachgelassen.

      dir auch frohe Festtage :-)

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  39. Hallo, Willy

    was Sie beschreiben, tönt sehr nach Derealisation. Gewisse Personen -wie wir- sind da halt anfälliger dafür. Sie haben das ja auch schon früher gehabt. Aber es sollte Sie ermutigen, dass Sie das früher auch wieder los geworden sind. Und sogar mal ohne fremde Hilfe. Das heisst, Sie können auch diesmal die DR wieder in den Griff bekommen.
    Jetzt geht es darum, den ganzen inneren Stress herunter zu fahren und aus der Selbstbeobachtung hinaus zu treten. Eben, indem Sie Sachen machen, die Ihnen Freude bereiten.
    Ich könnte mir auch vorstellen, dass Ihnen eine Gesprächstherapie und vor allem viel körperliche Aktivität eine Hilfe sein kann.

    In diesem Sinne alles Gute!
    B. Ruch

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  40. Hallo B.A.Ruch,

    Danke für die Antwort. Werde mir diesmal auf alle Fälle ein Psychiater suchen. Kann ja nicht von Nachteil sein, wenn man es nicht wieder alleine bewältigen muss. Hoffe, das ich es mit der Zeit wieder in den Griff bekommen werde. Wenn es drei mal geklappt hat, dann sollte es ja diesmal auch wieder irgendwie klappen, auch wenn ich denke, das diesmal das Gefühl teilweise schlimmer ist. Aber ein Vergleich ist da auch wohl schwer möglich. Das erste Mal ist ja schließlich schon fast 20 Jahre her. Hängt möglicherweise viel mit meiner Vergangenheit als Kind zusammen. Meine Mutter hat getrunken und da ist viel passiert. Bewusst belastet mich das eigentlich gar nicht mehr, aber das heißt oft ja nichts.
    Werde jetzt erst mal schauen, möglichst schnell einen Psychiater zu bekommen und auch selber wieder dran zu arbeiten, wie es die letzten Male geklappt hat. Mal gucken, ob ich diesmal dann auch Medikamente ausprobiere.

    Danke auch noch für diese Seite. Denke, die wird vielen helfen können.

    Viele Grüße!

    Willy

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  41. Hallo, Willy

    Ja, diese Gefühle der Selbstentfremdung sind mir sehr wohl bekannt. Die haben natürlich mit der Selbstbeobachtung zu tun und mit der Angst/dem Stress, den man daran koppelt.
    Denn JEDER kann, wenn er z.B. lange genug in den Spiegel schaut oder sich anfängt zu fragen ob das seine eigene Stimme ist etc. solche Gefühle herbeiführen. Auch Leute, die völlig nicht mit DR am Hut haben. Nur, dass sie sich dann wieder den normalen Dingen zuwenden.
    Das gelingt unsereins hingegen -in einer Phase inneren Stress oder sogar einer Angsterkrankung- natürlich viel weniger gut.
    Was Psychiater, Therapien, Medikamente etc. angeht -ich nehme an, Sie sind in Deutschland- kann ich von der Schweiz aus leider nicht viel sagen. Ich weiss, dass dies bei Ihnen wahrscheinlich etwas komplizierter ist.
    Kennen Sie dieses deutsche Forum?:

    http://www.dpforum.de.vu/

    Man muss sich einloggen. Dort findet man viele feine Leute, die mit DR/DP zu tun haben. Und die gute Tipps bezüglich Krankenkassen, Kliniken, Therapieformen etc. geben können. Oder man kann sich einfach gut austauschen.

    Sie brauchen jetzt halt vor allem auch viel Geduld. Glauben Sie fest daran, dass Sie auch dieses mal die "Scheibe" besiegen werden, auch wenn Sie sie besonders stark empfinden.

    In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Kraft, Geduld und eine friedliche Weihnachtszeit

    Balz Ruch

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  42. Hallo Zusammen :)

    Mir geht es gerade auch wieder so in der Art wie Willy es beschrieben hat. Gestern hatte ich dann eine heftige Attacke und konnte mich selbst nicht ablenken. Deshalb habe ich dann eine Tablette genommen zur Beruhigung. In der Nacht habe ich sehr schlecht geträumt..von Ängsten, die ich habe irgendwo tief verborgen, die auf die Gegenwart bezogen aber wirklich unberechtigt sind. Die Ängste in den Träumen, die aus der Vergangenheit kommen, verbinden sich dann mit der Gegenwart(anders kann ich mir das nicht erklären).
    Es ist auch schwer für mich aus der Selbstbeobachtung heraus zu kommen, muss ich sagen. Von der Kindheit her passt es auch mit der von Willy. Meine Mutter war auch Alkoholabhängig und dem entsprechend war es nicht die ideale Umgebung aufzuwachsen. Da kommt wohl gerade viel hoch und das innere Kind meldet sich.
    Wenn sie möchten (an Willy) hätte ich etwas zum ausprobieren was ich aus der Therapie mitgenommen habe. Wenn sie einen Partner haben oder sonst einen Menschen, der ihnen nah steht, können sie ihn bitten sie ganz fest zu halten so, dass es noch angenehm ist. Eine andere Möglichkeit ist, dass sie eine schwere Decke über sich legen oder sich damit fest einwickeln. Mir hilft es, wenn ich dabei an mich denke wie ich als Kind war und mir dabei selbst beruhigend zurede (das ich mich mag wie ich bin oder dass ich auf mich aufpasse z.B.). Diese Übung mit der Decke oder dem Umarmen soll quasi das Geborgenheitsgefühl aus dem Mutterleib nachahmen. Das wäre auch die Geborgenheit, die uns in der Kindheit oft gefehlt hat und die man sich nun selbst gibt. Ich würde sagen das Erlebte aus unserer Kindheit hat viel mit unserem fehlenden Körpergefühl/Bewusstsein zu tun.
    Lieber Willy, ich kann ihnen wirklich nur zu gut nachempfinden wie es ihnen geht, denn ich durchlaufe gerade den selben Prozess.

    Meinen letzten starken Rückfall hatte ich vor circa drei Wochen. Der war so wie dieser von gestern. Erst fängt alles an zu kribbeln, dann verschwimmen die Gegenstände um mich herum und schliesslich fange ich stark an zu zittern. Ich weiss ja durch die Therapie und von ihren Erfahrungen, Balz Ruch, dass dies völlig normal ist. Es ist nur immer etwas schwierig nach einem Rückfall sich darauf zu besinnen, dass es eben normal ist - Besonders da ich diese Nacht auch wieder schlecht geträumt habe. Ich hatte vor nachher noch in die Stadt zu gehen und ein feines Getränk zu geniessen. Die Lichter zur Weihnachtszeit geben mir so ein wohliges Gefühl. Das könnte mich wieder in eine ruhige Umlaufbahn bringen, denke ich. Es ist auch so schön, dass bei uns seit langer Zeit mal wieder die Sonne scheint. Die hat mir so sehr gefehlt :)

    Einen Therapietermin habe ich erst wieder im neuen Jahr da ich bei der letzten Sitzung so entspannt war. Ich dachte, dass es bis dahin völlig ausreichend ist. Allerdings überlege ich gerade ob ich nicht doch nochmal nachfragen sollte ob es zwischen Weihnachten und Neujahr einen Termin gibt.
    An der Verbindung der Ängste von damals zu heute gibt es noch etwas zu schrauben. Geduld, Geduld und sehr viel Geduld sollte man wirklich mit sich haben :-)

    liebe Grüsse
    ebenso viel Kraft und die besten Wünsche
    Janine Jud


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  43. Lieber B.A. Ruch,
    ich wollte nochmal wissen ob man wirklich völlig von sich sagen kann das man diese DR Gefühle wirklich hinter sich hat?
    So für den Rest der Zeit seines Lebens?
    Ich will einfach nur wieder "normal" werden und mein Leben so weiterführen wie vorher.Ohne diese unnötige Angst vor nichts...

    Gruß,
    Nik

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    1. Das wünsche ich mir auch von tiefstem Herzen, Nik. Leider denke ich, dass das nicht möglich ist...obwohl es mir selbst weh tut..

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  44. Lieber Nik

    es gibt Leute, die sind zu 100% wieder DR-frei. Da die DR oft mit einer Angstproblematik einhergeht, verschwindet die DR wie von selbst, wenn man die Angstproblematik aufgelöst hat.

    Dann gibt es andere -wie mich- die auch lange nach der DR durchaus wieder mal eine Scheiben-artige Belämmerung spüren. z.B. bei Übermüdung. So, und jetzt ist die Frage: ist das schlimm?
    Nein, denn wenn man gelernt hat, mit der Scheibe umzugehen, geht es mit der Zeit extrem schnell, sie wieder los zu werden. Siehe auch meine Postings "Rückfälle, wenn die DR wiederkommt" oder "Die Tennisstunde". Ich WEISS dann, dass die DR nicht bleibend ist, daher kann ich in solchen Momenten meine Tricks anwenden (genug essen, sich auf etwas anderes konzentrieren und die DR nicht weiter beachten etc.) und siehe da: es klappt immer. Das Ganze gibt mir dann ein Gefühl von Kontrolle: ich bin dann zuständig für meinen Gefühlshaushalt und nicht umgekehrt. Mit der Zeit ergibt sich eine Routine.

    Alles Gute im Neuen Jahr!
    Balz

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  45. Hallo B.A.Ruch,

    Danke für den Tipp mit der Seite: http://www.dpforum.de.vu/
    Ist ja ne ganz aktive Seite und man findet so einige nette Leute. Auf der anderen Seiten kann Sie einen auch ganz schön runter ziehen. Da gibt es ja so einige Berichte von Fachleuten, das die DR/DP eigentlich nicht zu heilen ist und da es eher schlimmer wird. Das macht einem ja nicht wirklich Mut. Habe echt Angst, das ich diesmal nicht wieder aus dieser Situation raus komme. Ich komme mir so fremd vor und fühle mich teilweise so unlebendig oder wie man sagen soll. Vielleicht ist es ja auch was ganz anderes, aber meine Blutwerte sind super und einen Psychiater ist hier nicht ran zu kommen.

    Also muss ich irgendwie versuchen, mit dieser schweren Situation zurecht zu kommen. Versuche schon vieles zu machen, was mir Spaß macht, um mich abzulenken. Ist aber gar nicht immer so leicht, Spaß zu haben, wenn man das ganze alles nicht zu intensiv spürt und fühlt, das man das selber ist, der das gerade macht. Schwimmen ist immer ganz schön. Das versuche ich im Moment so oft wie möglich zu machen.

    Ernährung habe ich schon viel angepasst. Keine Cola, kein Kaffee mehr. Nur noch vormittags schwarzen Tee. Viel Obst, Schwarzbrot, abends beruhigenden Tee und, und...

    Zumindest Schlafen kann ich im Moment wieder ganz ordentlich so von 22 bis 6 Uhr in der Woche.

    Würden Sie mir noch irgendwas empfehlen oder können Sie mir irgendwie Hoffnung machen, auch wenn Sie natürlich kein Therapeut sind, aber ja wirklich positive Erfahrungen haben.

    War es bei Ihnen auch so schlimm, das Sie nur noch funktioniert haben und kein Gefühl mehr für sich selber hatten.

    Gruß

    Willy

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    1. Hallo, Willy

      ja, das war bei mir auch so schlimm. Ich frage mich heute, wie ich es geschafft habe, weiter zu arbeiten und alles. Mein Therapeut damals sagte: "Sie müssen die Scheibe nicht als Ihren Feind betrachten! Sondern wie eine Art seelischen Muskelkater". Da ich vieles von früher am Aufarbeiten war, war die Scheibe auch eine Art Ermüdungserscheinung. Ich hielt mich also von Stunde zu Stunde über Wasser, d.h. wenn -wie z.B. bei Ihnen das Schwimmen- irgend eine Tätigkeit schon nur ETWAS Beruhigung brachte, hielt ich mich umso freudiger daran.
      Dass Sie wieder besser schlafen ist schon ein riesiger Schritt. Der Organismus braucht halt wirklich ZEIT, um vom Stresspegel langsam wieder herunter zu kommen.

      Das deutsche DP-Forum ist eher in medizinischer Hinsicht hilfreich, Medikamente, Therapieformen etc. Manche reagierten unwirsch, wenn ich schrieb, dass man auch von selber wieder raus kommt. Keine Ahnung, wieso. Ich würde mich also nicht von negativen Berichten herunter ziehen lassen. Ich weiss nicht, wie gut Sie Englisch können, aber die Amerikaner sind da optimistischer.
      Bei "dpselfhelp.com" gibt es unter "Recovery stories" ganz viele mutmachende Berichte.
      Halten Sie sich lieber an denen. Das tat ich auch so. :-)
      In diesem Sinne viel GEDULD und alles GUTE!
      B. Ruch

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  46. Hallo, mein name ist markus.
    erst ein mal möchte ich sagen, dass ich extrem froh bin diese seite gefunden zu haben!!! :)
    allein das lesen der ganzen beiträge hat mich schon beruhigt.
    jetzt zu meinem problem:
    ich habe cannabis konsumiert (ca. 3 monate/ jedes 2. wochenende 3-4 tütchen)
    ich muss dazu sagen es war sehr dumm von mir und ich hasse mich dafür, aber ich habs nun mal getan.
    ich hatte immer meinen spaß dabei, nur eines abends habe ich einen mit meinem freund geraucht und bekam einen heftigen panikanfall (schwindelgefühl, herzrasen) ich habe gedacht ich bekomme einen herzinfarkt und habe meinen freund sogar gebeten einen krankenwagen zu rufen.
    der tag danach war relativ gut wieder, hab mich zwar komisch noch gefühlt, aber das ging klar.
    der tag danach war wieder ganz normal bis ich eingeschlafen war, ich bin mit einer panikattacke wach geworden konnte mich aber schnell wieder beruhigen.
    nach dieser panikattacke war ich noch ein paar tage unruhig und angespannt aber das flaute nach ca einer woche ab.
    jetzt hab ich aber in unregelmäßigen abständen und unterschiedlicher dauer (max. 2 stunden) diese DA oder auch DP gefühl, ich weiß es nicht genau was ich habe, aber eins davon ganz bestimmt.
    ich mache mir immer sorgen ob das irgendwann besser wir und ob mir der psychiater bei dem ich demnächst einen termin habe helfen kann :(
    mache ich mir da unnötig sorgen?
    danke schon mal im vorraus

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  47. Lieber Markus

    machen Sie sich KEINE Sorgen. Wenn Sie in unregelmässigen Abständen solche Zustände haben, die dann offenbar nach ein paar Stunden wieder abflauen bzw. von selbst verschwinden, sind Sie schon auf dem Weg zur Besserung, wenn ich so sagen darf...
    Wichtig ist, dass Sie sich in einem solchen Zustand selber sagen: Oh, ich hab wohl vorübergehend eine "Scheibe".... je weniger Sie sie beachten und sich stattdessen dem zuwenden, was Sie vorhatten, um so schneller beruhigt sich alles.
    Mit Ihrem Psychiater können Sie das Thema ruhig ansprechen, drogeninduzierte Derealisation sollte ihm bestimmt bekannt sein. Vielleicht wird er mit Ihnen das Thema Panikattacken bzw. unterschwellige Ängste ansprechen.
    Ich wünsche Ihnen auf jeden Fall alles Gute !
    Balz A. Ruch

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  48. Hallo alle zusammen ich (J) melde mich wieder einmal... Tauschte mich vor etwa einem Monat mit Nicolas ein wenig aus.

    Nun will ich hier mal meinen aktuellen Stand berichten. Noch vor einem Monat war ich ziemlich unstabil im Vergleich zu jetzt. Hatte die Scheibe eigentlich den ganzen Tag lang und Gedankenketten bis fast ins Unendliche. Ich zerbrach mir den Kopf über die vergangenen Wochen und über den Horrortrip, denn ich damals hatte. Auch nach dem ich auf das Forum hier gestossen bin, hatte ich immer noch das Gefühl Schizophren oder sonst ein Psychotiker zu sein und bald Stimmen zu hören und verrückt zu werden ect. Vor dem hatte ich am meisten Angst. Die Panikattacken gingen mehr und mehr zurück, worüber ich sehr froh bin! Ich kann auch wieder klar denken und lasse mich nicht mehr so schnell auf die Grübeleien ein wie sonst. Zwar durchstöbere ich das Internet immer noch, aber schlussendlich lese ich immer das selbe. Doch was mir noch Angst macht, ich lese in manchen Beschreibungen der DR/DP das es eigentlich nicht eine "eigenständige" Krankheit ist sonder nur ein Symptom einer psychischen Krankheit ist und dieses auch bei Schizophrenie auftritt. Ich fürchte diese psychische Krankheit so sehr! Ich mache mir ständig Sorgen darum und frage mich immer "bin ich wohl Schizophren oder doch nicht?!". Doch dann komme ich doch immer wieder auf die DR/DP. Naja ich hoffe jemand kann mich da noch ein wenig aufklären, dass ich mir hoffentlich um sonst Sorgen mache.

    Im allgemeinen komme ich im Moment eigentlich gut klar und ich weiss jetzt auch wo die Entfremdungsgefühle stärker und schwächer sind. Wenn ich also zu Hause bin und etwas für mich machen kann, nehme ich die DR/DP viel weniger wahr als wenn ich bei der Arbeit bin oder in der Stadt. Diese Menschenmassen bereiten mir noch sehr Mühe und auch in der Schule. Manchmal habe ich wie kleine "Hänger" und muss dann nachfragen, wenn mir jemand etwas erzählt hat. Oder im Zug bemerke ich manchmal im nach hinein das ich die ganze Zeit lang einen Tunnelblick hatte und wie erstarrt war. Zudem kam es auch schon vor das ich Träume hatte, die sehr intensiv waren. Einmal erwürgte mich fast etwas und bin dann schweissgebadet erwacht. Oder mein Spiegelbild kommt mir immer noch fremd vor, wobei ich es in letzter Zeit einfach ignorierte. Oder ich schaue auf meine Hände und Füsse und jaa...ihr wisst ja was man sich danach fragt. Ich denke ihr wisst das ja alle zu gut wie es ist, doch ich wollte einfach mal noch ein paar Praxisbeispiele aufzählen. Übrigens kann ich den Film "Numb - leicht daneben" sehr empfehlen. Er zeigt genau das Bild einer DR/DP wenn auch ein bischen auf der Ebene einer Komödie. Hab mir jetzt auch mal ein Buch darüber gekauft von Matthias Michal (will keine Werbung machen) ;) Ich hätte noch eine Frage...und zwar, ich möchte es irgendwie meinen Eltern sagen und klar machen doch ich weiss nicht wie ich das anstellen soll, da ich Angst vor ihrer Reaktion habe und sie mich villeicht nicht ernst nehmen und meinen ich nehme sie auf den Arm und sie meinen könnten, da es jetzt, seit dem ich es ihnen gesagt habe das ich gekifft habe und eine Pille nahm, schon etwas länger her ist "alles sei doch wieder in Ordnung." Wie soll ich es ihnen beibringen?

    Liebe Grüsse J

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  49. Hallo, J!
    Ich kann zu Deiner Beruhing sagen: Du bist und wirst NICHT schizophren. DR/DP führt NIE zu etwas anderem. Nicht einmal zu Psychosen. Was Du gelesen hast, meint umgekehrt, dass Leute, die an Psychosen oder Schizophrenie leiden, manchmal DR-Episoden haben. Das hat für unsereins nichts zu bedeuten.
    Dass Du Dich zuhause auf etwas konzentrieren und dann die DR vergessen kannst, ist schon ein sehr gutes Zeichen.
    Mit den Eltern würde ich das ganz normal mal ansprechen und schauen, wie sie reagieren.
    Alles Gute!
    Balz

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  50. Hallo B.A.Ruch,

    habe noch mal kurz eine Frage.
    Wie alt sind Sie eigentlich, wenn man fragen darf. Wie wiele Jahre sind Sie schon frei von der DR/DP?

    Viele Grüße!

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  51. hallo erstmal
    ich hin echt froh diese Seite gefunden zu haben. Ich hatte mal vor paar jahren DR damals dachte ich ixh wäre der einzige jeden tah war dieses unangenehme Gefühl da. es ging aber mit der zeit weg ohne das ich groß was dafür getan hab. Ich lebte wieder frei von DR nur ab und zu war es mal da aber für ein paar Sekunden nur. Nun seit etwa 4 wochen leidenich wieder drunter am Anfang hat es gedauert ich raus gefunden hab was das genau ist jetz weiß ich es das meiste habe ich von dieser seite. nun zurück zu mein befinden jetz wird es wieder weniger weil ich jetz aufgeklärt bin was DR angeht Dankeschön den von dieser Seite habe ich das meiste zh DR erfahren. Ich habe aber noch nie mit jemandem drüber persönlich gesprochen weil ich angst hab die Leute denken ich wäre verrückt... Liebe Grüße

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  52. Hallo B.A.Ruch,

    bei mir hat sich leider noch nichts geändert. Frag mich echt teilweise, ob ich aufgeben soll oder weiter machen. Mir kommt es teilweise so vor, als wenn es immer schlimmer wird. Irgendwie ist ein Traum teilweise intersiver, als meine Empfindungen im Moment. Ist echt ein schlimmes Gefühl!

    Wie ist es eigentlich bei Ihnen mit den Medikamenten. Nehmen sie die noch, oder konnten sie die jetzt wieder absetzten in ihren DR/DP freien Zeit?

    Bin leider auch immer noch auf der Suche nach einem Psychiater. Mal schauen, ob ich irgend einen erwische, der mal einen Termin frei hat.

    Gruß

    Willy

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  53. Hallo, Willy

    ich kann Ihre Sorge gut nachvollziehen. Wenn man drin steckt, scheint es immer schlimmer zu werden. ABER, das muss nicht sein. Vergessen Sie nie, dass Sie diese Zustände schon früher sogar ganz von selber wieder in den Griff bekamen. Was tat Ihnen damals gut?
    Wenn die Suche nach einem Psychiater sich als kompliziert entpuppt, würde ich Ihnen raten, vorher halt einen nicht krankenkassenpflichtigen Therapeuten oder Seelsorger aufzusuchen. Wichtig ist, dass Sie mit jemandem über Ihre Situation und über den Tagesablauf sprechen können. Das hilft schon sehr, denn es führt einen aus der Isolation hinaus.

    Wenn Sie dann einen Psychiater oder Arzt, der sich auskennt, finden, können Sie auch mit den Medikamenten arbeiten. Ich selbst habe noch lange NACH der eigentlichen DR und nachdem ich die Antidepressiva abgesetzt habe täglich Johanniskrautpräparate zu mir genommen. Das stabilisierte die Gesamtgemütslage.

    In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Erfolg bei der Suche nach einem Gesprächspartner.
    Alles Gute!
    Balz Ruch

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  54. Hallo B.A.Ruch und Danke für die schnell Antwort!

    Wenn ich zu viele Fragen hier stelle, dann sagen sie bitte bescheid. Aber ist halt immer schön von jemanden zu hören, der das ganze gut überstanden hat.

    Johanniskrautpräparate sind aber ja nicht mit chemischen Antidepressiva zu vergleichen, oder sehe ich das falsch? Die nimmt man doch mit gutem Gewissen weiter. Nebenwirkungen halten sich doch eher in Grenzen, oder?

    Gruß

    Willy

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  55. Hallo, Willy

    Sie können so viel fragen, wie Sie wollen. :-) Ich schaffe es allerdings kaum, täglich den Blog anzuschauen, daher dauern meine Antworten unterschiedlich lang. Manchmal hat aber auch jemand anderes eine gute Antwort parat. Sind natürlich alle herzlich willkommen.

    Johanniskraut ist tatsächlich nicht mit SSRI zu vergleichen. Sie sind zwar bei leichten bis sogar mittleren Depressionen nachweislich hilfreich. Aber chemische SSRI sind da schon noch eine andere Kategorie. Die halfen mir zuerst einmal einfach auch aus der dauernden Beschäftigung mit der Scheibe heraus zu steigen. Danach war Johanniskraut einfach eine prophylaktische Sache, um die Gesamtstimmung stabil zu halten. Nebenwirkungen hatte ich keine. (Leute, die hellhäutiger sind als ich, bemerken hingegen Hautreaktionen an der Sonne, manche kriegen auch einen unruhigen Magen...).

    Ich könnte mir vorstellen, dass Sie auch einen Hausarzt auf SSRI ansprechen könnten?

    Alles Gute!
    Balz Ruch

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  56. hallo B.A. Ruch

    ich bin seit nun anderthalb monaten DR und DP . diese sind ausgelöst worden durch einen horrortrip nach magic mushrooms bzw. einem dieser pilze. die angst verflog jedoch als ich mich hinlegte und am nächsten morgen aufwachte ...ich hätte es wahrscheinlich auch einfach ignoriert wäre ich nicht in diesem derealisierten dämmerzustand aufgewacht.
    die erste woche konnte ich kaum essen und habe panikanfälle mit herzrasen etc bekommen da ich mir meinen zustand nicht erklären konnte. ich fühlte mich und die dinge und menschen um mich herum nicht mehr wie früher. alles war so fern und unreal. ich fühlte mich wie in einem glaskasten voller wasser abgetrennt von der aussenwelt. und schon fingen die gedanken an zu kreisen .
    was wenn alles nur eine illusion wäre und vllt schon IMMER war? was wenn ich im koma liege wegen der drogen oder sabbernd in der irrenanstalt sitze und mir das alles ausdenke ?
    nun diese fragen beschäftigen mich nun seit geraumer zeit . ich bin in psychologischer behandlung, nehme medikamente usw.
    meine frage währe da sie erwähnten sie fühlten sich "wie in andere welten versetzt" und "sie entwickelten eine hypochondrische ader und vermuten immer das schlimmste" würde sich das decken mit den fragen die ich mir gestellt habe? haben sie auch über so etwas nachgedacht? und wenn ja wie sind sie da wieder rausgekommen?
    ich wäre ihnen für eine antwort sehr dankbar

    Gruß Nils

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  58. hallo B.A. RUCH
    danke für die schnelle und ausführliche antwort. ich bin jetzt schon ein stück erleichtert darüber das solche gedanken anscheinend nichts ungewöhnliches sind, nur mein problem ist wirklich mich davon zu lösen . ich meine wie kann es leicht sein zu sagen : "mir ist es völlig egal ob alles echt ist oder nicht". ich weiss zwar auch das es sowieso nicht stimmt aber die zweifel halten einen gedanklich echt fest im griff. ich versuche es jetzt mit den oben genannten achtsamkeitsübungen man könnte sagen ich bin endlich mal wieder halboptimistisch :) das ist ja schonmal ein schritt denke ich. ausserdem bin ich über das forum dp-selfhelp auf diverse erfolgversprechende konzepte zum lösen der problematik gestossen die es nun abzuarbeiten bzw. durchzulesen gilt.
    herzliche grüsse
    Nils

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  59. hallo Nils und alle andern
    Ich (J) melde mich wieder mal... Nils ich kann dich sehr gut verstehen und weiss wie es sich anfühlt. Ganz am Anfang hatte ich auch solche quälende Gedanken und Befürchtungen. Ich dachte auch ich wäre schon längstens im Krankenhaus und liege im Koma und bin nun in meiner "Scheinwelt" gefangen oder ich liege irgendwo verwahrlost in einer Gasse und bin auf Drogen hängen geblieben und bilde mir das alles ein aber komme nicht da raus aus dieser "Unrealen Welt". Doch irgendwann dachte ich das kann nicht sein das ist alles viel zu abstrakt. Ich wusste ja was alles passiert ist nach dem ich diesen Horrortrip hatte (habe eine Pille genommen und anschliessend noch gekifft) und ich weiss noch was vor dem Horrortrip passiert ist. Irgendwann legen sich diese Gedanken von selbst, doch die DR/DP habe ich nach wie vor. Ich habe immer noch angst eine Psychose zu bekommen oder Schizophren zu werden. Vorletzte Woche habe ich so sehr im Internet darüber gelesen, dass ich mir fast schon irgendwelche Symptome einbildete :( Eigentlich weiss ich ja das DR/DP nicht dazu führt aber ich habe einfach noch grosse angst davor das ich den Draht zur Realität verliere. Obwohl ich mich bis jetzt eigentlich immer beherrschen konnte nur die Angst ist einfach da die Kontrolle zu verlieren. DR/DP -frei bin ich, wenn ich mich extrem auf etwas einlasse und mich sehr darauf konzentriere. Habe nun mit neuen Beschäftigungen/Hobbys begonnen und gehe nun regelmässig jede Woche in der Halle klettern und habe mit Malen angefangen. Das beruhigt mich sehr, obwohl ich die Gefahr sehe, mir wieder selbst im Weg zu stehen durch meinen Perfektionismus. Aber es soll mich ja hauptsächlich ablenken. Versuche auch die Situationen in denen ich mich unwohl fühle nicht zu vermeiden und mich dort der Angst zu stellen. Es ist echt nicht schön so zu leben und es erfordert auch sehr viel Energie sich an jedem neuen Tag aufzurappeln. Ohne meine Freundin würde ich wohl nicht so stark sein und weiter machen. Leider habe ich so ziemlich die meisten meiner Freunden verloren, da sie eigentlich alle kiffen und am Wochenende immer einen drauf machen wollen. Doch ich habe durch dieses Erlebnis eine solch starke Abneigung gegenüber allen bewusstseinsverändernde Substanzen entwickel, dass ich nicht mal mehr Alkohol trinke. Darum meide ich nun auch Leute die nur ständig zugedröhnt sein wollen und nichts besseres Wissen mit ihrer Freizeit anzufangen. Ich habe gegen diese Leute nichts aber ich habe damit abgeschlossen.

    Naja ich hoffe es geht jetzt immer wieder ein wenig weiter bergauf und kann immer besser damit umgehen. Würde mich auf weiteres von dir freuen.
    Grüsse J

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  60. hallo an J und alle anderen

    mir gehts leider deutlich schlechter ...ich hab mich so in philosophische probleme reingesteigert das ich es alleine nicht mehr ausgehalten habe und mich vorübergehend selbst eigewiesen habe. ich glaube mittlerweile zum teil das die welt vllt nicht real ist und alle menschen die ich liebe ebenso. glaubt mir das ist das schlimmste was mir jemals passiert ist und mir passieren kann.
    ich habe seit heute einen platz in einer tagesklinik und werde behandelt, wie das wird sich demnächst zeigen. ich weiss nur folgendes : ich kann es mir nicht leisten das risiko einzugehen zu glauben das die leute die ich liebe unecht sind...keine ahnung wie ich mich jemals von dem gedanken befreien kann denn diese philosophen scheisse schwirrt in meinem kopf herum und lässt mich alles hinterfragen. ich hoffe das euch sowas nie passiert.

    Nils

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  61. Lieber Nils

    ich hoffe, der Klinikaufenthalt bringt etwas Ruhe in das Ganze. Lassen Sie es sich gesagt sein: die Leute, die Sie lieben, sind REAL. Genau wie Sie auch real sind. Wie ich es auch bin -obwohl ich in ähnlichen Zwanggedanken gefangen war wie Sie jetzt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass unter diesem Gedankenkreisen eine Angstproblematik steckt. Diese müssen Sie nun angehen, ich nehme an, dass die Aerzte in der Klinik damit umgehen können.
    In diesem Sinne wünsche ich Ihnen alles Beste!
    B. Ruch

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  62. Hallo BA Ruch,

    Ich hoffe auf Hilfe aus meiner schwerer Phase.

    Also angefangen hat es bei mir vor ca. 6 Wochen, ich erlitt erstmals eine Panikattacke. Ich vermutete ein Herzinfarkt, natürlich war es das nicht, also redete ich mir ein Tumor ein... Naja drum und dran wurde alles abgeklärt (Blutbild, CT, MRT, Lunge geröntgt) natürlich war alles Top in Ordnung. Also redete ich mir Psychose ein (kontrollverlust, Schizophrenie) und diese Angst blieb bei mir, es ist eine anhaltende Angst. Ich würde diese Angst auch als Todesangst beschreiben, weil ich ja auch Angst habe das meine momentane Angst bleibt und ich nie wieder mein altes Leben führen kann. Mit meiner zauberhaften Freundin, Familie und Freunden normal umgehen kann.

    Naja dadurch war ich vor 2 Wochen beim Psychater, der mir Elontril und Opipramol verschrieb. Und ich bin
    aber absolut kein Tabletten Freund (habe auch noch nie Drogen genommen) und meine Zustand verschlechterte sich nach 2 Tagen noch mehr, also lies ich die Tabletten wieder sein. Redete mir die wirrsten Dinge ein, das ich durch diese Tabletten jetzt auf jeden Fall Psychosen bekomme und Schizophren werde. Und dadurch pegelte sich bei mir ein DP/DR Zustand ein. Seitdem bin ich in meine Gedanken nur noch woanders und extrem abwesend. Alles geht an mir vorbei. Weil ich einfach keine Hilfe wusste, hab ich mich selbst in eine Klinik eingewiesen (für Psychosomatische Probleme, also Angstzustände)

    Aber mein DP/DR ist auch dort so extrem das alles an mir vorbei geht und auch teilweise in Panikattacken endet. Kann mich nicht auf die Gespräche oder Therapien konzentrieren. Mein Körper bewegt sich einfach nur aber ich kann es nicht verinnerlichen. Selbst Tischtennis spielen fällt mir extrem schwer weil ich mich nicht darauf konzentrieren kann.

    Daher meine Frage ??? Was soll ich nun um mich auf was anderes abzulenken ??? Mit Sport klappte es nicht, Tischtennis klappt es nicht, auf ein Film kann ich mich auch nicht konzentrieren, selbst das lesen und schreiben fällt mir schwer mich darauf zu konzentrieren, da geht alles an mir vorbei und fällt mir schwer. Ich bin pausenlos auf meine Angst, das die Angst bleibt bzw. die DP/DR bleibt das ich mich nur darauf versteifen kann.

    Was kannst du mir nun empfehlen, dadurch das ich wirklich keine Medikamente nehmen möchte empfehlen ??? Bin wirklich extrem verzweifelt, für mich fühlt sich der Zustand immer extremer an.

    Hoffe auf eine schnelle Antwort von dir, danke im Voraus.

    Mfg

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  63. Lieber Anonym

    Ferndiagnosen sind natürlich schwierig. Ich weiss auch nicht, warum du vor 6 Wochen eine Panikattacke erlitten hast und ob du schon früher anfällig warst für gewisse Angstproblematiken.

    Du schreibst, dass der Psychiater dir 2 Medis verabreichte, aber hat er mit dir auch so etwas wie eine Gesprächstherapie geführt? Ich kann mir vorstellen, dass du der Lösung des Problems näher kommst, wenn du heraus findest, was die erste Panikattacke ausgelöst hat. Der Rest scheint ja eine Folge davon zu sein, und zwar, weil du dir keinen Reim machen kannst, wieso so etwas passiert ist.
    Wenn man nicht versteht, was mit einem passiert, steigert man sich in die schlimmsten Befürchtungen und das löst Ängste aus. Ängste wiederum fördern den DR-Zustand. Es ist also in erster Linie eine Frage des Verstehens, was mit einem passiert. Deshalb fände ich es EXTREM WICHTIG, dass du jemanden zum Reden hast. Der Psychiater -falls er auch Therapeut ist- oder sonst einen Psychologen, der mit dir diese Panikattacke und den Umgang mit der Angst angehen kann.
    Vielleicht liegt hinter der Panikattacke eine alte Erinnerung von früher zugrunde. Die aufzuarbeiten würde dir schon weiter helfen.
    Vielleicht liegt eine generalisierte Angststörung vor. Bei der flottiert die Angst in eine frei herum und sucht sich immer wieder einen neuen Gegenstand. Viele mit DR kennen das: am Anfang ist die Angst, dass man körperlich etwas hat. Wenn man alles gecheckt hat und gesund ist, geht die Angst dahin, dass man meint, man werde schizophren etc. Auch diese Angst ist unbegründet. Weder von DR noch von Medikamenten (erst recht wenn man sie, wie du, nur wenige Tage genommen hat) ist jemals jemand psychotisch oder schizophren geworden. Das geht gar nicht.
    Irgendwann richtet sich die Angst nach sich selbst, d.h. man hat Angst vor der Angst. Dass sie nicht mehr weggeht etc. All diese Mechanismen sind einem Psychologen sehr gut bekannt. Das ist für einen selbst in dem Moment zwar kein Trost, aber immerhin kann man verstehen, dass die menschliche Seele auch nach gewissen natürlichen Gesetzen funktioniert. Und die kann man auch positiv beeinflussen. Bei Angststörungen haben sich z.B. Verhaltenstherapie und kognitive Gesprächstherapie sehr gut bewährt.
    D.h. ich würde dir unbedingt anraten, einen Professionellen zu suchen, mit dem du so arbeiten kannst. Das KANN der Psychiater sein, aber sonst eben auch ein Psychologe.
    Und dann ist noch die Sache mit den Medikamenten. Mir gings lange genau wie dir. Ich hasste die Vorstellung, Medis zu nehmen, ich hatte sogar etwas Angst davor.
    Irgendwann probierte ich es doch. Das erste Medikament brachte gar nichts. Das zweite hingegen erreichte nach ein paar Wochen eine Wirkung, die sich dann in den nächsten Monaten sehr gut entfaltete.....
    Teil 2:

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  64. hier Fortsetzung:
    Nun ist es so: dein Psychiater hat dir 2 Antidepressiva verschrieben (zusammen oder nacheinander? ich nehme an, da nur 2 Tage genommen zusammen)
    An sich ist das der sanfteste Weg. Antidepressiva unterstützen die Genesung und diese Art von Gesprächstherapie sehr. ALLErDINGS: Zu Beginn kann jedes Medikament unangenehme Nebenwirkungen haben (meist körperlicher Art...komischer Magen, Jucken, aber auch anderes).
    Man sagt, dass nach 1 Woche oder so die Nebenwirkungen verschwinden, weil der Körper sich an den Wirkstoff gewöhnt hat. Dann muss man aber auch Geduld haben, wie gesagt, SSRI-Antidepressiva wirken erst nach ein paar Wochen --dann aber immer besser und sehr nachhaltig.
    Auf lange Sicht kann das also schon auch eine Option sein. Aber natürlich ist es dein eigener Entscheid, ob du Medikamente probieren willst oder nicht.

    Das sind so eher grundsätzliche Sachen. Was IM MOMENT helfen kann --bei mir zumindest war das so-- waren Sachen, bei denen ich meinen Körper spürte. Das konnte auch langsames Schwimmen sein, Sauna oder still dasitzen und mich auf den Atem konzentrieren, oder Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen. D.h. alles, was den gesamten Organismus beruhigte und mich in meinen Körper fühlen liess.

    Ich hoffe, dir ein paar Ideen gegeben zu haben. Wichtig ist, dass du weisst, du KANNST aus diesem Zustand aussteigen. Akzeptiere ihn aber zuerst, anstatt ihn zu bekämpfen. Lass dir Zeit und gehe es ruhig an. Man braucht halt einige Geduld, das sagen alle, die an DR und Ängsten litten und dann wieder raus kamen.
    In diesem Sinne ALLES, ALLES GUTE!
    Balz

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  65. Danke schon mal für Ohr und schnelle Hilfe.

    Ja er verschrieb Elontril und Opipramol ohne Gespräche mit mir zu führen. Er war einfach der Meinung, ich muss das jetzt nehmen sonst geht's einfach nicht. Aber wie gesagt dadurch redete ich mir extremere Nebenwirkungen ein die mich noch ängstlicher machen. Deswegen möchte ich eigentlich keine Medikamente.

    Und wie gesagt seit Donnerstag bin auf Station zur Behandlung für Depressionen und Angst, was ich aber bis jetzt nicht für hilfreich empfinde, weil meine Angst und DP/DR größer wird und die Gespräche mir meine Angst nicht nehmen. Ich bin total ängstlich und schaffe es einfach nicht mit abzulenken. Glaube das ich mich nicht bewusst ablenken kann ist das größte Problem. Das ist halt so ne Angst die im Tagesverlauf schlimmer wird und mich immer weniger ablenken kann.

    Und mit den Medis bekomm ich einfach nicht hin, habe zu große Angst vor den Nebenwirkungen, da konnte gar nix mehr essen und schlafen. Schlafe halt momentan auch extrem schlecht. Diese Ferne von der Partnerin ist auch schwierig und nicht schön.

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    1. Lieber Anonym

      ich kann Dir gut nachfühlen. Als ich in meiner schlimmen Phase eine Woche auf Schlafkur war (weil ich nicht mehr schlafen konnte), war es sehr unangenehm. Die gewohnte Umgebung aufzugeben, machte das Ganze zuerst scheinbar schlimmer. Erst im Nachhinein merkte ich, dass in der Woche ein paar wichtige Weichen gestellt wurden.
      Das erste war, meinen Schlafrhythmus wieder in den Griff zu kriegen. Da halfen bereits HALBE Benocten-Tabletten. Wirklich nur die Hälfte. Und nach einigen Tagen fühlte ich mich zumindest körperlich schon besser.
      Dass Dir die Gespräche bisher nichts gebracht haben, ist nicht verwunderlich. Eine Gesprächstherapie ist eine längere Sache, da reichen ein paar Stunden natürlich noch nicht. Du kannst das Ganze als längerfristiges Projekt anschauen. Wenn Du wieder in Deinem gewohnten Umfeld bist, suche Dir unbedingt einen Psychologen, der das Ganze mit Dir anschaut.
      Ich will Dir einfach Mut machen; denn ich weiss, im MOMENT meint man, es sei eine aussichtslose Sache. Aber das stimmt überhaupt nicht. Nicht nur unser Körper, auch unser Geist hat ungeheure Selbstheilungskräfte, die muss man einfach -eben mit der in meinem Blog beschriebenen Strategie- ankurbeln. Dann braucht es halt auch Zeit.
      Wenn ich nämlich Deinen letzten Eintrag hier lese, hab ich das Gefühl, dass Du beim Schreiben ziemlich "DA" und klar im Kopf warst. Womöglich hast Du Dich diese wenigen Minuten, wo Du den Blog gelesen und Deine Kommentare geschrieben hast, ziemlich gut konzentrieren können. Ist auf jeden Fall mein Eindruck. Und das heisst, dass Du sehr wohl Dich ablenken -bzw. auf etwas fokussieren kannst. Die Frage ist nur, worauf. Ich bin sicher, wenn Du jemanden findest, der Dir im Gespräch das Gefühl vermitteln kann, dass er Deinen Zustand versteht und den Mechanismus durchschauen kann, Du dann von diesen Gesprächen enorm profitieren wirst.

      In diesem Sinne: schau mal, was die nächsten Tage in der Klinik bringen. Wenn sie nichts bringen, ist das gar nicht so schlimm. Du kannst Dich dann zuhause nach einer geeigneten Hilfe umschauen. Und dann kann Dich auch Deine Partnerin und/oder Deine Familie dabei unterstützen.

      Alles Gute wünsche ich Dir!
      Balz

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  66. hallo leute
    ich bin ja jetzt seit mitte letzter woche in der tagesklinik. es geht mir überraschender weise besser da man dort sofort alles besprechen kann und dadurch natürlich schnell beruhigt wird...aber in letzter zeit passieren mir enorm viele zufälle in die ich dann irgendeine bedeutung reininterpretiere ... anscheinend bin ich paranoid geworden , ich hoffe das legt sich wieder ... die ärzte nennen das "bedeutungserleben" ...die frage ist hat jemand von euch auch sowas gehabt , so ein umgekehrtes denken das immer mehr in richtung "verschwörung" tendiert?

    Mfg Nils

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  67. hallo leute ... heute ist das erste mal wieder ein schlechter tag , ich könnte echt heulen , es ist so verdammt entmutigend . ich dachte jetzt gehts aufwärts ...ich hoffe das das nur ein kleiner rückschlag ist. ich hoffe ich werde jemals wieder normal ....ich hab einfach keine lust mehr ständig in angst zu leben das alles vllt unreal ist ...
    mfg Nils

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    1. Das kenne ich nur zu gut, von den Rückschlägen ist man sehr enttäuscht...

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  68. Lieber Nils

    das ist normal. Es geht nie NUR aufwärts, sondern die Heilung ist ein langsamer Prozess, der in der Art von "zwei Schritte vorwärts-wieder einer zurück" verläuft. Schlechte Tage können vorkommen. Wenn man vorher aber ein paar gute Tage gehabt hat, scheint der "schlechte" Tag ganz schlimm zu sein...WEIL MAN IHN VERGLEICHT mit den guten Tagen davor. Hingegen müssen wir umgekehrt Hoffnung aus den guten Tagen schöpfen, im Sinne von: "Aha...da ging es schon etwas besser, das ist ein gutes Zeichen, jetzt einfach mit der Ruhe weiter so - es kann offenbar jederzeit wieder besser werden"
    Viel Geduld und alles Gute!
    Balz Ruch

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  69. hallo und danke B. A. Ruch für die abermals aufmunternden worte...das hilft mir wirklich sehr.
    zu meinem zustand muss ich sagen das er sich schon gebessert hat was mir erst garnicht auffiehl aber im nachhinein betrachtet doch schon merkbar war. mein wirkliches 'hauptproblem' ist einfach das ich alles negative auf mich beziehe so in etwa : 'geht es mir deswegen so?'
    mittlerweile ist das was ich auf mich beziehe gefestigt bzw eine klare angst vor etwas ganz bestimmtem geworden , so eine art matrixdenken nur das ich halt komplett alleine bin . es ist für mich schwierig zu denken das man mir helfen kann ohne einen beweis dafür das die welt nun doch keine computersimulation ist ...ich halte das jetzt einfach mal für die gedankenketten auf die man sowieso keine finale antwort bekommt , die sich jeder mit DP macht. ich halte es im moment nur für nicht wahrscheinlich sie loszuwerden. habe auch das gefühl ich spamme ihren blog zu mit meinen problemen und beunruhige dadurch andere die eigentlich wegen lösungvorschlägen hier sind und nicht um weiteres panikfutter zu bekommen ...ich kenne nur leider niemanden mit DP persönlich :(
    mfg Nils

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  70. Lieber Nils

    Sie spammen nicht den Blog zu. Dazu ist der Blog ja da. Andere können Ihnen auch schreiben und so ermutigen.
    Die negativen Gedankenketten gehören wirklich zum ganzen DR-Bild. Sie sind der Versuch unseres Geistes, sich einen Reim zu machen auf den WIderspruch zwischen Wissen (dass man da und real ist und alles real ist) und dem Gefühl, dass sich alles so unwirklich anfühlt. Sobald sich der Gesamtzustand beruhigt, d.h. das Stressniveau gesunken ist, gehen auch diese Gedanken wie von selbst wieder weg.
    Das Ganze braucht Zeit, aber Sie sind schon auf dem richtigen Weg.
    Alles Gute!
    Balz Ruch

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  71. Hallo Zusammen,
    Vor einigen Monaten schrieb ich hier auch über meine Situation und dass ich eine Therapie angefangen habe. Ich möchte nun hier an dieser Stelle ebenfalls Mut machen und zusammen fassen wie es bei mir abglaufen ist.
    Nach meiner Panikattacke verfolgten mich die Ängste und die verworrensten Gedanken ebenfalls. Ich dachte es würde nie mehr enden und mich würde die Last dieser Angst erdrücken da ich auch immer wieder Rückfälle hat nachdem ich dachte jetzt geht es wieder Bergauf.
    Heute weiss ich, dass diese Rückfälle ganz normal sind wie B.A.Ruch auch schon schrieb. Man kann es sich auch als ein Echo vorstellen. Das ebbt mit der Zeit ab und kommt Anfangs in kürzeren Intervallen. Genauso war es bei mir. Es braucht seine Zeit bis das Gehirn wieder gewohnter Muster nachgeht ohne in allen Situationen etwas bedrohliches zu sehen. So ein Panikattacke schüttelt unseren Geist ganz schön durcheinander.

    Meinen letzten Rückfall hatte ich letztes Jahr um die Weihnachtszeit. Ich war angespannt, weil ich nicht mit der Familie im grossen Kreis feiern konnte da mir zu diesem Zeitpunkt grösse Menschenansammlungen noch arg Mühe bereiteten. Ich hatte das Gefühl jeden Menschen gleichzeitig wahr zu nehmen..was sie denken und was sie fühlen..ich konnte mich nicht abgrenzen oder nur auf eine Person konzentrieren. Die Überaufmerksamkeit blockierte den sonst so notwendigen Filter um in solchen ganz normalen Situationen normal zu funktionieren - so sehe ich das jetzt.

    In meiner Therapie konnte ich all dies besprechen und was auch ganz wichtig war: Ergründen warum ich überhaupt eine Panikattacke hatte - Was in mir vorgeht und ich habe mich während der Therapie viel besser kennen gelernt. Die Sitzungen am Anfang waren oft sehr hart da wir uns so intensiv mit meiner Angst auseinander setzten. Was mich immer wieder motiviert hat daran weiter zu arbeiten, war zu einem dieses Online-Buch(wie eine DP/DR verläuft)hier und das ich aus der Therapie wusste - es wird kein Spaziergang aber am Ende ist ein Licht am Tunnel. ;-)
    Unterstützung durch Medikamente bekam ich durch ein Beruhgungsmittel welches ich im Notfall genommen habe.

    Jetzt sitze ich hier nun und kann das alles schon aus weitere Distanz betrachten. Holzklopfen: es verläuft wieder alles geregelter ;-) Ich habe aber nicht aufgehört Aufmerksamkeitsübungen zu machen oder Kiloweise Walnüsse zu essen. Das ist auch weiterhin hilferreich in meinem Fall.

    Es ist wirklich kein einfacher Weg, aber er ist überwindbar. Es gibt so viele Menschen, die es da wieder raus geschafft haben..(ich kann mich jetzt wohl dazu zählen :o) )es geht..es ist möglich.

    Alles Gute ihnen allen und Liebe Grüsse


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    1. Liebe Janine

      vielen Dank für Ihre wiedermal ermutigenden Zeilen!
      Und es freut mich sehr zu hören, wie viel besser es Ihnen geht!
      Es zeigt -und das ist für viele wichtig- , dass eine gute Therapie wirklich weiterhelfen kann.
      Und dass man auch dann natürlich Geduld braucht. Aber die zahlt sich aus.
      Weiterhin alles Gute!
      Viele Grüsse
      Balz

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  72. hallo
    für mich ist es schwer zu begreifen das das nur an der DP liegt das ich diese gedanken habe. vllt das ich überhaupt in die richtung gedacht habe ...okay das kann sein ...aber wird selbst jemand ohne DP nicht verrückt vor angst wegen dieser computersimulationsgeschichte? oder sagt der dann einfach weil er nen filter im kopf hat "das betrifft mich nicht" "das ist nicht echt"? ...man kanns halt nicht widerlegen zumindest kann ich es nicht... und ich versuche mich auch enorm abzulenken mit allem möglichen ...heute brachen die gefühle durch ...erst hatte ich starke angst befürchtete einen rückfall und dann musste ich plötzlich weinen und danach ging es mir für eine halbe stunde fast wieder gut. sind das diese phasen die zeigen das man schon auf dem weg der heilung ist? ich weiss nämlich nicht wie ich das einordnen soll...ich weiss nur das es gut getan hat die gefühle mal rauszulassen
    mfg Nils

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    1. hallo, Nils

      ja, diese Gefühls-ausbrüche oder -durchbrüche sind EXTREM HEILSAM! Ich weiss noch, dass ich manchmal extrem traurig oder -noch besser- extrem wütend wurde. Danach aber ging es sehr viel besser. In der Therapie erarbeiteten wir dann einiges, was meine Kindheit anbelangt und woher diese extremen Gefühle kamen. Das half enorm, mich wieder realer zu fühlen, d.h. auch wenn die Gefühle unangenehm waren, waren sie REAL! Und das ist ja genau das, was die Scheibe zudeckt. Sie ist ein "Schutz" gegen zu extreme Gefühle. Aber wenn wir die Gefühle zulassen, weicht das die Scheibe auf. So habe ich das immer erlebt.
      Viele Grüsse!
      Balz Ruch

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  73. Hallo Hallo B.A.Ruch,

    ich bin es mal wieder. Bei mir hat sich leider noch nicht wirklich was geändert. Versuche es immer mit früher zu vergleich, ob es noch schlimmer ist, aber dafür ist das letzte mal zu lange her, um das wirklich noch vergleichen zu können.

    Möchte Ihnen ganz gern noch mal ein paar Fragen stellen, um vielleicht doch wieder Hoffnung zu bekommen.
    Ich sitze bei der Arbeit und unterhalte mich, aber eigentlich fühle ich mich gar nicht da. Irgendwie fehlt irgendwie total ein Lebensgefühl, kennen Sie das auch.

    Oder ich liege zusammen mit meiner Freundin zuhause auf dem Sofa am TV schauen. Es ist auch alles ganz nett, aber irgendwie fühle ich mich gar nicht so richtig da.
    Als wenn ich nicht mehr der bin, der ich mal war. Wenn ich mich dann mit ihr unterhalte ist es auch so, als wenn ich mich selber gar nicht unterhalte, als wenn es nur irgendwas ist, was da abläuft. Schwer zu beschreiben. Habe halt kein wirkliches Gefühl mehr "da zu sein". Es fehlt total ein körperliches Lebensgefühl.
    Ist schwer zu beschreiben. Kennen Sie das auch alles so. Am schlimmsten ist halt wirklich, das man sich selber nicht fühlt.

    Gruß

    Willy

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  74. Hallo, Willy

    ich kenne das nur zum Teil. Und zwar, weil ich meinen Körper immer gespürt habe. -Ich musste mir zwar manchmal auch sagen, dass es MEIN Körper ist- aber, es war klar, dass ich beim Sport, bei der Atemachtsamkeitsübung, beim Kuscheln mit der Freundin, beim Essen etc. etwas spüre.

    Das mangelnde Lebensgefühl, das Sie beschreiben, kann auch Teil einer depressiven Verstimmung oder Depression sein. Von daher wäre es wirklich hilfreich, wenn Sie mit einer Fachperson darüber sprechen könnten. Vielleicht kann Ihnen Ihre Freundin bei der Suche helfen?
    Viele Grüsse
    Balz Ruch

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  75. Danke für die schnelle Antwort,

    spüren tue ich ja auch etwas. Wenn ich mich kneife oder kuschel, fühle ich schon was. Aber irgendwie wirkt es alles so weit weg, als wenn ich es irgendwie gar nicht bin, der da kuschelt.

    Und das Lebensgefühl bezieht sich in der erster Linie auf dieses Fremdheitsgefühl. Ich fühle mich halt nicht so, als wenn ich das so richtig bin und, und...

    Dann habe ich ja doch nicht so gute Vorraussetzungen da wieder raus zu kommen, wenn Sie mehr oder weniger sagen, das es bei Ihnen nicht so schlimm gewesen ist.
    Sie haben mir bisher ziemlich Hoffnung gemacht, weil es klang so, als wenn es bei Ihnen noch viel schlimmer war und Sie da auch wieder raus gekommen sind. Aber dieses Gefühl dieses Selbstentfremdung kennen Sie gar nicht so, das Sie Ihre eigene Stimme für Fremd empfinden und so.

    Viele Grüße

    Willy

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    1. Hallo, Willy

      doch, doch, Sie haben die genau gleichen Voraussetzungen wieder heraus zu kommen wie ich. Vielleicht haben wir uns missverstanden. Es gibt Menschen, die spüren auch ihren Körper nicht mehr richtig, das wäre dann eine stärkere Depersonalisation (statt wie bei unsereins eine Derealisation). Wenn Sie sich spüren, wenn Sie sich kneifen, dann ist ja das Körpergefühl DA. Sie fühlen den Körper. Das meinte ich damit. Das ist schon mal gut. Dass es sich weit weg anfühlt oder eben unreal, das wiederum kenne ich natürlich sehr wohl. Aber ich hab dann die Augen geschlossen und das Körper-Gefühl bewusst wahrgenommen, so als Übung. Und eben mit Sport, Schwimmen, Sauna etc.

      Zudem muss man sagen, dass nicht jeder genau dieselben Symptome entwickelt. Das heisst, auch wenn Sie nicht dieselben Symptome haben wie ich sie hatte, hat das mit den Voraussetzungen-wieder-herauszukommen nichts zu tun. Jeder ist anders. Aber das Grundproblem, das unter der "Scheibe" liegt, das gilt es für uns alle anzugehen.
      Von daher will ich Sie beruhigen! Sie können es wirklich schaffen!
      Alles Gute!
      Balz Ruch

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  76. hallo

    heute ist was seltsames passiert ...scheint wohl ne seltsame woche zu sein ...auf jedenfall war ich von einem moment auf den anderen fast völlig klar also die DR war sehr schwach... die gedanken und ängste die ich über die wochen hatte wurden , wenn auch nur für eine stunde , erklärbar und oder schwachsinnig. das ist doch mal ein gutes zeichen :) anscheinend begünstigt die DR wirklich solche gedanken...nicht das ich ich euch nicht geglaubt hätte aber jetzt hab ichs auch mal gemerkt :D

    mfg Nils

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  77. Hallo, Nils

    das ist ein sehr gutes Zeichen. So beginnt der Heilungsweg. Ich verglich damals meine Scheibe mit einem Käse. Irgendwann kam es vor, dass die Scheibe eine Stunde oder weniger weg war. Es war wie ein Loch im Käse. Mit der Zeit wurden es immer mehr Löcher...wie ein Tilsiterkäse :-)

    Die Zwanggedanken werden weniger von der DR begünstigt als umgekehrt. Die Angst, die unter allem liegt, führt zu seltsamen Gedanken und zu Derealisation. Wenn man die Angst angeht, schwächt das die DR UND die seltsamen Gedanken parallel.

    Also, weiter so!
    Alles Gute
    Balz

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  78. Hey leute

    Hatte heute wieder richtige angstanfälle und sogar eichtige kopfschmerzen vor angst ... Aber erst ab der 2 ten hälfte des tages . Davor war fast alles wie früher :) ich weiss ja jetzt das das normal ist , ich geb nicht auf . Es ist verdammt schwer für mich in der angstsituation logisch zu denken aber na ja so ist das wohl ... Innem jahr lach ich drüber und wenn ncht dann eben später ... Ich hab keinen bock mehr mich der angst zu beugen .
    Ich bin mir nicht sicher das ich das jemals loswerde oder ob meine Freunde , familie etc real sind ... Ich kann einfach nicht mehr ... Das man nur warten kann nervt abe da muss ich durch .
    Mfg nils

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  80. Hallo, Nils

    ja, das ist normal. Es ist ein Teil des Prozesses. Wenn man eine Therapie macht, braucht es zuerst Zeit, seine Ängste zu verstehen. Wenn man sie verstanden hat, heisst das aber noch nicht, dass sie auch sofort weg sind. Die Gefühle brauchen noch etwas länger als der Verstand. Wir sind keine Maschinen, sondern Menschen. Alles in der Natur geschieht prozesshaft, d.h. wächst und entwickelt sich. Und diese Entwicklungen brauchen Zeit. Man kann Pflanzen säen und sie gut begiessen etc. aber die Geschwindigkeit des Wachstums kann man nicht beschleunigen, sie folgt den natürlichen Gesetzen.
    Und das gilt auch für unser Innenleben. Die (im Moment natürlich nervige) Tatsache, dass Sie jetzt anfangen, gute Tage oder auch gute Stunden zu haben, die sich dann abwechseln mit schlechteren Tagen oder Stunden, zeigt, dass Sie völlig real sind: ihre Seele erholt sich langsam...aber sie tut es nach den natürlichen-realen Gesetzmässigkeiten. Und die beinhalten genau diese Zickzack-Bewegung. Allerdings ist diese Bewegung immer eine Vorwärtsbewegung.
    In diesem Sinne: lassen Sie sich von diesen scheinbaren "Rückfällen" nicht unterkriegen, sondern nehmen Sie es wie ein Sportler. Sie gehen in Führung, dann aber kriegen Sie einen Gegentreffer. Aber Sie werden wieder in Führung gehen etc. Und am Ende des Spiels gehen Sie als Sieger hervor.
    Alles Gute weiterhin und viel Elan für diesen "Match"...
    Balz Ruch

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  81. Danke b a ruch

    Für die abermals aufmunternden worte. Das hilft mit als reslitätdcheck immer ungemein . Dieses szenario was ich auf mich beziehe ist nur leider theoretisch möglich ... Aberbes gibt wohl wasserdichte b eweise dagegen nur wie bereits oben beschrieben beruhigen die mich nicht weil ich natürlich die vermutung habe das sie nicht wirklich irgenndwas beweisen aber ich hab glaub ich einfach nur angst... Ich hoffe ich kann wieder vertrauen in die wirklichkeit fassen so wie früher ... Da kannte ich auch solche szenarien aber hab sie nie auf mich bezogen .

    Also danke vielmals erstmal

    Nfg nils

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  82. Hallo B.A.Ruch,

    erst ein mal Danke für die aufmunternden Worte. Ja, das beschreibt es richtig. Ich spüre schmerz, bzw. ein Kneifen oder auch Streicheln merke ich. Fühle mich als Person halt so entfremdet , das ich mich Frage, ob ich das bin, der da gestreichelt wird oder wie man das beschreiben soll.

    Mittlerweile frage ich mich, ob ich nicht vielleicht so gar Schizophren oder so bin. Endecke mich immer öfter dabei, das ich stark am grüben bin und dabei im Kopf die Unterhaltung schon durch Spiele, als ob ich zum Beispiel schon mit meiner Freundin spreche. Frage mich, ob das normal ist oder eher ein Zeichen für eine Schizophrenie oder Psychose oder so.
    Generell ist im Moment das schlimmste, das es sehr schwer fällt, sich mit jemanden zu unterhalten. Es fehlt einfach das Real Gefühl dafür, das ich das sein könnte, der sich da unterhält.

    Wäre schön, wenn Sie auf meine Gedanken hier noch mal eingehen könnten und sagen, was sie dazu meinen.

    Viele Grüße!

    Willy

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  83. Hallo, Willy
    nein, das hat mit Schizophrenie und Psychosen gar nichts zu tun.
    Von den vielen Berichten,die ich über DR kenne, weiss ich, dass bei einigen das Gefühl stärker ist: "ich bin nicht DA" und bei anderen eher das Gefühl "ICH bin nicht da". Im Prinzip sind das zwei Seiten derselben Medaille. Es sind beide Entfremdungsgefühle und es geht in beiden Fällen um die Selbstbeobachtung und die Aufmerksamkeit, die sich noch schlecht nach aussen richtet.

    Ich hatte in meiner schlimmsten Phase auch grausam Mühe mit Leuten zu reden, allerdings je nachdem mit wem. Ich bemerkte, dass über die Scheibe reden Entlastung brachte. Hingegen brachte es Stress (und erhöhte die DR), wenn man mir meinen Zustand möglichst nicht anmerken durfte (z.B. Gespräch mit Vorgesetzten etc.)

    Es gibt von Berit Lukas ein Buch namens "Das Gefühl ein No-Body zu sein", wo es spezieller um die Selbstentfremdungsgefühle geht (und weniger um die Entfremdung gegenüber der Umgebung).
    Darin werden Therapieformen und hilfreiche Informationen vermittelt. Vielleicht würde Ihnen das Buch etwas bringen?

    Viele Grüsse und alles Gute
    Balz Ruch

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  84. Hallo B.A.Ruch,

    wieder erst mal Danke für die Worte!
    Kennen Sie das Buch selber? Wenn man sich im Internet die Reaktionen zum Buch durch liest, dann scheinen die wirklich hauptsächlich positiv zu sein, aber man liest auch, das es für betroffene vielleicht wieder nicht so positiv ist, weil auch wohl mehr oder weniger drin steht, das selbst wenn man die Grundproblematik besiegt, die DP nicht wieder los wird. Das habe ich jetzt schon oft genug gelesen, das ich wohl nicht wieder gesund werde. Viel Hoffnung habe ich da diesmal auch nicht mehr. Vielleicht habe ich mit den drei Malen, die ich da bisher durch gekommen bin auch alles auf gebraucht. Habe auch schon gehört, das es im Alter schlimmer werden soll. Ist immer wieder schwer sich aufzurichten.

    Noch einmal zurück zu Ihnen. Wie stark kennen sie die DP Gefühle. Wie gesagt, ich empfinde alles oder zumindest das meiste! Geschmack, Streicheln, erkenne mich im Spiegel, sehe auch sonst alles normal.
    Fühle mich halt "nur" unwirklich. Mir fehlen auch die großen Emotionen. Kann wohl über Witze lachen, aber wenn zum Beispiel mein Lieblingsverein ein Tor macht, kann ich mich nicht so intensiv freuen, wie vorher. Sehe andere Menschen von der Optik auch ganz normal, aber irgendwie alles so unintensiv. Ist echt schwer zu beschreiben. Es ist halt irgendwie so, als wäre alles nicht real, ich nicht und die anderen auch nicht. Wie, als wenn man irgendwas beobachtet. Wenn ich mich unterhalte, ist es halt so, das ich alles weiß und auch reden kann, aber ich fühle mich dabei auch unreal oder so. Frag mich dann echt, bin das wirklich ich, der alte Willy der da spricht. Irgendwie ist alles so weit weg.

    Wäre schön, wenn Sie da noch mal was ausführlich zu sagen können, auch wenn ich vielleicht nerve.

    Frag mich halt ganze Zeit, ob es noch Hoffnung für mich gibt. Dann gibt es wieder Tage, wie am Wochenende, wo zwar noch alles genauso fremd ist, aber ich gut damit umgehen kann und mich auch irgendwie besser fühle und glaube, das es irgendwie voran geht, auch wenn das eigentliche Gefühl sich nicht groß verändert hat.
    Ganz extrem ausgedrückt, kann es sein, das man in einem Moment denkt, hat das Leben noch einen Sinn und dann irgendwie wieder kurz ein positives Gefühl hat und man hat wieder Hoffnung. Das kann ziemlich wechseln. Aber will auf alle Fälle noch lange leben und das möglichst wieder gesund!

    Wieder ganz schön viel geworden! Wäre schön wenn Sie auch noch mal intensiv auf alles eingehen würden, wozu Sie was sagen können.

    Viele Grüße

    Willy

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  85. Hallo, Willy

    ja, ich habe das Buch gelesen. Ich fand einiges darin hilfreich, anderes weniger. Das ist natürlich immer so. Die besten Bücher zum Thema fand ich allerdings auf Englisch.
    Wenn Sie sich im Spiegel erkennen, dann sind Sie zwar derealisiert (es fühlt sich unreal an), aber nicht depersonalisiert, d.h. iHr Körpergefühl an sich ist normal. Ausser dass es unreal wirkt.

    Das ist schon ein guter Ausgangspunkt. Ich kenne das Gefühl auch, dass alles nicht nur irreal, sondern auch so sinnlos ist. Das ist die depressive Seite der Derealisation. Allerdings überwog bei mir die Angst-Seite.

    Bei Ihnen scheint z.Z. eher die depressive Seite vorzuherrschen, d.h. die Gefühle sind auch "taub", man kann sich nicht richtig freuen etc. Das ist natürlich genau die FUnktion der DR, nämlich schlechte Gefühle einzudämmen, weil sie sonst zu überwältigend wären.
    Ich denke nach wie vor, dass Sie mit einem Fachmann sprechen müssten. Man kann mit negativen Gefühlen umgehen lernen, indem man sie "portionenweise" zulässt -also nicht überwältigt wird.

    Wenn -wie Sie sagen- es Tage gibt, wo sie gut damit umgehen können, wo Sie sich -Scheibe hin oder her- besser fühlen, ist das ein sehr sehr gutes Zeichen!!
    Diese Tage hatte ich zu Beginn meines Heilungsprozesses auch. Die Scheibe war zwar da, aber es kümmerte mich nicht. Und dadurch fixierte ich mich AUF ETWAS ANDERES. Mit der Zeit gelang das immer öfter und in immer kürzeren Abständen.

    Von dem her bin ich sicher, dass es für Sie Hoffnung gibt!

    In diese Sinne alles Gute!
    Balz Ruch

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  86. Hallo leute

    Ich glaube mir bleibt nichts anderes als achtsamkeitsübungen ... Der beweis reicht nicht um mich zu überzeugen . Ich schätze mal das hat ne weile gedauert diese zwangsgedanken loszuwerden ...das ist für mich so zum kotzen weil ich die befürchtung habe aufgrund der theoretisch len möglichkeit des szenarios diese fragen nie aus dem kopf zu kriegen . Jetzt bleibt mir nur übrig blind in die wirklichkeit zu vertrauen und das fällt mir echt schwer. Vllt hilft das wenn die DR nachlässt und das psychotische erleben was ich laut psychiater habe ...

    Naja bis demnächst
    Mfg nils

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  87. Hallo b a ruch

    Wie lange hat es gedauert bis sie die zwangsgedanken losgeworden sind ?

    Nils

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  88. Hallo, Nils
    schwer zu sagen, denn sie schlichen sich langsam ein und kamen immer wieder mal...das über ca. eineinhalb Jahren. DANN erst wurde die DR chronisch bei mir. Das ging dann wieder einige Monate, so ein halbes Jahr. Die SSRI Antidepressiva half dann -wieder nach ca. 2 oder 3 Monaten- dass es langsam immer etwas weniger wurde.
    Wenn ich das gewusst hätte, wäre ich natürlich von Anfang an zum Arzt/Psychologen..
    Alles Gute
    Balz Ruch

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  89. HallO b a ruch

    Also kamen die gedanken bevor sie die DR hatten ... Bei mir ist es genau andersherum , ich hätte nie in die richtung gedacht ohne DR . Ich hatte vorher eine art streng wissenschaftlichen "glaubenssatz" was mir jetzt zum verhängnis wird :/
    Mal sehen wie sich das entwickelt ... Sie haben ja auch das vertrauen indie wirklichkeit wiedergfunden das jommt bestimmt nicht * schnipp einfach so sondern mit der weile . Danke erstmal für ihre antwort

    Mfg nils

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  90. hallo leute


    so ich hatte jetzt 2 gute tage hintereinander bis die zwangsgedanken wieder überhand gewonnen haben . eigentlich nicht schlecht wie ich finde . aber wie b a ruch meinte ist es wirklich schlimm wenn es wieder auftritt und man unterbewusst vergleicht...dadurch wird es gleich 3 mal schlimmer als es wirklich ist .
    mfg nils

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  91. JUNGS UND MÄDELS MIR GEHT ES SAU GUT!

    Also... mal kurz zur Erklärung und so was der Post hier soll:

    Ich bin Nicolas aus der Schweiz

    Weiter oben habe ich auch ein paar mal geschrieben. Ich fasse meine Geschichte für euch kurz zusammen (ich weis genau, dass jeder von uns Betroffenen ein ganzes Buch über seine DR/DP schreiben könnte aber ich versuche mich kurz zu halten) obwohl dass mit dem Buch nicht mal so schlecht wäre, dann würden mehr Leute davon erfahren... naja ich schweife ab^^

    Mein erster Kontakt mit DR/DP hatte ich vermutlich als ich etwa 9 war.. aber dass weiss ich nicht mehr so genau ob das damals DR/DP war. Danach mit 12 nach einer durchgemachten Nacht. Ich hatte das Gefühl etwa für 3 oder 4 Stunden und dachte ich werde verrückt. Dann ging ich schlafen und alles war wieder easy.
    Danach hatte mit 14-15 eine stressige Phase auch mit Ängsten verbunden. Ende 15 kam es dann wie eine Faust. BÄÄM da war sie die DR/DP. Ich erinnerte mich sofort an damals mit 12. Doch dieses mal entstand der Stress nicht durch zu wenig Schlaf sondern durch die Ängste und den Stress der Schule. Die DR/DP ging also nicht mehr wieder so leicht weg wie das letzte Mal. Danach blieb es fast 3 Jahre... natürlich nicht konstant gleich fest. Ihr wisst ja, dass man so Phasen hat wenn man sich achtet etc. kommt es sofort und sonst spürt man eigentlich nicht viel ausser Müdigkeit, Emotionslosigkeit und vielleicht eine Depressive Verstimmung. Teilweise gingen sogar diese Dinge auch fast weg. Aber ganz weg ging es nie. So kam es, als ich vor etwa einem Jahr wieder mal eine schlimmere Phase hatte, dass zur DR/DP noch Panikattacken dazukamen. Aus einem riesen Ballast wurden 2 riesen Ballaste. Ich konnte nicht mehr vor anderen Leuten frei Sprechen und ich konnte nicht mal mehr ein Text vorlesen vor mehr als 2 Leuten. Ich war ganz unten. So tief wie ich nie dachte zu fallen. Und sogar noch tiefer.

    Ich hatte 2 Möglichkeiten

    aufgeben und mich fallenlassen, denn ich war müde. Müde vor Angst, müde vom Nachdenken, müde vom mich selbst bemitleiden, müde vom jeden Tag Aufstehen und den Tag zu schaffen.

    oder KÄMPFEN!!

    Ich dachte daran wie schön es sein könnte ohne DR/DP aber OHNE dabei in selbstmitleid zu verfallen. Einfach als Motivation.
    Ich sagte den Ängsten und der DR/DP den Krieg an.
    Ich tat alles dafür obwohl ich zu beginn dachte, dass ich keine Kraft hätte, doch jeder noch so kleiner Erfolg (und auch Gott) gab mir Kraft nach Rückschlägen wieder aufzustehen und weiter zu Kämpfen mit dem Ziel vor Augen wieder ein normales Leben zu führen.

    Doch wie schaffte ich es?
    so:

    Ich nehme seit Dezember Paroxetin ein SSRI. 20mg pro Tag.
    (was mir übrigens Balz Ruch empfohlen hat. merci. merci. merci.)
    Dieses half mir über die Ängste hinweg zu kommen welche zu einem grossen Teil auch durch die DR/DP ausgelöst wurden.


    -1.Anmelden bei einem Psychologen.
    -2.Darüber Reden
    -3.Grund für DR/DP herausfinden
    -4.Grund versuchen zu beseitigen (bei mir waren es die Ängste)
    -5.Antidepressiva (als Katalysator oder wie auch immer..)
    -6.Sport
    -7.Wenig Zucker essen
    -8.Schlaf
    -9.DR/DP und den Ängsten immer wieder einen Arschtritt verpassen. Diesen kleinen "!@*&#!!" zeigen, dass du auch mit ihnen leben kannst und dass sie dir nichts anhaben können.
    -10.Gott. Ich war nie besonders religiös, aber Gott schenkt einem das Vertrauen, dass eienm nichts passieren wird, so war es viel einfacher Ängste und Unsicherheiten zu überwinden.
    -11. Einen F*** geben was andere von einem denken und zu mir selbst stehen


    Jaja ich konnte mich wieder nicht kurz halten, ich hoffe ihr habt bis hier hin gelesen. Denn jetzt kommt der Grund warum ich dies hier schrieb.

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  92. Teil 2
    MIR GEHT ES SO GUT WIE SEIT 3 JAHREN NICHT MEHR!! (natürlich geht es mir noch nicht perfekt, es gibt immernoch Hochs und Tiefs, doch auch wenn ich gerade ein Tief habe, ist es noch lange nicht so schlimm wie früher.) Es ist noch ein weiter Weg, doch die Bergetappe, die alpe d'huez wie die Radfahrer sagen würden, ist geschafft und nun kommt noch der eine oder andere Hügel aber ich habe es geschafft. Ich kann wieder Vorträge halten (was ich nie für möglich hielt) Ich kann machen was ich will!! Ich weiss dass es noch besser werden wird, doch ich könnte auch wenn es so bleiben würde damit leben. Ich bin ab und zu noch unkonzentriert aber ich habe meine Lebensfreude zurück und liebe mein Leben.

    Ich habe mir selbst Geschworen es ins Internet zu schreiben wenn es mir besser geht. Um anderen Motivation zu schenken. Denn alle schreiben immer nur wenn es ihnen schlecht geht etc. somit werden Erfolgsstories sehr selten. Macht mir einen Gefallen und macht es mir gleich.

    Noch eine schöne Woche und viel Mut, Kraft, Vertrauen, was auch immer euch fehlt. Nochmal ein Dankeschön an Balz Ruch für diese Seite. Man kann es gar nicht genug oft sagen!

    Greez Niggi

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    1. Danke, Nicolas für dieses ermutigende Posting!

      "Erfolgsgeschichten" machen anderen immer wieder auch Mut. Das ist schön. Nebst all den positiven Strategien, die man gegen die DR anwenden kann, hast Du auch etwas Neues hier eingebracht, nämlich das Gottvertrauen. Das kann in der Tat eine grosse Hilfe sein. Einfach ein Grundvertrauen -trotz allem zu wissen, irgendwo ist unter all dem Stress und aller Angst doch eine gütige Hand da, die uns hält.

      Mein Tipp: die SSRI durchaus auch längerfristig nehmen, sie wirken dann auch nachhaltiger nachdem man sie wieder absetzt. Ich nahm sie 2einhalb Jahre. Andere sogar doppelt so lang.
      Und für den Rest: weiter am Ball bleiben, so wie jetzt!
      Weiter so und alles Gute!
      Balz

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  93. Hallo leute

    Ich bins wieder . Mittlerweile kann ich meine zwangsgedanken gut unterdrücken allerdings sind sie nur leicht
    Weniger geworden. Ich muss mich wohl noch gedulden . Ich bin nicht
    Mehr wirklich rückfällig geworden also panikattacken sind Fast Verschwunden.
    Vielleicht festigt sich der glauben an die realität in
    Den nächsten wochen . Ich hoffe Es Sehr.
    Viel glück Und erfolg noch für euch

    Mfg nils


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  94. Hallo, Nils

    ja, es geht immer vorwärts, sogar wenn es langsam geht. JEDE noch so kleine Verbesserung bringt unserem Geist etwas Entlastung und mit jeder Entlastung geht es auch wieder vorwärts. Dr. Freeman hat richtig bemerkt in ihrem audio-book, dass JEDE Art von Entlastung (sich in etwas vertiefen, Musik, Sport, sogar Video-games etc. d.h. ALLES auf das man sich konzentriert und für wie kurz oder lang auch immer das Gedankenkreisen durchbricht), einen Schritt zur Heilung darstellt.
    Ist auch meine Erfahrung. In diesem SInne: sich an alles, was positiv weiter halten!
    Alles Gute, weiter so!
    Balz R.

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  95. hey ich bins nochmals, nicolas

    falls jemand lust hat, mit mir ein wenig zu schreiben oder so kann er das gerne tun :) (ich bin jetzt zwar nicht der oberexperte und bin NOCH nicht ganz draussen aber ich habe trotzdem sehr viel darüber gelesen und erfahren) also wer lust hat kann sich gerne mal über whatsapp oder so melden... 0041763313547

    ich habe gemerkt: alleine darüber denken bringt nicht viel aber darüber schreiben und reden bringt sau viel! da kann man mal die gedanken ordnen und erfährt auch andere sichtweisen und sieht das problem von einer anderen seite sodass man lösungen und wege findet dieses ganz anderst anzupacken. plötzlich tun sich wege auf und man kann aus dem teufelskreis ausbrechen.

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  96. Hallo nicolas

    Ich Schätze ich werde mich demnächst mal melden .

    Meine situation zusammengefasst : drogen genommen , angstzustände und derealisierung , in philosophische probleme verrannt und halte es nun für möglich der einzige mensch zu sein der überhaupt existiert .
    Super was

    Mfg nils

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  97. hallo ihr lieben :)
    auch ich möchte mich erstmal ganz herzlich für diesen blog bedanken, er ist wirklich wunderbar !
    bei mir hat das ganze anfang 2009 angefangen. es kam sehr plötzlich, ich hatte das gefühl die verbindung zu dingen und personen zu verlieren und die welt nicht mehr zu verstehen. ich versuche meinen zustand immer so zubeschreiben, dass ich keine atmosphäre mehr wahrnehmen kann. wenn man also an Orten ist die "normalerweise" vor atmosphäre nur so überquillen wie bei einem konzert, ein sonnenuntergang am meer oder ganz früh morgens draußen auf einem feld spazieren, dann kann ich das gar nicht mehr fühlen. es ist so als ob man einen sinn verloren hätte, der einem im leben hält, bzw der dafür verantwortlich ist, dass man das leben gar nicht erst in frage stellen muss. könnt ihr das nachvollziehen ? körperliche symptome sind absolutes wachsein, ich bin, auch wenn sich das seltsam anhört, seit 4 jahren nicht mehr müde und habe seit 2 jahren fast keinen appettit mehr. ich persönlich glaube, dass die DR durch ein bestimmtes ereginis ausgelöst wurde, was circa ein halbes jahr vorher statt fand. und da ich dieses "problem" noch nicht gelöst habe, glaube ich auch das die DR vielleicht erst weggeht wenn ich mich dieser Angst gestellt habe. Über Antworten würde ich mich sehr freuen :)
    liebe Grüße Gina

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    1. Hallo, Gina

      ohne Näheres zu wissen, wäre es natürlich unseriös zu sagen, dass die DR von diesem Ereignis herrührt. Tatsache ist aber, dass UNTER der DR sehr, sehr oft ungelöste Konflikte oder das Auftauchen alter belastender Erinnerungen etc. liegen.
      Von dem her, kann Deine Überlegung sehr wohl richtig sein. Es kann hilfreich sein, mit jemandem (einem Profi am besten) darüber zu reden.
      Das wach Sein, die Appetitlosigkeit sind natürlich Zeichen von innerem Stress. Man ist dann wie dauernd auf der Hut. Und das führt zu "adrenal fatigue", wie Dr. Freedman in ihrem Audio-Book sagt. D.h. durch den inneren Stress ist der Adrenalipegel dauernd erhöht.
      Vorerst schau mal, was Dir im Moment gut tut, wie Du innerlich etwas Ruhe finden kannst. Mittlerfristig würde ich das Ganze schon mal mit jemandem anschauen...wenn ich Dir einen Tipp geben darf.
      In diesem Sinne, alles Gute!
      Balz

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  98. danke für diese schnelle antwort ! ich bin auch in "behandlung", bin seit fast einem Jahr bei einer psychologin, anfangs in einer Gruppe und jetzt aber mehr einzel sitzungen. Da es in der letzten zeit wieder schlimmer geworden ist - bin ausgezogen zum studieren und dann kam die klausurenphase, was natürlich mit enormen stress verbunden war - hat sie gesagt, dass es vielleicht hilft ein serotonin antagonisten zu nehmen, celopram oder so in der art. ich möchte eigentlich versuchen das ohne medikamente in den griff zu bekommen zu mal ich auch weiß, dass es immer phasen sind und man nicht sein leben damit verbringen muss. Was mit hilft ist der Kontakt zur Familie und zu Freunden. ich kann mit meinen Eltern darüber reden und sie zu jeder nacht und tages zeit anrufen, wenn ich angst habe. weiterhin kann ich nur raten, isoliert euch nicht, unternehmt was mit freunden und treibt sport. wenn ich laufen gehe, geht es mir danach eigentlich immer besser !

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  99. Hallo!
    Ich habe seit über 4 Jahren, die selben Symtome wie die meisten von euch, habe mir ein buch über DR gekauft, ect. Doch alle Ärzte in meiner Umgebung meinen,dass DR nur im Zusammenhang von Schizophrenie auftreten kann also ist das bei mir ausgeschlossen. Das stimmt so nicht, weiß ich aus vielen Büchern etc. wie soll ich jetzt fortfahren? Was tue ich jetzt?

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  100. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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  101. Hallo Anonym

    bin grad im Ausland und hab nur schlechten Internetanschluss..mal schauen, ob ich jetyt `berhaupt mailen kann. Das mit der Schizophrenie ist wirklich HUMBUG... Ich schreibe Dir spaeter mehr. Im Moment nur so viel: Es ist womoeglich eher die Angst vor der DR als die DR selbst, die Dir verunmoeglicht frei rauszugehen. Daher versuch mal kleine Schritte zu machen. Wenn eine Angstproblematik besteht, gibt es gute Moeglichkeiten mit Medikamenten etwas zu machen...
    Alles Gute und ich schreibe spaetentens uebernaechste Woche wieder, da ist der Urlaub zu ende
    Balz

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    1. Danke erst mal für die Antwort! Ich nehme im Moment Medikamente gegen die Angst. Trotzdem hasse ich diese pötzlichen Derealisationsmomente..Ich weiß, es kann nichts passieren, aber dennoch ist es sehr sehr unangenehm für mich. Ich vermute, dass meine DR mit Adoleszenz zusammen hängt, aber wie kann ich das behandeln?

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    2. Sind es nur einzelne Momente? Heisst das, die DR kommt und geht dann wieder? Wenn ja, ist das schon mal sehr gut. Dann eine weitere Idee: Medikamente gegen die ANgst helfen IM MOMENTE. Langfristig aber helfen SSRI (Antidepressiva) besser, sogar gegen die Angst. Wäre das eine Alternative?
      Viele Grüsse
      Balz

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  102. Hallo ba ruch


    Mittlerweile bekomme ich neuroletika und das nicht zu knapp . Ich habe das gefühl dAs ich mir die ganze welt auspinne etc . Bald gibts nen medikamentenwechsel und ich hoffe das mein hirn in seinem denken wieder normalisiert wird ...

    Mfg nils

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  103. Teil 1

    Sehr geehrter Herr Ruch,

    ersteinmal vielen Dank für diesen tollen Blog, er hilft mir sehr! Ich leide auch an DR/DP seit Ende 2012. Das erste mal das ich ein Derealisations Erlebnis gehabt habe war im Alter von 14 Jahren, damals rauchte ich das erstemal Gras über eine Bong (vorher hab ich ein paar mal auch Joints geraucht), nach ein paar minuten fühlte es sich so an als ob ich Träumen würde, obwohl mir Bewußt war das das nicht sein konnte war es doch so extrem real. Ich wußte natürlich das das durch das Rauchen kam und ich muss sagen das das einer der schlimmsten Tage in meinem Leben war, damals dachte ich ich müsste sterben so schlimm war das! Ich legte mich nach ein paar Stunden schlafen und am nächsten morgen war der Zustand zum Glück wieder weg. Ich schwor mir nie wieder Gras zu rauchen, aber wie das nunmal im Jugendlichen leichtsinn so ist tat ich es doch wieder, einer der größten Fehler in meinem Leben!! Ein paar mal Joints rauchen passierte nichts, aber dann eines Tages kam das Gefühl nach dem rauchen wieder auf, es war so furchtbar ich konnte selber nicht fassen das ich so dumm gewesen bin und es schon wieder habe so weit kommen lassen. Mir ging es so schlecht das ich mich zu Hause ins Bett legte und versuchte zu schlafen. Das Problem war nur das ich nach dem aufwachen dieses Gefühl immer noch spürte und es nicht wie beim ersten mal wieder verschwand. Ich muss ehrlich gestehen das das mittlerweile so lange her ist das ich mich garnicht mehr daran erinnern kann was ich damals alles fühlte, aber an dieses Traumerleben kann ich mich ganz deutlich erinnern so das ich mir fast sicher bin das die Symptome wahrscheinlich die selben waren wie ich Sie heute auch in der DR/DP habe. Danach ging es mir so schlecht das ich die Schule schwänzte. Ich ging schließlich zum Arzt dem ich erzählte das mir immer Schwindlig ist. Nach dem ich durchgecheckt wurde der Befund, nämlich garnichts, im Gegenteil Körperlich war ich topfit. Das ganze ging ca. 2 Wochen, danach besuchte ich wieder die Schule. Ich kann heute garnicht mehr sagen wie, aber nach diesen 2 Wochen ging es mir wieder besser. Heute vermute ich das sich der Stress etwas abgebaut hat und ich schließlich den Symptome weniger beachtung schenkte und sie so mehr und mehr verschwanden. Danach habe ich mich von Drogen vollkomen fern gehalten.

    Ich kann mich aber an Situationen danach erinnern, lange Zeit nach dieser Geschichte, wo ich urplötzlich ohne ersichtlichen Grund aufeinmal wieder dieses Traumerleben hatte, jedoch nur für ein paar Sekunden wahrscheinlich eher sogar nur für den Bruchteil eines Moments, dann machte ich die Augen zu schüttelte mich kurz durch und es war wieder alles gut. Den heftigsten moment hatte ich ein paar Jahre danach. Ich wurde von einer Wespe gestochen und so komisch wie das jetzt klingt löste es aufeinmal wieder die Derealisation aus, ich fühlte mich wieder wie in einem Traum. Das versetzte mich in unheimliche Panik, ich fragte mich warum bekam ich das Gefühl wieder, ich hatte seit Jahren kein Joint mehr geraucht und trotzdem war das Gefühl wieder aufgekommen als ob ich einen Drogenabsturz hätte. Aber nach ein paar Minuten war wieder alles gut und auch dieser Geschichte schenkte ich keine weitere aufmerksamkeit. Insgeheim so muss ich jedoch heute zugeben, hatte ich jedoch immer das Gefühl das mit mir etwas nicht stimmte, ich hinterfragte immer wieder wieso ich nach so langer Zeit immer noch Abstürze, so nannte ich es, bekam obwohl ich keine Drogen nahm. Ich sagte mir immer die Zeit in der du Gras geraucht hast hat deinem Gehirn zugesetzt, aber da du nicht mehr Gras rauchst erholt es sich so langsam, braucht aber seine Zeit. Tatsächlich war damals meine größte Angst das ich etwas kaputt gemacht habe an meinem Gehirn, auch wenn sich das bescheuert anhört :-) aber das war meine größte Sorge, ein irreparabel Schaden am Gehirn. Diese Erreignisse waren aber absolute Ausnahme.

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  104. Teil 2

    Doch dann passierte etwas was ich in dieser Form nie für möglich gehalten hätte! Eines Abends im Winter 2012 nach einer langen Zeit am PC, es war so ca. 2 Uhr nachts, wollte ich mich schlafen legen. Ich war ziemlich erschöpft und müde, also machte den PC aus und ging zum Bett. Ich setzte mich aufs Bett und wollte grade das Licht aus machen als aufeinmal ein Traumerleben einsetzte, so heftig wie ich es von meinen Abstürzen von füher kannte (und das 8! Jahre nach dem ich das letztemal einen Joint rauchte). In diesem Moment fragte ich mich ob ich tatsächlich existiere oder ob ich mein ganzes Leben nur träumte es war unbeschreiblich schrecklich. Ich bekam eine heftige Panik Attacke und schnappte nach Luft. In meiner Not setzte ich mich wieder an den PC und googelte nach den Symptomen die ich hatte. Letzendlich stieß ich nach kurze Suche bei Wikipedia auf einen Artikel über Derealisation. Es war unglaublich die Symptome passten. Das beruhigte mich irgendwie zu wissen das es eine Krankheit ist. Ich konnte etwas zu ruhe kommen und legte mich schlafen, versuchte es zumindest. Die Tage danach waren schrecklich, hatte ständig die Symptome einer DR/DP, die Krankheit hatte sich dadurch wohl endgültig chronifiziert. Infolge dessen suchte ich am nächsten Tag und die Tage danach alles heraus was ich über DR/DP im Internet finden konnten und durch einen glücklichen Zufall kam ich auch auf ihre Seite, die für mich das beste ist was man im Internet auf deutsch finden kann, danke dafür! Die Tipps die sie geben und Erklärung zum Krankheitsbild sind super, aber das beste ist das Sie jemand sind der die Krankheit überwunden hat und das tat unheimlich gut zu wissen das man da raus kommen kann. Es hat mir echt geholfen und dem ganzen etwas den Schrecken genommen! Ich versuchte einige ihrer Tipps umzusetzten und was mir besonders half, kann ich jetzt im nachhinein sagen ist, sich abzulenken und sein Leben einfach zu leben. Zudem ging ich zum Hausarzt. Dieser nahm Blut ab, Werte waren in Ordnung, womit Organische Ursache ausgeschlossen war. Ich bekam ne Überweisung zum Psychologen. Ich war jedoch echt enttäuscht da dieser sogenannte Facharzt keinerlei Interesse hatte, er hörte sich mein Leiden nicht mal richtig an und ich hatte das Gefühl das er mich schnell loswerden wollte. Ein Besuch dauerte 5 minuten, nach ner Stunde Wartezeit! Ich hatte mir echt viel davon versprochen, aber wurde bitter enttäuscht. Er verschrieb mir nach dem zweiten Besuch Perazin-Neuraxpharm sollte das nehmen falls es mir schlechter geht und in ein paar wochen wieder kommen, habe den Mist aber nicht eingenommen und mich auch nie wieder dort gemeldet. Ich hatte gehofft das ich eine Theraphie bekomme, aber stattdessen diese unlust zu behandeln. Die Wochen und Monate vergingen, die DR/DP blieb leider. Mal war sie stärker mal schwächer, aber omnipresent. Ich konnte jedoch besser damit umgehen, zumindest wie gesagt hatte ich nicht mehr diese extreme Angst vor der Krankheit.

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  105. Teil 3

    Die letzten Tage jedoch ging es mir wieder schlechter. Momentan blicke ich in eine ungewisse Zukunft aufgrund eines Jobwechsels und kann mich deswegen auch nicht so leicht ablenken. Ich habe viel Zeit und dadurch denke ich auch immer mehr an die DR/DP. Meine Symptome: Realitätsverlust/Traumerleben, das eigene Ich nicht greifen können/Gefühl haben im Körper von jemand anderes zu stecken, Gefühl im Spiegel jemand anderes zu sehen obwohl ich weiß das es mein eigenes Spiegelbild ist (sowas habe ich auch kurz bevor die Krankheit richtig ausgebrochen ist bemerkt, aber nur für Sekundenbruchteile und max. zweimal), sich Beobachten/als ob ich mich aus der Ich Perspektive durch eine Kamera beobachte. Das sind so die Hauptsymptome, andere Symptome wie Gefühlstaubheit oder das die Erinnerung verrückt spielt würde ich sagen bemerke ich nicht. Ich habe dadurch immer die Sorge das ich Schizophren bin oder ne Psychose habe und garnicht an DR/DP leide. Auch habe ich Angst das die Krankheit sich verschlimmert (z.B. das ich dauerhaft das Gefühl habe zu träumen momentan ist das nur ab und zu, dauerhaft ist nur die DP würde ich sagen) oder garnicht mehr aufhört und ich nie Gesund werde. Sehr starke DR/DP Symptome habe ich verstärkt Abends. Ich werde versuchen wieder einen geregelten Tagesablauf zu gestalten was momentan leider schwierig ist, auch ihre Tipps mit der Ernährung (Gesünderes Essen, Fischölkapseln), Achtsamkeitsübungen werde ich probieren, Sport und so gut wie es geht ablenken und versuchen nicht an DR/DP zu denken, momentan tuhe ich das nämlich von morgens bis Abends. Das habe ich bisschen vernachlässigt. Werde auch nochmal ein Termin bei einem anderen Psychologen machen, hoffe das ich nen besseren finden. Vor Medis die der Doc verschreibt habe ich die meiste Angst und großen Respekt, das diese das ganze sogar noch verschlimmern. Ich nehme ungern Medis, zumal es für DR/DP ja auch nicht wirklich eine Wunderpille gibt somit bleiben alle verschriebenen Medis spekulation und man ist Versuchskanninchen!

    Ich habe jetzt sehr viel geschrieben sorry dafür und das ich es in 3 Teile aufgeteilt habe, ging leider nicht anders :-) aber ich musste das mal loswerden! Ich würde mich sehr freuen wenn Sie sich nach ihrem Urlaub mal melden. Mit freundlichen grüßen Basti

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    1. Ich gebe einfach auch mal meine Meinung dazu ab, weil ich davon einiges aus meiner eigenen Lebensgeschichte wiedererkannt habe.
      Als ich so ca. 18-19 Jahre alt war, machte ich meine ersten Drogenerfahrungen. Ich habe in dieser Zeit ungefähr ein halbes Jahr lang fast täglich gekifft. Ziemlich exzessiv sogar. Ich wohne nicht weit von der holländischen Grenze, so konnte man am Wochenende immer mal rüberfahren und Nachschub kaufen. Nach einigen üblen Abstürzen psychischer und körperlicher Art, habe ich es dann sein gelassen - doch etwas ist geblieben.
      Damals deutete ich das als 'Flashbacks', also ein Rückfall in den Drogenrausch, ohne etwas konsumiert zu haben. Heute weiß ich aber, dass es sich dabei um eine Derealisation handelte. Ich wurde in der Zeit auch immer ängstlicher, was meinen Körper angeht und hatte manchmal das Gefühl "nicht mehr klar zu kommen" bzw. dass irgendetwas nicht stimmt.
      Einmal war ich bei Leuten zum Essen eingeladen, die mir nicht ganz geheuer waren. Prompt bekam ich eine DR und bildete mir ein, dass man mir eventuell Drogen ins Essen gemischt hatte - das war natürlich Quatsch, aber in so einer Situation zieht man alles in Erwägung.
      Mit der Zeit gab sich das aber wieder. So um das Jahr 2000 ging es mir schon wieder viel besser. Als mich dann ein familiärer Schicksalsschlag im Sommer 2003 traf, rutschte ich kurze Zeit später jedoch in eine gewaltige Phase der Derealisation hinein, die von den Ärzten (die ich mittlerweile Aufsuchte) als 'generalisierte Angststörung' diagnostiziert wurde. Das stimmte eigentlich auch, nur die DR-Komponente fehlte an der Diagnose.
      Was dann folgte war eine lange Ärzte-Odyssee und auch ein Aufenthalt in der örtlichen Tagesklinik mit Einnahme von Antidepressiva und Neuroleptika.
      Heute bin ich eigentlich recht stabil. Die Antidepressiva "entschärfen" die Derealisation und sie tritt allgemein auch seltener auf.
      Ich rate Dir, dringend nach einem kompetenten Arzt zu suchen. In Deutschland läuft das meistens zweigleisig ab - zumindest im ambulanten Bereich.
      Meistens ist es so, dass ein Psychologe therapiert und ein Psychiater (zu dem man dann nur alle paar Wochen kurz geht) die Medikamente verschreibt.
      Ein Psychologe ist kein Arzt und kann nichts verschreiben.
      Lass Dir nichts einreden, Medikamente sind sinnvoll und sie helfen mehr als sie schaden - jedenfalls solange Du dabei regelmäßig ärztlich überwacht wirst.
      Leider haben Psychopharmaka in Deutschland einen schlechten Ruf. Sie können natürlich Schaden anrichten, wenn sie zu leichtfertig verschrieben werden und der Patient dabei nicht engmaschig von einem Arzt betreut wird, aber im Allgemeinen kann ihre Einnahme schon eine erhebliche Erleichterung bringen.
      Du bist KEIN Versuchskaninchen. Die Ärzte können keine Wunder vollbringen, aber sie haben Erfahrungswerte und wissen meistens was sie tun.
      Das Perazin, das man Dir verschrieben hat, ist ein sogenanntes Neuroleptikum. Es wirkt dämpfend auf das Gehirn indem es den Dopaminspiegel reguliert. Höchstwahrscheinlich würdest Du davon erstmal müde werden, aber die DR würde sich auch verringern.
      Guck mal im Internet welche Psychologen und Psychiater es in Deiner Stadt gibt. Dann telefoniere rum, bis man Dir einen Termin gibt. Auch wenn Du lange warten musst, immer noch besser als nichts zu tun.
      Eventuell kann auch Dein Hausarzt Dir bei der Suche behilflich sein.
      Gibt es bei Euch in der Stadt ein Krankenhaus mit einer psychiatrischen Abteilung oder einer psychiatrischen Ambulanz?
      Dort kannst Du auch hingehen, wenn Du es nicht mehr aushältst. Die helfen Dir dann sofort.
      Dass Du schizophren oder sonstwie psychotisch bist, glaube ich nicht. Die Symptome hören sich nicht danach an und die Erkrankten merken in solchen Fällen eigentlich nicht, dass sie krank sind, sondern halten ihre Wahrnehmungen für real.
      Das ist bei Dir nicht der Fall. Du erkennst die Symptome und merkst was mit Dir los ist.
      Ich habe Schizophrene schon live erlebt, die sind anders drauf, also mach Dir keine Sorgen. Lass Dich aber auf jeden Fall ärztlich gründlich abchecken.

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    3. Natürlich ist das alles leichter gesagt als getan, aber es ist möglich! DR/DP ist ein Teufelskreis der mit jedem Gedanken darüber am Leben gehalten wird. Ständig hinterfragt man ob man grade an DR/DP leidet und genau das tritt dann auch ein, man leidet an den Symptomen weil man über diese nachdenkt. Du schreibst irgendwo oben, ein älterer Kommentar von dir, das du seit dem du die Seite von Herrn Ruch gefunden hast nun häufiger über DR/DP nachdenkst und unten das seit dem deine Freundin im Krankenhaus ist, sind die Symptome schlimmer geworden weil dein Tagesablauf durcheinander geraten ist. Daran sieht man es ja auch ganz deutlich, sobald man sich mit DR/DP auseinander setzt und Zeit findet darüber nachzudenken, treten die Symptome auf. Auch ich habe momentan leider zu viel Zeit über den ganzen Mist nachzudenken. Ich will dir da jetzt auch garnicht reinreden, aber bei mir ist es aufjedenfall so. Wenn ich z.B. anfange über mein ICH nachzudenken und das es durch die DP verändert ist, buff bin ich wieder Depersonaliesiert, obwohl ich in dem Moment vorher nichst davon gespürt habe. Oder noch ein Beispiel, ich denke über Derealisation nach darüber das ich manchmal das Gefühl habe als ob ich in einem Traum wäre und es passiert von jetzt auf gleich wieder, ich empfinde Traumerleben. Trigger funktionieren da so denke ich auch ähnlich, weil man sich durch diese wieder an die DR/DP erinnert, man denkt dann drüber nach und ist wieder in dem Zustand. Bei mir ist es z.B. der Blick in den Spiegel. Ich sehe hinein und frage mich bin ich das da der grade in den Spiegel blickt, obwohl ich weiß das ich es bin. Warum frage ich mich das überhaupt wenn ich die Antwort kenne, ein Mensch der die DP Symptome nicht kennt würde das nie hinterfragen. Somit werde ich demnächst versuchen mich beim Blick in den Spiegel auf das wesentliche zu Konzentrieren, den Grund warum ich in den Spiegel schaue z.B. weil ich meine Haare stylen will. Was mir auch grade aufgefallen ist, beim schreiben blicke ich auf die Tastatur, ich habe grade über DR/DP nachgedacht und zack fang ich an mich aus der ICH Perspektive zu beobachten und ich frage mich ob das meine Finger sind die da tippen. Es wird sicherlich lange dauern bis man sein Leben so weit im Griff hat das DR/DP nur noch eine untergordnete Rolle spielt bzw. bis man sie irgendwann ganz vergisst, weil andere Dinge wichtiger werden. Aber eine vollständige Genesung ist so denke ich möglich, ein Restrisiko so wie Herr Ruch auch schreibt wird immer vorhanden sein in Ausnahmefällen mal wieder eine DR/DP Episode zu erleben, so wie es bei mir vielleicht die kurzen DR Aussetzter waren oder sie geht vielleicht auch mal länger aber dann muss man sich soweit im Griff haben das das ganze nicht mehr die Überhand gewinnt. Ein beschwerdefreies Leben ist möglich, aber man sollte nicht darauf warten und hoffen das es besser wird sonder das Leben einfach Leben mit all den höhen und tiefen. :-)
      - Hast du das den so ähnlich wie ich, das wenn du an bestimmte Symptome denkst sie auftreten?
      - Ich leide immer an DP mal stärker mal schwächer die DR kommt nur gelegentlich wenn ich mich darauf konzentriere und ich habe diesen Glasscheibeeffekt vor Augen zudem kommt eine innerliche Unruhe, ist das bei dir ähnlich?

      Ich finde es super und es freut mich das die Medis die du bekommen hast dir helfen. Ich persönlich muss sagen das wenn ich mich für Medis entscheide erst mal welche auf pflanzlicher Basis bevorzugen werde, wie Johanneskraut. Mein Zustand ist momentan eigentlich ganz stabil, ich leide zwar an pausenloser DP ab und zu kommen auch DR Symptome vor allem Abends manchmal auch verbunden mit Panik wenn das ganze mal stärker ist aber ich denke ich komme momentan klar, würde also sagen nicht akut. Termin beim Psychologen habe ich auch schon gemacht, hoffe das der besser ist! Ich habe halt immer die Befürchtung das die DR/DP noch schlimmer wird oder das ich ebend irgendwann Schizoprhren werde oder ich eine Dissoziative Identitätsstörung bilde. Das beunruhigt mich am meisten.

      Schon wieder so ein langer Text nochmals sorry, Basti :-)

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    4. Hallo Basti,

      das ist schön, dass Du einen Termin bei einem Psychologen hast, ich hoffe mal, dass er Dir besser helfen kann.
      Ob die DR/DP irgendwann einmal ganz verschwindet, ist schwer zu sagen.
      Also ich glaube, etwas bleibt höchstwahrscheinlich immer zurück von einer psychischen Erkrankung. Das muss aber nicht heißen, dass Du Dein Leben lang darunter leiden wirst, es wird eher so eine Art Erfahrung sein, die am Ende übrig bleibt.
      Unsere Neuronen, also die Nervenzellen des Gehirns, vernetzen sich untereinander mittels Eiweißverbindungen - immer wenn wir etwas neues lernen oder eine neue Erfahrung machen. Wir haben also die DR/DP erstmal in unseren Köpfen eingespeichert.
      Leider ist es nicht so leicht, diese Eiweißverbindungen wieder zu lösen, aber man kann lernen, die Reize, die durch sie übertragen werden, abzumildern bzw. nicht mehr als unangenehm zu empfinden.
      Das Kiffen kann auch jeden Fall auch seinen Teil zu der Erkrankung beitragen und quasi die Tür dafür aufstoßen. Ich bin ja eigentlich eher nicht konservativ oder engstirnig, aber diese "Legalize-it"-Bewegung, der letzten Jahre und Jahrzehnte, macht es sich etwas zu einfach, wenn sie Cannabis als Wundermittel für Körper und Seele anpreisen. Das Zeug kann einen nämlich echt übel abfucken. Es sind gerade die leichteren psychedelischen Drogen, die Psychosen und andere psychische Erkrankungen triggern. Auch geringe Dosen LSD, die noch keine Halluzinationen verursachen, werden von vielen als gefährlicher als hohe Dosen angesehen. Wenn man sich die psychiatrischen Abteilungen anschaut, findet man dort überall Patienten, die durch "weiche" Drogen dort gelandet sind.
      Ich bin, wie gesagt, nicht konservativ oder spießig, aber man sollte mit Cannabis vernünftig umgehen und sich der Risiken bewusst sein.
      Wenn ich viel über die Symptome der DR/DP nachdenke, bekomme ich sie auch leichter. Vor allem wenn ich alleine bin, ist die Gefahr größer. Dieses "mit sich selbst alleine" sein, ist es, das so befremdlich erscheinen kann.

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    5. Hi Soulagent79, ja ich denke auch das man immer im Hinterkopf haben wird das man einmal unter dieser Krankheit gelitten hat, aber und das stelle ich immer wieder fest gibt es momente wo das Leben einfach wichtiger wird als DR/DP und das macht mir Hoffnung. Manchmal tue ich etwas und Minuten später fällt mir auf das ich in dieser Zeit nicht einen Gedanken an DR/DP verschwendet habe. Gestern z.B. war ich den ganzen Tag unterwegs weil ich zig Sachen erledigen musste, ich hatte soviel um die Ohren das ich keine große Zeit hatte über meine DR/DP nachzudenken. Beim Autofahren ist mir dann im Gedanken aufgefallen das ich grade nicht an DR/DP denke, tja und da war sie wieder „Die Scheibe“ :-) aber bei weitem nicht so stark. Ich bin immer wieder erstaunt wie leicht man durch nicht Beachten den Teufelskreis durchbrechen kann. Leider geht es nicht einfach indem man sich sagt; so ich beachte die DR/DP jetzt nicht, weil man grade dann besonders auf die Symptome achtet. Man muss den Fokus schon auf andere wichtigere Dinge richten. Bei mir ist es momentan auch so das ich immer versuche die Situationen darauf zu analysieren ob ich grade an DR/DP leide oder nicht und du kannst dir sicherlich vorstellen das ich dadurch immer an den DR/DP Symptomen denke und leide. Auch das alleine sein mit sich selber ist für mich beängstigend, weil ich nicht drum herum komme über mich und damit auch über DR/DP nachzudenken.

      Ich finde auch das grade die weichen Drogen wie Cannabis den Stempel haben ungefährlich zu sein. Wenn ich vorher gewußt hätte was das Zeug auslösen kann, hätte ich einen Joint nicht für 1 Millionen Euro geraucht! :-) leider ist die Aufklärung eher Oberflächlich. Aber hinterher ist man immer schlauer! Vorallem Jugendliche unterschätzen die Gefahren enorm, die meisten wissen genau welche rechtlichen Konsequenzen es hat wenn sie mit dem Zeug von der Polizei erwischt werden, aber kaum einer macht sich gedanken über die psychischen Folgen die Cannabis Konsum haben kann. Um DR/DP zu bekommen reicht schon das einmalige konsumieren eines Joints aus. Wobei ich mal behaupten würde, das DR/DP noch das geringste übel ist. Rutscht man weiter in den Drogensumpf ab und landet irgendwann bei Heroin kann das ganze Übel noch größere Ausmaße nehmen.

      Basti

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    6. Ja, von vielen wird Cannabis mittlerweile als Freizeitdroge missbraucht - aber niemand weiß vorher, wie er darauf reagiert. Wie Du bereits sagtest: Ein Joint kann reichen, bei anderen sind 100 Joints nötig und manche sind ganz unempfindlich.
      Es gibt sogar Leute, die alles mögliche an Drogen nehmen können und scheinbar keinen Schaden davon tragen. Ich glaube das hat weniger etwas mit der inneren Einstellung zu tun als mit den genetischen Voraussetzungen bzw. der sogenannten Vulnerabilität.
      Ob man zwangsläufig beim Heroin landet weiß ich nicht, aber einer der großen Unterschiede ist ja, dass Heroin allgemein als gefährlich und als 'Loser-Droge' gilt.
      Von der Verbreitung her noch viel gefährlich als Heroin, gerade auch in Bezug auf unsere Problematik, ist der Alkohol. Komischerweise funktioniert es ganz gut, sich "die Scheibe" wegzutrinken. Zumindest bei mir war es so. Nach ein paar Gläschen ist man entspannter und sieht die ganze Problematik lockerer.
      Die Angst schwindet spürbar.
      Ich hatte mir angewöhnt, jeden Abend so eine Art "Schlummertrunk" zu mir zu nehmen um zur Ruhe zu kommen. Ein "richtiger" Alkoholiker war ich nicht, aber trotzdem mussten diese paar 'Gläschen' Rotwein jeden Abend sein. Wenn keiner im Haus war, bin ich auch schonmal spät noch zur Tankstelle gefahren um irgendeinen überteuerten Fusel zu kaufen.
      Das frühe Aufstehen am nächsten Morgen war natürlich sehr anstrengend und ich begann den Tag eher gerädert und mit einem ekelhaften, abgestandenem Geschmack im Mund.
      Verkatert ist man der Scheibe noch mehr ausgeliefert als nüchtern und Alkohol gilt pharmakologisch gesehen, als "Depressivum" - also das Gegenteil von einem "Antidepressivum".
      Mittlerweile trinke ich gar nicht mehr. Auch nicht an Silvester oder zu sonstigen besonderen Anlässen. Es ist wirklich unglaublich, wie oft man in unserer Gesellschaft fast schon zum Trinken genötigt wird und als unlustiger Spielverderber gilt, wenn man nicht mitzieht.


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  106. Hallo, Basti
    ich werde nach meinem Urlaub tatsächlich etwas länger schreiben, jetzt sitze ich in einem Internetcafe und es ist etwas schwierig. Aber für mich tönt das, was Sie schreiben tatsächlich so, dass Ruhe und geregelte Sachen in den Tagesablauf bringen, sich sicher günstig auf die DR-Gefühle auswirken werden. Ihre DR ist -der Beschreibung nach- ganz offenkundig stress-bedingt. Also, ich melde mich nächste Woche etwas ausführlicher. Ich wünsche Ihnen alles Gute,...auch bei der Suche nach einem GUTEN Therapeuten (der erste war ja offenbar eine Nilpe...;-)
    Bis bald
    Balz Ruch

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    1. Sehr geehrter Herr Ruch, danke für ihre schnelle Antwort. Ich freue mich jetzt schon auf ihre ausführlichen Beitrag und möchte ihnen nochmal danken das sie sich die Zeit nehmen mir zu schreiben.

      Vielen vieln Dank dafür!

      Mit freundlichen Grüßen,
      Basti

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    2. Es geht also darum, denn inneren Stress abzubauen. Natürlich hilft es, zuerst herauszufinden, WAS den Stress auslöst. Das können gegenwärtige Situationen, aber auch alte Geschichten sein. (Daher empfehle ich ja gerne eine GUTE Gesprächstherapie).
      Wie gesagt, dabei können Medikamente auch sehr unterstützend sein. Bei mir war das so.
      Vorerst aber ist wichtig zu wissen, DR wird NIE zu etwas anderem. Aus DR wird niemals eine Psychose oder so.
      Der "Trick" im Moment besteht aus etwas sehr Paradoxem: man muss nicht die DR loswerden wollen. Das führt nur dazu, dass wir andauernd daran denken. Sondern man muss den Mut aufbringen sich auf etwas anderes zu fokussieren TROTZ der DR. Es kann zu Beginn anstrengend sein. Mit der Zeit aber beginnt man, die DR zu vergessen. Zuerst nur für kurz vielleicht. Das ist egal, JEDE SEKUNDE, die man NICHT an DR denkt, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Weil in dieser Sekunde (später Minuten, Stunden), der Geist sich etwas ausruhen und erholen kann von der dauernden stressigen Selbstbeobachtung.
      Alles Gute!!
      Balz

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  107. Mich hat es gerade wieder voll erwischt in Sachen DR/DP.
    Meine Freundin, mit der ich zusammen wohne, ist seit einigen Tagen im Krankenhaus. Nichts schlimmes, sie wird bald wieder da sein, aber durch ihr Fehlen ist mein ganzer Tagesablauf durcheinander gekommen. Gewohnte, alltägliche Rituale finden nun verändert oder gar nicht mehr statt.
    Hinzu kommt das extreme Frühlingswetter. Bis vor einigen Tagen war noch eisige Kälte und auf einmal sprießt und blüht es überall, die Vögel singen, es wird wärmer und es ist länger hell - die Natur scheint ihre Verspätung sprunghaft aufzuholen.
    Das ist natürlich alles Futter für die labile Psyche. ;-)
    Seit ein paar Tagen komme ich mir vor, wie im Film oder wie in einem merkwürdigen Traum.
    Alles fühlt sich irreal an, wie aus der Zeit gefallen. Ich fühle mich teils wie in die 70er und 80er zurückversetzt oder wie gefangen in einer komischen Mischwelt aus früher und heute.
    Auch meine Selbstwahrnehmung hat sich verändert, sich sehe mir manchmal, wie von außen, bei meinen Handlungen zu und frage mich dann "Was mache ich da eigentlich da gerade?"...
    Äußerst unangenehm.
    Naja, wenigstens habe ich das Antidepressivum, das wohl meinen Serotoninspiegel über Wasser halten wird.
    Die Empfindungen verlieren dadurch einiges an "Schärfe" und sind aushaltbar. Auch das Lesen hier auf der Seite ist immer wieder eine Hilfe. :-) Besser als früher, wo ich dieses Gefühl immer unter "diffuse Angststörung" verbucht habe.
    Das passte ja auch irgendwie, nur erklärt es einem nicht den "Film", den man dabei innerlich fährt.
    Mittlerweile meine ich, mich auch daran zu erinnern, dass ich ähnliche Zustände schon als Kind hatte, nur mit einer geringeren ängstliche Komponente.

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    1. ich dachte ,,das ich der einziger mensch bin auf der welt,, mit dem gefühl und wahrnehmung das man sich wie in die vergangenheit fühlt so zwischen jetzt und früher..mischmasch eheh...das geht bei mir jetzt seit 2 jahren so...am anfang hatte ich solche angst , das ich mein verstand verliere..aber da ich jetzt hier auf der seite gelandet bin ,,sehe ich das ich damit nicht alleine bin....gute besserung soulagent79

      gruss bekim

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    2. Danke, Bekim. Ich glaube, dass Gute an der Sache ist, dass man sich sicher sein kann, dass einem trotzdem nichts passiert. Vielleicht sind wir auch einfach nur sensibel. Dir auch alles Gute!

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  108. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  109. hallo soulagent79 das was du gemeint hast das man denkt und fühlt wei in der vergangenheit zurückversetzt ..das kenn ich fas jeden tag hab ich das gefühl..das ist echt schlimm,,mann denkt gleich das mann echt verückt wird.

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  110. Das ist ein Zufall, ich bin ein großer Bewunderer von Polanskis Filmen! Er ist, neben Stanley Kubrick, mein liebster Regisseur. Bei Polanski ist bemerkenswert, dass er als Kind in Polen vor den Nazis aus dem Warschauer Ghetto geflüchtet ist und ohne seine richtigen Eltern jemals wiederzusehen, von einer fremden Bauernfamilie aufgezogen wurde.
    Später saß er auf einmal in Hollywood, als erfolgreicher Regisseur, und war mit einer wunderschönen Schauspielerin verheiratet, welche dann der Manson Family zum Opfer fiel - das sind schon sehr heftige Extreme.
    Ja, wir als Künstler sind meistens sensibel, das stimmt. Bei mir ist die Musik eine sehr wichtige Ausdrucksform, eine Art 'Spielplatz der Gefühle', um Dinge zu verarbeiten. Ich schreibe und produziere Songs und in jedem einzelnen bildet sich - mehr oder weniger verborgen - viel von meiner Gefühlswelt ab. Das geschieht meistens auf intuitiver Ebene.
    Aber auch jemand, der keine künstlerische Ader hat, bzw. sie vielleicht noch nicht kennt, kann sich kreativ ausleben.
    Vielen psychisch Erkrankten hilft es, den Gedankenstrom zu Papier zu bringen. Dadurch ordnet man seine Gedanken und wird automatisch ruhiger. Auch bei DP/DR ist das zu empfehlen, wie ich finde. Es kostet vielleicht anfangs etwas Überwindung und man schämt sich vielleicht ein bisschen vor sich selbst, wenn man seine Gefühlswelt vor sich selbst in dieser Weise ausbreitet, aber man lernt sich auch besser kennen.
    Wichtig ist, wie bei der Musik, intuitiv und nicht zu 'verkopft' an die Sache ranzugehen. Nicht groß überlegen, wie man was formuliert oder am besten ausdrückt, sondern einfach drauf los schreiben. Den Gedankenstrom quasi 'live' protokollieren.

    Dann wünsche ich noch einen schönen Resturlaub!
    LG,
    Jürgen

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  111. Noch als kleiner Nachtrag zu dieser Erfahrungssammlung:
    Morgen kommt meine Freundin aus dem Krankenhaus - prompt bahnt sich bei mir die nächste "Scheibe" an. Ich weiß nicht wann sie morgen rauskommt, wie es ihr dann geht, was sie von mir erwartet, wie der ganze Tag im allgemeinen ablaufen wird.
    Es ist die Unkalkulierbarkeit der bevorstehenden Abläufe und die Tatsache, dass die von mir gefundene Routine während ihrer Abwesenheit, jetzt auch wieder über den Haufen geworfen wird, der die Scheibe verursacht.

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    1. So wie das anhört kann man wenn man sowas erlebt hat sein ganzes leben damit kämpfen? Muss ich mich dann immer an die regeln haltenkeinenacht mehr feiern gehen und nur1 mal zu spät ins bett und dann hat mans wieder am hals?

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    2. Nein, überhaupt nicht.
      Das Problem ist nie eine durchwachte Nacht oder ähnlich.
      Die Scheibe -sogar wenn sie mal kommt- geht von selbst wieder weg. Nur wenn wir uns auf sie fixieren bleibt sie länger. Das heisst, wenn die Scheibe auftritt, dann nicht bekämpfen oder so. Einfach mit dem weitermachen, was man vorhatte. Je länger man sich ablenkt, desto länger denkt man nicht an die DR und dadurch schwächt sie sich automatisch ab.

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    3. Ja, je mehr Du dahinterkommst, dass die Scheibe Dir nichts tun kann und alle Deine Befürchtungen, die damit verbunden sind, nicht eintreffen werden, verliert sie automatisch an Intensität und Schrecken.
      Ich begrüße sie manchmal schon, wie einen "alten Freund", der mich besuchen kommt.

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  112. Moin Moin

    Ich bins wiedermal, Nicolas.

    Ich hatte ja geschrieben, dass es mir sehr sehr gut geht... Es geht mir grad jetzt immernoch genau so gut wenn nicht besser.

    Der grösste Unterschied ist, dass es zu Tagesordnung geworden ist dass es mir gut geht und deshalb meine ich ab und zu wenn die DR/DP sich mal wieder meldet dass sie wieder ziemlich schlimm ist. Aber ich kanns jetzt irgendwie ausschalten und dann gehts relativ schnell weg. Ich bin zwar immernoch recht oft unkonzentriert und so aber ich würde sagen, dass ich die DR/DP im griff habe und nicht mehr sie mich.

    Der Sommer ist da! Geniesst die Sonne! Entspannt euch! Geht baden! Geht feiern! Ignoriert die DR/DP auch wenn der Instinkt was anderes rät! Tut es! mir gehts so gut im Vergleich zu vorher und ich wünsche dass es allen so geht :D

    P.S. Gina und J... mein Handy ging kapput.. alle Nummern weg.. meldet euch mal wieder ;)

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  113. Ich bin 17 Jahre alt und vor zwei Wochen hatte ich eine Panik-Attacke. (verursacht durch Marihuana). Seitdem habe ich eine Derealisation. Meine Gefühle die ich für Sachen, Stadtteile etc. hatte, sind auf einmal weg. Ich ging zum Arzt und er hat gesagt, dass meine Angst grad verrückt spielt und das ich eventuell eine Angststörung habe. Ich soll par Wochen warten und viel Sport machen um Die Angst wieder einzudämmen. Wenn es nicht besser wird, kann man mir mit Psychotherapie und Medikamenten helfen. Ich habe ab und zu ein leichtes kribbeln in den Händen und Füßen ab und im Kopfbereich. Ich habe kein Hungergefühl aber kann essen. Die erste Woche war die Hölle ich war völlig am Ende. Meine Eltern und Freunde meinten das ich wenig Kopf drüber machen soll aber die verstehen das einfach nicht. Das Problem ist, Ich bin ein Mensch der viel Nachdenkt. Seitdem ich aber deine Tipps befolge geht es mir Tag für Tag besser. Ab und zu kommt mein altes Gefühl für par Sekunden wieder aber dann tretet wieder die DR ein. (d.h es gibt ein Ausweg aus diesem Teufelskreis). Aber ich akzeptiere es habe keine Angst davor und lenke mich oft ab. Ich lasse es fließen und ignoriere es. Ich erkläre es mir so, mit der Zeit baut unsere Seele und Gehirn ein Schutzfenster auf. Hinter diesem Fenster fühlten wir uns wohl und hatten dieses gewisse Gefühl. Aber durch diese Panik-Attacke habe ich dieses Fenster beschädigt. Um dieses Fenster wieder aufzubauen und mich wieder Sicher zu fühlen darf ich vor der DR keine Angst haben. Angst, Panik und Selbstkontrolle beschädigen dieses Fenster nur mehr und wenn man weitermacht ist dieser Schutz komplett weg. Aber, dass das nicht passiert, darf man keine Angst und Panik haben. Dadurch baut unsere Seele und unser Gehirn sein Fenster wieder auf und die DR ist dann komplett weg. (Entschuldigung für die Rechtschreibfehler) :)

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    1. Hallo, Anonym 17 Jahre alt :-)

      du hast das sehr gut beschrieben!! Genau so funktioniert es.
      Mach so weiter, hab Geduld mit dir selber und freu dich an jeder Sekunde, Minute, Stunde, die du mit etwas Freudigem, Interessantem etc. abgelenkt bist. Diese Momente sind heilsam und werden mit der Zeit immer länger.
      Kiffen kann das Ganze verursachen (das ist extrem häufig belegt). Aber es ist egal, WESHALB man die DR hat. Wichtig ist, genau so vorzugehen, wie du es beschreibst.
      Alles Gute!
      Balz

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    2. Sehr gut gesagt. Außerdem hast Du zusätzlich den Vorteil, dass Du ungefähr weißt, worum es sich handelt. Als es bei mir damals losging, wusste ich nicht, was es ist und habe es für bare Münze genommen, was ich in meiner Angst empfunden habe.
      Halte Dir immer vor Augen: Die Angst will Dich reinlegen, sie spielt Dir ein drohendes Unheil im Geiste nur vor, das es aber gar nicht gibt.
      Höre auf jeden Fall auf zu kiffen und nimm auch keine anderen Drogen. Alkohol ist auch nicht unbedingt eine gute Idee, da man gerade in der Phase des "Katers", also am Tag danach, sehr viel anfälliger für Derealisation ist.
      Zu Cannabis allgemein lässt sich sagen, dass es in den letzten Jahren extrem verharmlost wird, obwohl die Hinweise sich immer mehr verdichten, dass es fatale psychische Schäden verursachen kann, wenn die betreffende Person die entsprechende Veranlagung mitbringt.
      Kiffen ist zwar nicht in derselben Weise gefährlich wie Alkohol, dafür ist es aber anders (auf seine eigene Art) gefährlich!
      Auch wenn die "guten" Effekte von Cannabis, wie die ungeheuren Gedankensprünge, das Lachen und Kichern, die intensivierten Sinneswahrnehmungen, die allgemeine kreative Erregung, in die es einen versetzen kann, toll und aufregend sein können, kann die ganze Sache auch derbe nach hinten los gehen.
      Das sind keine abgedroschenen Anti-Drogen Sprüche, ich weiß nämlich aus eigener Erfahrung wovon ich rede. Ich habe übrigens noch Glück gehabt. So mancher hat mit Cannabis schon eine waschechte Psychose zum Ausbruch gebracht.

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  114. Leute, hört auf niemanden der sagt aus einer Derealisation könne man nie wieder herauskommen... Ich selbst bin durch meine Angststörung reingerutscht. Das war vor 7 Monaten, es lief bei mir genauso ab wie hier beschrieben; Ich hab mich völlig in diesen Zustand reingesteigert, mich gefragt was mit mir los ist, über Vergangenheit und Zukunft nachgedacht, mir alle möglichen Sorgen gemacht... bis ich auf diesen Blog gestoßen bin. Danach ging es nurnoch bergauf. Und zwar nur durch mich alleine. Ich war zwar auch in einer Psychiatrie, mache eine Therapie usw. aber das was mir geholfen hat, war mein verdammter Wille wieder ins Leben zurück zu kommen und so langsam scheine ich wieder Konturen sehen zu können. Nehmt einfach ernst, dass die Derealisation euch nur zeigen will dass irgendwas mit eurem Leben nicht stimmt, irgendwelche Verhaltensmuster nicht zu euch passen. Mir hat genau das Mut gemacht. Und jetzt scheint sich die Derealisation immer weiter in den Hintergrund zu drängen. Und dadurch wird bei mir die Motivation immer größer. Man erkennt erst wie kostbar das Leben ist, wenn aus eben diesem aussteigt. Und das einzige was mir geholfen hat, war alles ungesunde aus meinem Leben zu streichen. Den Alkohol, den Kontakt zu alten Kifferfreunden und das schmieden von neuen Lebensplänen. Und das allerwichtigste: Optimismus. Das klingt zwar blöd, aber alleine optimistisch zu bleiben (obwohl ich eigentlich ein eher pessimistischer Mensch bin) treibt einen immer weiter voran. Macht Sport, viele Entspannungsübungen, sucht euch Orte und Leute aus, bei denen die Derealisation schwächer zu sein scheint. Ich weiß noch wie mich es irritiert hatte wie die Derealisation das erste mal schwächer wurde, als ich mit einem guten Freund stundenlang gelabert habe. Danach habe ich das erkannt was mir meine Therapeutin auch schon sagte. Man brauch nur eine handvoll Leute im Leben. Das tut einem mehr gut als ein riesen Freundeskreis voll mit Leuten, von denen man mehr Anerkennung als Freundschaft will. Macht euch bewusst was ihr wirklich wollt im Leben. Nutzt den Ausstiegt des Derealisation als Teil des Lebens in dem einem klar wird, wo man hinwill !
    Auch wenn es Monate gibt in denen es keine Verbesserung zu geben scheint, versucht darüber hinweg zu sehen, denn es hat immer Gründe, dass die Psyche sich im Schutzmodus beibehält. Diese Gründe gilt es zu finden und zu bearbeiten. Geht raus und arbeitet an eurem Leben, findet raus warum es euch Angst macht und ändert etwas. Ich weiß noch wieviel Überwindung es mich gekostet hat damit anzufangen, aber das ist der einzige Weg. Tut Dinge, von denen ihr früher geglaubt habt dass ihr nicht zu ihnen fähig wäret, Dinge die ihr schon immer mal tun wolltet. Dadurch stärkt ihr euer Selbstbewusstsein. Und ein selbstbewusstes Ich braucht niccht geschützt zu werden. Heute, nach 7 Monaten Hölle sitze ich hier und kann mich eine Stunde auf etwas konzentrieren ohne die Derealisation wahrzunehmen.
    Jeder einzelne von uns kann es schaffen aus dieser Nebenwelt auszusteigen, jeder !
    Das was einzige was mich im Moment bremst ist ein mieser Hexenschuss, der mich wieder unnötig stresst, aber auch der geht vorbei bzw. ich kann ihn ebenfalls nutzen um mich von der Derealisation abzulenken und das lässt mich auch an den Schmerzen wieder etwas positives sehen ^^
    Ich werde denk ich mal wenn ich das Ganze überstanden habe nie wieder einen Gedanken daran verschwenden und so wird das meine erste und letzte Nachricht hier bleiben. Aber ich tue das mit gutem Gewissen, da alles was man braucht um aus der Derealisation auszusteigen hier auf diesem Blog steht. Und das Suchen nach Tipps und Tricks verursacht nichts als Stress, darum lasst es und gebt euch mit dem zufrieden was hier steht, mehr braucht ihr nicht. Ich sag euch nur, dass es ein verdammt geiles Gefühl ist, sich nach Monaten wieder selber zu spüren und dabei zu denken "Das habe ich nur alleine geschafft!"
    Ihr schafft das, genauso wie ich es schaffen werde ! :)
    Lukas

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  115. Vor allen Dingen sollte man auch cool bleiben, wenn ein Rückschlag kommt und es einem eventuell mal wieder schlechter geht. Das ist absolut normal!
    Viel unnatürlicher wäre es, sich "Geheilt!" auf die Stirn zu schreiben und für den Rest seines Lebens vergnügt durch die Welt zu hüpfen.
    Das ist sehr unwahrscheinlich... und irgendwie wäre es auch schwer zu ertragen, oder nicht? ;-)

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  116. Hallo, ich bin mittlerweile 48 Jahre alt und leide an immer wiederkehrender Derealisation seit über 20 Jahren. Manchmal bin ich über Monate bzw. über Jahre völlig symptomfrei, dann kommt wieder eine Phase, die zwischen 1 Woche und drei Monaten andauern kann. In dieser Zeit beschäftige ich mich ständig mit meinem Zustand, der Ursache und dem Arbeiten daran. Ich habe eine 3-jährige Verhaltenstherapie hinter mir. Trotzdem ist das Wort Derealisation nie gefallen und ich dachte immer, ich bin nicht normal. Erst dieser Block hat mir geholfen, zu erkennen, dass es sich nur um ein harmlosen Symptom handelt, weil mein Geist sich erholen muss. Vielen Dank dafür.
    Allerdings steht hier auch, dass die Scheibe relativ schnell verschwinden müsse, wenn man sie nicht beachtet. Das kann ich nur bedingt bestätigen. Wenn ein Konflikt, ein Problem oder eine stressige Situation noch nicht durchgestanden ist, so kann die Scheibe auch bei Nichtbeachten bestehen bleiben. Sie wird zwar nicht so stark, schwächt sich oft ab, geht vielleicht auch mal kurz weg aber kommt immer wieder, bis die belastende Situation vorbeigeht.
    Bei mir stecken Ängste hinter dieser Scheibe, die eigentlich Kindheitsängste sind. Ich musste stets um Liebe und Anerkennung kämpfen, indem ich es allen recht gemacht habe. Ansonsten hätten sie mich vielleicht abgestoßen, war meine Befürchtung, Außerdem habe ich mich immer verantwortlich für das Wohl der Familie gefühlt.
    Leider läuft bei mir trotz Verhaltenstherapie dieses Angstprogramm immer noch ab, wenn z.B. neue Sachen auf mich zukommen, bei denen ich denke: Oh, vielleicht mache ich es nicht gut genug/bin ich nicht gut genug, so dass mich die anderen nicht mehr mögen und meiden werden. Dann bin ich irgendwann allein auf der Welt. Das ist natürlich Quatsch, aber leider ein Programm, das nur schwer zu knacken ist.
    Beispiele: Vor Prüfungen, neuen Aufgaben im Job, längeren Besuchen von Verwandten, wenn ich ein neues Urlaubsziel für die ganze Familie allein geplant habe, wenn ich runde Geburtstage allein geplant habe, vor Umzügen (weil ich meine, ich bin für das Wohlergehen aller am neuen Ort zuständig durch Haus einrichten, Organisieren von Schule etc.).
    Wenn dann meistens Wochen vor dem Ereignis die Scheibe plötzlich ausbricht, bleibt sie in der Regel auch so lange bestehen, bis das Ereignis vorbei ist. Danach ist alles immer so wie vorher. Alle Gefühle passen wieder, Freude, Euphorie alles wieder da. Manchmal schaffe ich es auch, durch Gespräche mit Freunden oder Ehemann über die vermeintlich gefährliche Situation die Scheibe schon vor dem Eintreten des Ereignisses weg zu bekommen, indem ich die Situation als nicht gefährlich einstufe. Das braucht aber meist mehrere Gespräche. Die Ratio ist da schneller als das Gefühl.
    Ich bin in den Jahren durch sämtliche Höhen und Tiefen gegangen, die hier beschrieben wurden. Ich bin immer wieder herausgekommen, habe nie Medikamente genommen. Auch das ist möglich.
    Zur Zeit stecke ich wieder seit 7 Wochen in so einer Phase, eine neue Herausforderung in der Schule steht an. Die anderen Kollegen sind schon sicherer mit der Materie, ich denke, sie könnten mit meiner Leistung vielleicht nicht zufrieden sein und mich links liegen lassen. Völliger Blödsinn, sagt mein Verstand. Mein Gefühl leider noch nicht.
    Lieber Herr Ruch,
    meinen Sie, dass ich die Scheibe trotz bevorstehenden Ereignisses irgendwie schneller überwinden könnte oder sie durch gewisse Verhaltensänderungen oder Umdenken ganz loswerden könnte?
    Über eine Stellungnahme wäre ich sehr dankbar.

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  117. Lieber Herr Ruch, und an alle Leidtragenden.
    Man kann die Scheibe immer wieder überwinden. Ich schaffe das schon seit 25 Jahren. Bin mittlerweile 48, habe zwei fast erwachsene Kinder und einen tollen Beruf. Das erste Mal, als die Scheibe auftrat, hat es 2 1/2 Jahre gedauert, bis sie vollständig verschwand. Ich wusste nichts über die Scheibe, habe aber einfach mein Studium weitergeführt mit dem Gefühl und festgestellt, dass es geht, wenn auch nur schwer. Irgendwann während des Studiums verschwand sie und kam erst Jahre später nach der Geburt unseres Sohnes wieder. Inzwischen habe ich Ängste und die Scheibe schon ca. 30 Mal gehabt von einer Sekunde bis zu 2 1/2 Jahren. Mittlerweile verschwindet sie spätestens nach 3 Monaten.
    Nur hätte ich sie gerne ganz los. Ich habe schon eine 3-jährige Verhaltenstherapie hinter mir, die mir meine Ängste aufgezeigt hat. nur leider werde ich sie nicht los. Kindheitsängste, wie " ich muss es allen recht machen, sonst mögen sie mich vielleicht nicht mehr und lassen mich fallen und ich bin dann allein." Rational völliger Blödsinn aber emotional ein Problem für mich.
    Immer, bevor eine besondere Situation auftaucht, in der ich so denke, löst dies die Scheibe aus, z.B. vor Prüfungen, neuen Herausforderungen im Beruf, wenn ich für alle den neuen Urlaubsort allein geplant habe, vor Umzügen (weil ich ja für das Wohlergehen aller zuständig bin und sie mich nicht mehr mögen könnten, wenn es ihnen nicht gut geht), vor längeren Besuchen bei Verwandten oder Freunden (es könnte ihnen ja nicht gefallen und sie deswegen den Kontakt kündigen) ......usw.
    Ist die Situation überstanden, geht die Scheibe sehr schnell weg und alle normalen Gefühle stellen sich wieder ein und ich denke nicht mehr an die Derealisation...bis zur nächsten Situation. Manchmal schaffe ich es aber auch, dass die Scheibe sich vor der Situation verzieht, wenn ich die vermeintlichen Gefahren mit jemandem bespreche und sie als harmlos einstufe. Allerdings dauert das mehrere Gespräche, das mein Verstand da schneller ist als das Gefühl.
    Was ich auch sagen wollte: Die Scheibe geht in meinem Fall nicht durch Nichtbeachtung weg, sondern nur durch das Durchleben oder Durchsprechen der Situation. Das Akzeptieren oder Nichtbeachten ist trotzdem wichtig, damit die Scheibe nicht so schlimm wird, oder sich zeitweise abschwächt, bis das Problem geklärt ist.

    Herr Ruch, kennen Sie diese Phänomen auch? Oder müsste ich trotzdem schneller von der Scheibe loskommen immer vor dem Ereignis oder dürfte sie gar nicht mehr auftauchen?
    Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.
    Übrigens, habe ich nie irgendwelche Medis genommen, es ging auch so, wenn es auch manchmal schwer war. Mein Leben (Studium, Kinder, Beruf) habe ich ständig weitergeführt ohne Pausen (keine Klinikaufenthalte oder ähnliches, nur ambulante Psychotherapie)

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  118. Hallo Anonym

    vielen Dank für Ihren interessanten Beitrag!
    Sie haben schon recht, dass die DR nicht unbedingt SOFORT weg geht, wenn man sie nicht beachtet. Es kann durchaus eine Weile dauern. Die Frage ist, wie man diese Weile überbrückt. Indem man sie weiter nicht beachtet, passiert es vielen von uns, dass man irgendwann feststellt, man hat nicht daran gedacht, man weiss nicht, ob man dieses Gefühl hatte oder nicht und es ist auch nicht mehr wichtig.
    Dafür hat man sich eine Zeit lang auf etwas völlig ohne Hintergedanken an DR konzentrieren können. Das ist dann ein sehr positives und mutmachendes Erlebnis.

    Bei Ihnen finde ich es sehr spannend, dass die DR sich schnell wieder verzieht, sobald die innere Anspannung wegfällt. Das ist an sich ein sehr gutes Zeichen, das zeigt nämlich, dass Sie -wenn der Stress einmal vorbei ist- Sie nicht mehr lange an der DR beschäftigen - deshalb kann sie langsam aber sicher bald abflauen.

    Es zeigt aber auch etwas anderes : Ihre DR ist "nur" ein Symptom. Das eigentliche Problem ist die negative Erwartungshaltung, die innerlich Stress, Angst etc. auslöst. Die Scheibe ist ein Schutzmechanismus. Der Geist packt ihre Emotionen in Watte, damit sie nicht so heftig sind. Die Gefühle sind dann gedämpft - und leider dämpft das auch die Wahrnehmung der Aussenwelt, d.h. die typischen Gefühle von Unwirklichkeit stellen sich ein.

    Mir half damals die Gesprächstherapie sehr, von der Fixierung auf die DR wegzukommen und mich mit den eigentlichen Gefühlen zu befassen. Von dem her kann ich Ihnen nicht sagen, dass Sie von der Scheibe loskommen müssten oder sie nicht mehr auftauchen sollte, denn sie ist nicht das eigentliche Problem. Sondern -wie Sie richtig bemerken- die Angst vor gewissen Situationen.

    Ich nehme an, die Verhaltenstherapie arbeitet auch mit Konfrontation und versucht, die Erwartungen zu ändern? In meiner Therapie gingen wir manchmal Situationen, vor denen ich Angst hatte, minutiös durch...mit Fragen wie: "Was wäre denn das Schlimmste, das passieren könnte" "Und wenn es dann passiert, was wäre dann?" etc. bis ich micht mit dem "Schlimmsten" anfreundete (z.B. "Wenn ich aus lauter Angst, vor Leuten zu sprechen, ohnmächtig werde?...Tja, dann werde ich halt ohnmächtig und man trägt mich raus" .... "Und wenn ich dann meinen Job verliere? - Tja, dann such ich mir einen anderen oder gehe stempeln..." ) etc. Natürlich lauter Sachen, die vollkommen unwahrscheinlich waren...aber meine ANGST davor war so irrational, dass ich sie einfach mal innerlich durchexerzieren musste. Mit dem Resultat, dass das alles nur noch halb so schlimm war.

    Ich finde es sehr stark von Ihnen, dass Sie immer ohne Medikamente aus solchen Stressphasen rauskamen. In meinem Fall ging das nicht. Die Medikamente hatten den unterstützenden Effekt, dass sie die negativen Gefühle (Angst, innere Unruhe, deprimierende Gefühle etc.) dämpften (also im Prinzip die Funktion der DR übernahmen!) - aber die Wahrnehmung nicht beeinträchtigten. Die DR wurde also nicht mehr so stark durch Stress und Angst ausgelöst oder am Leben gehalten. Nur noch die Erinnerung und die Gedanken an die DR hielt sie ein Weilchen noch aufrecht, bis diese immer schwächer wurde. Das heisst nicht, dass ich Ihnen jetzt Medikamente empfehle; sondern ich weise nur auf die Möglichkeit hin, dass Medis Sie dabei unterstützen könnten, diese negative Erwartung besser in den Griff zu kriegen. Aber es gibt vielleicht auch andere Möglichkeiten. Können Sie das mit Ihrem Therapeuten besprechen?

    Ich hoffe, Sie können mit meinen Ausführungen etwas anfangen, sonst fragen Sie einfach wieder.
    Ich wünsche Ihnen alles Gute!
    Balz Ruch







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  119. Hallo Herr Ruch,

    vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Ihre Ideen und Anmerkungen sind es immer wieder wert, gelesen und überdacht zu werden. Man merkt, dass Sie als Betroffener viele Erfahrungen gemacht und sicher auch einiges zu dem Thema gelesen und gehört haben. Das ist bei den Therapeuten meist nicht der Fall. Deswegen finde ich es so wichtig, dass Sie diesen Blog eröffnet haben und so viele fundierte Informationen geben können. Danke dafür!

    Sie haben recht, das Problem sind meine negativen Erwartungen. Auch ich habe mir in der Therapie Fragen gestellt, "was würde passieren, wenn", "welche Möglichkeiten hätte ich dann?" usw. Allerdings habe ich das nur kurz mit meiner Therapeutin gemacht. Meistens habe ich in einer Art Tagebuch für mich zu Hause aufgeschrieben, was meine Gedanken sind, wie andere über das Problem denken und welche Lösungsmöglichkeiten es gibt. Das hat mich immer mit der Beschäftigung mit der Scheibe abgelenkt. Das war sicherlich gut.

    In den meisten Fällen (es gab auch Ausnahmen) haben sich meine Gefühle allerdings erst verflüchtigt, nachdem die Situation ausgestanden war oder sie gerade begonnen hatte. Ich habe nie verstanden, dass die Scheibe nicht vor der Situation weggegangen ist, so nach dem Motto: Ich habe die Situation doch jetzt bearbeitet und sehe, dass da keinen Gefahr besteht, warum habe ich dann noch Angstgefühle? Da kann ich mir bis heute noch keinen Reim darauf machen.

    Sie schreiben, dass mir evtl. Medis helfen könnten, mit der Erwartungsangst besser fertig zu werden. Das ist das einzige, was mich so verunsichert in diesem Blog, dass so viele Menschen hier Medikamente nehmen. Ich habe sehr große Angst davor, mit Medikamenten anders von meinem Charakter her zu werden oder abhängig. Außerdem käme ich mir dann so krank vor. Aber die Diskussion hier im Blog hat mich natürlich nachdenklich gemacht. So habe ich vor einer Woche angefangen, Lasea einzunehmen, Lavendelölkapseln. Ich habe schon viel darüber gelesen und dachte, es wäre mal einen Versuch wert. Ich vertrage sie ohne Probleme und meine auch schon, irgendwie ruhiger zu sein (hoffe nicht, dass ich mir das nur wünsche und es mir deshalb so vorkommt). Negative Gedanken kommen zwar noch, aber irgendwie lösen sie an sich nicht mehr so viel Angst aus. Mal schauen, angeblich entfaltet sich die volle Wirkung erst nach 2 Wochen.

    Das Unwirklichkeitsgefühl ist bis jetzt nicht oder kaum berührt durch Lasea. Aber ich muss dazu anmerken, dass das Unwirklichkeitsgefühl bei mir in diesen stressigen Situationen mit der Zeit nicht mehr so stark auftaucht wie noch vor einigen Jahren. Seitdem ich weiß, dass es nur ein Symptom ist und wieder vergeht (das erste Mal hörte ich davon vor ungefähr 2 Jahren) kommt diese Scheibe bei mir glücklicherweise nicht mehr sehr stark.
    Was ich aber in den mir angstmachenden Situationen bekomme, ist ein körperliches Angstgefühl, die Scheibe (eindeutig wahrnehmbar aber rel. schwach) und die gedämpften Gefühle. Im Moment bin ich ruhiger und sowohl die Scheibe als auch die gedämpften Gefühle überwiegen.

    Herr Ruch, meine Fragen an Sie: Sollte ich die Scheibe und die gedämpften Gefühle bis das nächste Ereignis durchgestanden ist, so wenig wie möglich beachten und auch nicht darüber nachdenken? Was ist mit diesen gedämpften Gefühlen, die einen auch immer wieder antriebslos machen, ist das nur ein Symptom, das darauf hinweist, dass sich mein Geist erholen will oder steckt da eine Depression dahinter?

    Ich bin in der symptomfreien Zeit ein sehr emotionaler, extrovertierter, fröhlicher Genussmensch. Allerdings überfordere ich mich oft mit der Sorge und das Wohl um andere Menschen(typisch Mutter/Frau?) Probleme bespreche ich aber immer gleich mit Freunden und/oder Ehemann, so dass ich mich auch oft beruhigen kann. Ansonsten bin ich mit meinem Leben voll zufrieden und nur traurig, dass ich es in diesen Phasen nicht so genießen kann.

    Vielleicht sollte ich die Therapie wieder aufnehmen , um noch gezielter an meinen Erwartungsängsten zu arbeiten. Evtl. gibt es noch Methoden, die ich noch nicht kenne.

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    1. Hallo und danke für das Feedback

      es stimmt zwar, dass ich als Betroffener sehr viel weiss -durch eigene Erfahrung, Therapie und viel Lektüre- , aber natürlich bin ich nicht so kompetent wie ein Therapeut. Deshalb kann ich nur da und dort Tipps geben, z.B. in bezug auf das, was MIR half.

      Daher masse ich mir nicht zu, Ihre gedämpften Gefühle als Teil einer möglichen Depression zu beurteilen ...oder nicht. Allerdings tönt das für mich nicht wie eine Depression; und zwar, weil sie in guten Phasen ja alles andere als deprimiert sind.

      Ich interpretiere die Antriebslosigkeit, bzw. Müdigkeit und gedämpfte Stimmung eher als ein Teil der ganzen Symptomatik. Wenn man Angst vor einer Sache entwickelt, schaltet man seelisch auf "Vermeidungsmodus". D.h. man setzt unbewusst alles daran, dass die befürchtete Situation nicht eintrifft, beschäftigt sich dauernd damit (bzw. es fällt einem immer wieder ein usw.)
      Vermeidungsziele aber kosten unglaublich viel Kraft innerlich - viel mehr als positive Ziele.
      Ängstliche Erwartung schüttet im Gehirn Adrenalin aus und über einen längeren Zeitraum kann das zur "adrenal fatigue" kommen, wie die Amerikaner sagen, also einer adrenalin-induzierten Ermüdung. Gleichzeitig senkt sich der Serotonin-Spiegel und so entsteht Müdigkeit und Niedergeschlagenheit. Dagegen kann man auch ohne Medikamente etwas unternehmen. Ich würde diese Gefühle nicht bekämpfen, sondern einfach mal vorübergehend akzeptieren (dagegen ankämpfen bringt meist das Gegenteil). Sich damit befassen, kann man schon, aber eher so, wie Sie es bisher offenbar gut machen, nämlich mit jemandem darüber reden. Das kann privat sein oder wieder in der Therapie.

      Wichtig war für mich damals, meinen Fokus möglichst auf die Aktivität zu richten (und zu behalten), die gerade anstand. Das war zu Beginn recht schwierig, weil die Gedanken an die DR dauernd reinfunkten. Aber mit der Zeit ging es immer besser. Die Achtsamkeitsübungen halfen mir dabei sehr.

      Was Medis angeht: es gibt kein Medikament, das die Scheibe zum Verschwinden bringt. Medikament können einfach das Ganze unterstützen, indem sie diesen Teufelskreis aus Stress-DR-Stress angeht, indem sie das Stressniveau reduzieren. (Lasea hat bei vielen Leuten tatsächlich eine sanfte beruhigende Wirkung). Aber Stress kann auch anders reduziert werden (siehe meinen Blogpost "Wie beruhige ich meinen Geist").

      Zu Ihrer Frage, wieso die DR bestehen bleibt, obwohl Sie vom Kopf her eigentlich eine Situation bereits bewältigt haben.... Ich habe dauernd die Erfahrung gemacht, dass der Kopf schneller ist als das Gefühl, d.h. vom Wissen her wurde mir etwas völlig klar, aber die Emotionen hinkten einiges hinterher. D.h. unbewusst war immer noch die Angst da...sie verzog sich erst später.

      Also, in diesem Sinne alles Gute!
      Balz Ruch



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    2. Hallo Herr Ruch,

      abermals vielen Dank für die nachvollziehbaren Erklärungen.

      Eine Frage hätte ich noch, die sich auf das Phänomen Triggern bezieht.

      Ich hatte schon drei Mal das Problem, dass ich nach dem Lesen einer Lektüre über Angststörungen oder dem Diskutieren darüber plötzlich die Scheibe, Angst und die gedämpften Gefühle bekommen habe.

      Deswegen bin ich auch so überrascht, dass Sie sich ständig mit Betroffenen unterhalten können ohne die Symptome wieder zu bekommen oder ist Ihnen das auch schon mal passiert?

      Das erste Mal, nachdem ich mit Schülern über Ängste diskutiert habe, tauchten die Gefühle plötzlich auf. Ich sagte mir, "Mensch, wie blöd, das kann ja nicht sein, dass die Gefühle da sind, nur weil ich darüber diskutiert habe. Aber anscheinend gibt es da doch einen Zusammenhang. Ich will das aber jetzt nicht, das ist doch echt albern, ich beachte das jetzt nicht." Das Gefühl hat sich sehr schnell verflüchtigt, ohne, dass ich etwas davon bemerkt habe.

      Das zweite und dritte Mal, jeweils nach dem Lesen einer Lektüre im Zusammenhang mit Angststörungen, habe ich das aufkommende Gefühl eher als Zeichen für eine Situation gewertet, vor der ich Angst hatte. Die Lektüre habe ich nur als Auslöser gesehen. Zugegeben, war ich da auch in einer stressigen emotionalen Situation (nach einem Umzug bzw. nach dem Gedanken an einem Umzug). Hier hat sich die Scheibe erst verflüchtigt, als ich mich in der Situation wieder wohl gefühlt habe.

      Können Sie mir dieses Phänomen Trigger näher erklären? Ist die aufkommende Scheibe nur eine Erinnerung an damalige Gefühle? Falls ja, wie werde ich diese Erinnerungsgefühle los? Oder kann das Lesen einer Lektüre nur ein Auslöser für irgendeine Situation sein, die mir wieder Angst macht?

      Ich freue mich auf Ihre Erfahrungen!

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    3. Hallo!

      Ich versuch mal, das so zu beschreiben, wie ich es erlebe. Zu Ihrer Frage:
      "Deswegen bin ich auch so überrascht, dass Sie sich ständig mit Betroffenen unterhalten können ohne die Symptome wieder zu bekommen oder ist Ihnen das auch schon mal passiert?"

      Das ist bei mir tatsächlich nicht der Fall. Im Gegenteil hilft mir das Lesen und Schreiben/Antworten sogar, das Phänomen der Derealisation immer besser zu verstehen.

      Hingegen -das zum zweiten Teil Ihrer Frage, dem Triggern- kann ich auch heute noch immer wieder mal getriggert werden.
      Allerdings nicht vom Lesen etc. WAS getriggert wird, ist meiner Erfahrung nach nie die Scheibe selbst, sondern die darunter liegende Angst. Ein Beispiel hab ich in meinem Blogeintrag "Rückfälle -wenn die Scheibe wieder kommt" beschrieben. Bei mir geht es dann um biographisch bedingte Situationen, die eine emotionale Erinnerung auslösen. D.h. etwas erinnert mich (meist unbewusst) an eine alte Situation, die DAMALS angstbesetzt war und damit erinnere ich auch wieder die ALTE Angst. Nur dass -anders als bei einer bildlichen-szenischen Erinnerung, die man einfach als innerer Bild vor sich hat- emotionale Erinnerungen sich genau gleich wie aktuelle-gegenwärtige Emotionen anfühlen.

      Hier kommt dann die Therapie ins Spiel. In der Therapie erarbeitete ich mir ein WISSEN (biographisch, psychologisch etc.), das mir in solchen Momenten erlaubt, die im Moment gefühlte Emotion dort zu lokalisieren, wo sie hingehört, nämlich in die Vergangenheit. Wie Sie auch, wollte ich am Anfang die "Erinnerungsgefühle" loswerden. Dann aber lernte ich, dass ich diese gar nicht loswerden muss, sondern mit ihnen als biographisches Material sozusagen arbeiten kann. Emotionale Erinnerungen sind eine grosse Quelle von Erkenntnisgewinn, im Sinne von: "Aha...SO hab ich mich als Kind gefühlt!! DAS war die Situation damals! Und ich kann es jetzt noch fühlen, wenn ich es zulasse"
      Das kann überraschend, aber auch schmerzlich sein. Aber -wenn in der Therapie sauber aufgearbeitet- auch sehr heilsam.

      In der Therapie lernte ich dann Interventionsmöglichkeiten für solche Momente.

      Ich hoffe, ich hab Ihnen etwas erhellen können.
      Alles Gute!
      Balz Ruch

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    4. Ah, und noch was zu:

      "Das zweite und dritte Mal, jeweils nach dem Lesen einer Lektüre im Zusammenhang mit Angststörungen, habe ich das aufkommende Gefühl eher als Zeichen für eine Situation gewertet, vor der ich Angst hatte. Die Lektüre habe ich nur als Auslöser gesehen. Zugegeben, war ich da auch in einer stressigen emotionalen Situation (nach einem Umzug bzw. nach dem Gedanken an einem Umzug)."

      Ich würde das nicht überbewerten. Wenn ich in einer allgemein stressigen-ängstlichen Situation steckte, konnte ALLES meine Angst gewissermassen "auslösen"; Zeitungsberichte, Konflikte im Umfeld, was immer. Die Angst suchte sich irgend einen Gegenstand. Sie interpretieren es m.E. richtig, wenn Sie das Ganze auf die Gesamtsituation zurückführen. Und DORT gilt es dann den Hebel anzusetzen.

      Gruss

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    5. Hallo Herr Ruch,

      ich habe Ihre Informationen zum Triggern mit Interesse gelesen.
      Also können bestimmte Situation Erinnerungen hervorrufen, sie sich in Gefühlen äußern, so wie man sie damals hatte. Erleben tut man diese Gefühle dann real im Hier und Jetzt. Aber man muss sie richtig einordnen können, nämlich in die Vergangenheit. Richtig?

      Ich sehe das auch so, dass das Lesen einer Lektüre über Angststörungen nur der Auslöser war für eine andere angstbesetzte Situation, die es dann zu bearbeiten gilt.
      soweit - so gut.

      Sie haben in Ihrem Blog auch mal erwähnt, dass bei Ihnen die Scheibe ausbrechen kann, wenn die Umstände es erfordern, z. B. an einem unbekannten Ort. Sie schreiben da von einem Erlebnis, da Sie eine Fahrradtour im müden Zustand gemacht haben und dann an einen Ort, der Ihnen unbekannt vorkam, angekommen sind. Plötzlich trat diese Scheibe auf. Sie haben sich die Scheibe so erklärt, eben mit der Müdigkeit und dem unbekannten Ort. Sie aßen was, blieben ruhig und sie verzog sich wieder. So ungefähr, oder? Sind denn in solch einer Situation wirklich der unbekannte Ort und die Müdigkeit schuld an dem Auftreten der Scheibe? Oder gibt es da nicht vielmehr auch wieder darunter liegende Ängste, die es zu bearbeiten gilt?
      Allerdings hat sich ja die Scheibe verzogen. Wenn Sie darunter liegende Ängste gehabt hätten, hätte sie das wahrscheinlich nicht getan. Oder kann man die evtl. verborgenen Ängste dann ausblenden, in dem man sich mit der Scheibe nicht verrückt macht?

      Ich hoffe, Sie nicht vollständig verwirrt zu haben und warte gespannt auf Ihre Antwort.

      P.S.: Andere Menschen haben auch Erwartungsängste in der Art ähnlich wie ich, bekommen aber trotzdem "nur" z.B. Nackenverspannungen. Warum bekommen Menschen wie ich Verspannungen und die Scheibe? Beschäftigen wir uns intensiver mit Ängsten? Oder sind unsere Ängste stärker? Oder sind wir genetisch vorbelastet? Was sind Ihre Erfahrungen dazu?

      Viele Grüße

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    6. Hallo,
      zur ersten Frage, bzw. Ihrer Zusammenfassung: Ja, richtig, so sehe ich das.

      Zur zweiten (die Episode mit dem Fahrrad): der unbekannte Ort "triggert" in dem Sinn nicht die Scheibe sondern löst eine Erinnerung aus...an etwas, das angstbesetzt war (Desorientierungsgefühl als Kind aufgrund abruptem Ortswechsel). Die ANGST wiederum löst die Scheibe aus.
      Jetzt, warum hat sich die Scheibe verzogen? Weil sich die Angst verzogen hat. Meine Reaktion war, die Angst einzuordnen, mich dann der Gegenwart zuzuwenden (mich zu beruhigen mit etwas Essen) und dann verzogen sich die Angst UND die Scheibe.

      Von dem her geht es nicht darum, die Ängste auszublenden, sondern sie zu verstehen und DANN tatsächlich sich nicht verrückt machen zu lassen, sondern sich wieder dem zu widmen, was gerade ansteht.

      Zur letzten Frage: Es ist wirklich so, dass jeder anders auf Stress, Ängste etc. reagiert.

      Wieso gewisse Menschen anfälliger auf Derealisationsphänomene sind, kann ich sagen. Dr. Freedman und Shaun O'Connor vermuten in ihren Hörbüchern, dass es eher die sensiblen, nachdenklichen, intelligenten Leute trifft. Und zwar weil diese stärker zu Grübeleien, Anylisieren, Selbstbeobachtung etc. neigen. In der Tat hat nämlich JEDER irgendwann in seinem Leben eine DR-Episoden (z.B. Jetlag, Kater, Schlafmanko, sogar das Gefühl der Fremdheit der eigenen Wohnung nach einem längeren Ferienaufenthalt etc.) Nur, dass man in diesen Fällen kein Drama daraus macht, weshalb das Gefühl dann auch schnell wieder schwindet.

      So, und jetzt hoffe, ich SIE nicht "vollständig verwirrt" zu haben... ;-)
      Alles Gute!
      Balz Ruch

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    7. Hallo Herr Ruch,

      vielen Dank für Ihren vielen Infos. Ich habe das Gefühl, dass ich, je mehr ich über die Gefühle und die DR verstehe, schon ruhiger und gelassener werde. Bisher hatte ich immer gedacht, es ist besser, mich möglichst wenig damit zu beschäftigen, aber das stimmt nicht, wenn die Infos produktiv sind und man einfach mehr versteht.

      Eine Frage liegt mir noch am Herzen. Meine Erwartungsängste sind im wesentlichen auch Kindheitsängste, das haben wir in der Therapie mal gesagt. Also wenn ich mal wieder vor einer Situation Angst habe, weil ich z.B. glaube, dabei andere nicht zufriedenzustellen, dann ist diese Angst auch einer oder mehrerer Situationen meiner Biographie aus der Vergangenheit zuzuordnen. Sie schreiben, dass Sie in solchen Situationen (Fahrradtour in neue Umgebung)das Gefühl versuchen zu verstehen, richtig einzuordnen in die Vergangenheit und sich dann der Gegenwart zuwenden. Vielleicht wäre das auch ein Ansatz für mich, neben dem ganzen Durchdenken der schlimmsten Fälle. Was meinen Sie?

      Sie schreiben auch, dass Sie Interventionsmöglichkeiten gelernt haben, um mit solchen Situationen (Erinnerungsängste) umzugehen. Welche Interventionsmöglichkeiten sind das? Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht? Haben Sie das alles im Rahmen einer Verhaltenstherapie gelernt?

      Ich warte gespannt auf Ihre Antwort,
      viele Grüße

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    8. Hallo!
      "Ferndiagnosen" sind natürlich mit Vorsicht zu behandeln. Aber ich vermute schon, dass Sie in der Annahme richtig gehen, Ihre gegenwärtigen Erwartungsängste seien biographisch bedingte emotionale Gefühle.
      Nun gut, dass WISSEN darum, ist das eine. Das kann schon etwas Entspannung bringen. Dennoch: diese Gefühle können hochkommen. Ohne dazugehöriges Wissen, ist man u.U. davon einfach überwältigt und wird handlungsunfähig. Mit dem Wissen hingegen kann man handeln. Aber wie?

      Ich habe im Laufe der Therapien (hatte zwei Therapeuten, beide sehr gute) mehrere Ansätze gelernt und (sehr wichtig:) während den Therapiestunden auch geübt. Nämlich:

      -innerer Dialog mit der Person, die mir diese Ängste als Kind eingejagt hat. Damit externalisiert man den verinnerlichten Anteil, der einem Angst macht. Und nimmt das "Kind" gewissermassen in Schutz.

      -Das innere Kind beruhigen, d.h. man übernimmt dann die gute Elternfunktion für sich selbst. Die Arbeit am "inneren Kind" ist eine u.a. von Louise Reddemann entwickelte Methode, die zu meiner Überraschung (ich war zuerst skeptisch) tatsächlich nachhaltig etwas verändern. Diese Methode muss man aber unter Anleitung lernen, d.h. es sollte ein/e Therapeut/in sein, der/die sich damit auskennt.

      - Schliesslich Achtsamkeitsübungen: Durch das blosse Beobachten vor allem der körperlichen Empfindungen während einer solchen Angstepisode beruhigt sich das ganze System. Man ist dann nicht EINS mit den ängstlichen Gedanken, sondern tritt ihm als Beobachter gegenüber und das schafft bereits Distanz.
      Die Achtsamkeitsübung hilft aber bereits im Vorfeld, d.h. mit der Zeit lernt man solche negativen Gedanken bereits bei ihrer Entstehung abzufangen.


      All diese Interventionstools brauchen etwas Übung. Toll ist, dass man z.B. Achtsamkeit auch sonst im Alltag gut gebrauchen kann.

      In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Erfolg beim Erkunden, welche Interventionsmöglichkeiten bzw. Übungen für Sie am besten sind.
      Alles Gute
      Balz Ruch

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    9. Hallo Herr Ruch,

      herzlichen Dank für Ihre interessanten Informationen und Anregungen. Ich bin sehr gespannt, wie ich mit den Interventionstools klarkommen werde. Ich werde mir einen Therapeuten suchen, der sich mit o.g. Tools auskennt. Meine Erfahrungen werde ich Ihnen dann schildern, auch, wenn das noch etwas dauern wird.

      Ihnen auch alles Gute

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    10. Die Technik mit dem "Inneren Kind" hat meine Freundin erfolgreich während ihres "Burn-Outs" (ich hasse dieses schreckliche Unwort)erfolgreich angewandt.
      Für Achtsamkeitsübungen, in meinem Fall Zen-Meditation, kann ich mich seit einigen Jahren begeistern. Es ist faszinierend zu beobachten, wie man nach einiger Zeit des achtsamen Sitzens (denn das ist Zen Meditation im Grunde) innerlich zur Ruhe kommt und lernt, den eigenen Gedanken zuzuhören bzw. sie im Geiste zu beobachten.
      Zen hat nichts mit Esoterik oder ähnlichen unseriösen Praktiken zu tun. Man muss an nichts abstruses glauben, nichts besonderes tun, nichts schwieriges lernen.

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    11. Hallo Herr Ruch,

      doch noch etwas....

      Sollte man Achtsamkeitsübungen jeden Tag machen und mehrere Arten? (z.B. im Gehen, Atemübung, Gegenstände benennen)Oder sich auf wenige beschränken und jeden Tag eine bestimmte Übung?

      Bei meiner Suche nach einem geeigneten Therapeuten zur Arbeit mit dem inneren Kind gibt es leider nicht so viel Auswahl bei uns. Außerdem bin ich ganz verwirrt, dass diese Methode von Dipl. Psychologen, Psychoanalytikern, Psychotherapeuten und Heilpraktikern mit psychotherapeutischer Zusatzausbildung angeboten werden. Wo soll ich bloß suchen??? Sorry für meine vielen Fragen, aber ich bin grad etwas hilflos in dem Therapeutendschungel.

      Viele Grüße

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    12. Hallo Herr Ruch,

      ich hatte inzwischen noch zwei kurze Blogs erstellt, aber irgendwie sind sie nicht abgedruckt worden.

      Nochmals herzlichen Dank für Ihre Hilfe. Ich habe inzwischen eine Psychotherapeutin mit Erfahrung mit der inneren Kind Arbeit gefunden und mit Kursen für Achtsamkeitsübungen. Leider ist sie die nächsten Monate im Ausland, so dass ich mit der Therapie erst im Januar starten kann. Aber das scheint die einzige ausgebildete Fachkraft zu sein in unserem Umkreis mit Erfahrung.

      Also ist einfach noch ein bisschen Geduld angesagt.

      Ihnen auch alles Gute.

      Viele Grüße

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    14. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  120. Noch ein Tipp an Alle.

    Wenn man sich so richtig in negative Gedanken verstrickt hat: Alles aufschreiben. Ich habe im Laufe der Jahre schon Bücher voll geschrieben. Man gibt die Gedanken dann förmlich ab und verhindert, dass sie weiter ungehindert frei kreisen können. Ich habe mal in einer Zeit, in der ich mal wieder darüber "gehirnt" habe, ob ich psychisch krank werde, manisch-depressiv bin oder Tausend andere Katastrophen eintreten könnten, mir morgens eine Grübelstunde eingerichtet. Da habe ich mir erlaubt, ungestört zu grübeln und das alles aufzuschreiben. Anschließend ging es mir schon besser. Nach dem Durchlesen von so viel geballtem "Mist" hatte ich am nächsten Morgen schon keine Lust mehr zur Grübelstunde. Das extreme Grübeln habe ich sofort aufgehört.

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  121. Mal eine Anregung für Anonym:
    Wenn die Verhaltenstherapie nicht zufriedenstellend verlief, wie wäre es denn stattdessen mit einer Therapie mit analytischem Ansatz? Also Aufspüren und Durcharbeiten von Erlebnissen in der Vergangenheit, die mit ein Auslöser für die Erkrankung sein können? Ich habe bisher beides hinter mir - eine Verhaltenstherapie, sowie eine analytische Therapie, welche mir persönlich unendlich mehr geholfen hat, als die Verhaltenstherapie.
    Es kommt halt immer drauf an, was für ein Typ von Mensch man ist.
    Zum Thema Psychopharmaka:
    Leider haben diese gerade in Deutschland einen schlecht Ruf, aber man wundert sich, wie wenig die meisten Menschen eigentlich über die Medikamente wissen, die sie da verteufeln.
    Werden moderne Psychopharmaka unter ärztlich kontrollierten Bedingungen eingenommen, nützen sie weitaus mehr, als sie schaden. Sie machen nicht süchtig, sie machen einen auch nicht lethargisch oder antriebslos. Mit "Valium" oder "Ruhigstellung" hat das nichts zu tun - im Gegenteil: Sie können einem, unter den richtigen Bedingungen, eine Menge an Lebensqualität zurückgeben.
    Natürlich gibt es schlechte Ärzte, die verantwortungslos mit Medikamenten umgehen, das ist aber eher die Ausnahme und nicht die Regel.

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  122. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  123. Hallo Herr Ruch, doch noch etwas.... Sollte man Achtsamkeitsübungen jeden Tag machen und mehrere Arten? (z.B. im Gehen, Atemübung, Gegenstände benennen)Oder sich auf wenige beschränken und jeden Tag eine bestimmte Übung? Bei meiner Suche nach einem geeigneten Therapeuten zur Arbeit mit dem inneren Kind gibt es leider nicht so viel Auswahl bei uns. Außerdem bin ich ganz verwirrt, dass diese Methode von Dipl. Psychologen, Psychoanalytikern, Psychotherapeuten und Heilpraktikern mit psychotherapeutischer Zusatzausbildung angeboten werden. Wo soll ich bloß suchen??? Sorry für meine vielen Fragen, aber ich bin grad etwas hilflos in dem Therapeutendschungel. Viele Grüße zu Was ist Derealisation?

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    1. Ich musste oben einige Kommentare löschen, damit diese folgenden erscheinen konnten, d.h. diese Kommentarspalte ist z.Z. etwas überlastet. Sie können auf der Seite "Technischer Defekt" Kommentare abgeben, dort ist noch mehr Platz.

      Zur Frage (mit brutaler Verspätung wegen diesem techn. Fehler):
      Ich würde zu Beginn einfach mal die normalen simplen Atemübungen machen, z.B. täglich zuerst 10min. dann rauf bis 20min.
      Bez Therapeuten gibt es halt wirklich nur die Trial-and-Error-Methode. Anrufen, mal fragen und ev. eine Probesitzung abmachen.
      Alles Gute!
      B. Ruch

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  124. Hallo Herr Ruch,

    ich bin´s jetzt nochmal mit einer Frage. Ich habe jetzt schon allein mit der Übung von Achtsamkeitsübungen mit Hilfe von Meditationen aus dem Internet (sie haben da einige empfohlen) begonnen. Man soll sich beispielsweise auf den Atmen konzentrieren (also auf das Hier und Jetzt). Gedanken beobachten, ohne sie zu bewerten, also vorbeiziehen lassen und sich wieder dem Atem zuwenden. Sie haben mir aber auch geschrieben, dass man negative Gedanken, z.B, Erwartungsängste, auch schon im Vorfeld durch Achtsamkeitsübungen auffangen könne. Wie meinen Sie das? Die Gefühle einfach vorbeiziehen lassen oder sie erkennen,verstehen und bearbeiten? Oder...?

    Vielen Dank für Ihre Antworten,
    viele Grüße

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  125. Hallo,
    ich bemerkte bei der Achtsamkeitsübung manchmal, was für Gefühle hochkamen, die ich mir gar nicht bewusst war. Mehr war nicht. Aber das reichte schon: Die Bewusstmachung holte das Gefühl auf die Vorderbühne. "Bearbeiten" in dem Sinne konnte ich es zwar besser in der Therapie. Aber es ist schon ein Fortschritt, wenn etwas nicht nur unterschwellig ist, sondern bewusst wird.
    Viele Grüsse
    Balz Ruch

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    1. Lieber Herr Ruch,

      danke für die Antwort zu den Achtsamkeitsübungen, die ich immer regelmäßiger ausführe. Yoga mache ich inzwischen auch, was mir guttut.

      Jetzt war meine Scheibe schon fast weg, da tauchte ein neues Problem auf. Leider ist die Scheibe wieder etwas stärker geworden. Das hatte wieder mit Triggern von Erlebnissen zu tun. Da ich hierzu noch eine Frage habe, schildere ich Ihnen mein Problem kurz:

      Meine Mutter hat für sich und meinen Vater einen sehr teuren Freizeitgegenstand gekauft, was ich nicht so recht verstand (Info: meine Mutter hat eine leichte Kaufsucht, was sie nie zugeben würde). Ich habe zwar nicht ablehnend aber auch nicht euphorisch sondern eher skeptisch auf den Kauf meiner Mutter reagiert. Tage später rief sie mich wütend an, mein Bruder hätte sich jetzt auch skeptisch über den Kauf geäußert. Da könne nur ich dahinterstecken, da mein Bruder nämlich nicht dazu neigen würde, so negativ zu denken. Außerdem müsse sie wohl annehmen, dass ich Angst um
      mein Geld hätte, falls sich meine Eltern verschulden würden. - Alles Quatsch, meine Skepsis war sicherlich berechtigt (mein Bruder, mit dem ich mich sehr gut verstehe, sieht das genau so) und meine Mutter nur sauer, da ich nicht gleich euphorisch war, was sie erhofft hatte. Mittlerweile ist sie am Telefon auch wieder ganz die Alte ohne Wut und ganz normal, allerdings ohne noch mal über diese Sache gesprochen zu haben.
      Nur hatte diese blöde Sache zur Folge, dass ich wieder Kindheitsängste spürte, in der Art, wie es mir in der Vergangenheit widerfahren ist, wenn ich etwas meiner Mutter nicht recht gemacht habe. Mir fallen da spontan zwei Situationen ein, bei denen mich meine Mutter als Jugendliche mit vorübergehender Ablehnung bestraft hat.

      Wie würden Sie vorgehen? Das Gefühl wahrnehmen und in die Vergangenheit legen? Das innere Kind beruhigen (habe ich leider noch nicht gelernt), mit meiner Mutter offen sprechen? Sich der Gegenwart zuwenden? Das Gefühl zwar annehmen aber nicht sonderlich beachten und mit der anstehenden Arbeit weitermachen?

      Ich warte gespannt auf Ihre Antwort und somit auch auf Ihre Erfahrungen.

      Viele Grüße

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  126. Hallo!
    zunächst freut es mich, dass Sie schreiben, die Scheibe sei zunächst mal offenbar schwächer geworden. Das ist ein gutes Zeichen. Ob durch Achtsamkeit, Yoga oder durch die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, kann das Gefühl für Realität sehr gestärkt werden.
    Dass bei innerem Stress die DR wieder stärker wird, ist auch normal. Es geht halt immer nach dem Motto "zwei Schritte vorwärts, ein Schritt zurück" etc.
    Nun zum Auslöser der aktuellen Stresssituation: Ich bin kein Psychologe und kann nur -aufgrund eigener Erfahrung- Vermutungen anstellen.
    Die aktuelle Begebenheit löst einerseits Gefühle aus....andererseits sofort auch Erinnerungen. Was mir bei Ihrer Schilderung ins Auge stach, war, dass Sie nicht schreiben, ob Sie die Unterstellung Ihrer Mutter wütend machen. Ich hätte -vor meiner Therapie- bestimmt auch mit Angst reagiert. In der Therapie hab ich gelernt, diese Art von destruktiver Kommunikation seitens der Eltern zu durchschauen. Und das kann einen auch ganz schön wütend machen. Denn diese dysfunktionale Art von Beziehungen sind vor allem für Kinder und Jugendliche emotional Gift.

    Wie würde ich also vorgehen? Mit meinem Therapeuten würde ich die Situation durchgehen und der hätte -aufgrund unserer Biographiearbeit- ein Muster entdeckt. Die Mutter fühlt sich narzisstisch gekränkt, weil ihre Kinder ihren Kauf nicht voller Begeisterung gutheissen (sie müssen nicht mal Kritik anbringen!). Was tut sie? Sie reagiert nicht wie eine erwachsene Person, sondern wird wütend und schmeisst mit Vorwürfen um sich, und legt leicht paranoide Züge an den Tag (stellt sich vor, wie die Kinder hinter ihrem Rücken intrigieren, Angst um das Erbe haben etc.)
    Dass Ihnen bei diesem Vorfall ALTE Geschichten einfielen und alte Ängste wieder hochkamen, hat wohl damit zu tun, dass sich hier ein Muster zeigt, welches in Ihrer Kindheit und Jugend für sie belastend war.
    Und diese Belastung ist für sie ein Trigger, der die Scheibe auslöst...und zwar als Schutz gegen allzu heftige Gefühle.

    Das Ziel ist jetzt m.E. nicht, die Scheibe wieder loszuwerden; sondern zu fragen, WELCHE GEFÜHLE sind es, die die Scheibe in Watte zu packen versucht?
    Ist es Angst? Oder eher Wut über diese Art von Behandlung? Oder Trauer etc.? Ich hoffe, ich trete Ihnen nicht zu nahe mit alledem. Mir scheint einfach, dass Ihre Scheibe (übrigens wie bei vielen von uns auch, ganz bestimmt auf jeden Fall bei mir) auf dem inneren Konflikt basiert; dass da Gefühle hochkommen, die alte, falsche (weil aufgezwungene) Loyalitäten mit den Eltern in Frage stellen.

    Zurück zu Ihren Fragen: Sich der Gegenwart zuwenden heisst in einem solchen Moment die Gefühle verstehen. Das innere Kind beruhigen könnte heissen, sich für das Kind zu wehren. Das alles findet zuerst in einem selbst statt. Es bringt meist nicht allzu viel, die Eltern damit zu konfrontieren. Aber innerlich kann man sich so gegenüber diesen elterlichen Übergriffen abgrenzen. UND DANN...dann sich wieder mit der anstehenden Arbeit weitermachen.

    Ich hoffe, Sie können etwas mit meinen Ausführungen anfangen. Lassen Sie's mich wissen. Wie gesagt, ich rede nur aus Erfahrung als Therapieklient...nicht als Therapeut oder so.
    Alles Gute!
    Balz Ruch

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    1. Lieber Herr Ruch,

      herzlichen Dank für Ihre nachvollziehbaren Erläuterungen. Sie treten mir nicht zu nahe. Im Gegenteil: Ich habe mich an einiges, was ich während meiner Therapie schon einmal gehört habe, erinnern können. Das war sehr wichtig für mich.

      Sie schreiben, dass Sie vor Ihrer Therapie wahrscheinlich mit Angst reagiert hätten. Mit was würden Sie heute reagieren? Wahrscheinlich mit der angemessenen Reaktion, nämlich der Wut. Ich kann mich erinnern, dass meine Therapeutin mir biographische Situationen aufgezeigt hat, wo ich mit Angst anstatt mit der angemesseneren Reaktion Wut reagiert habe. Das ist Ihnen sofort aufgefallen. Irgendwie kann ich nicht wütend auf meine Mutter sein. Warum nicht? Früher, dachte ich, es gehört sich nicht, wütend zu sein. Wütend zu sein macht nur die Mutter wütend. Heute denke ich das zwar nicht mehr, aber ich weiß, dass meine Mutter eine schlimme Kindheit hatte (das hat sie uns oft erzählt, als uneheliches Kind im Waisenhaus, danach zurückgeholt und vom Stiefvater geschlagen, den Haushalt versorgen müssen mit dem kleinen Halbbruder, keine Anerkennung oder Liebe bekommen). Außerdem war meine Mutter mal sehr krank über ein Jahr (es ging auf Leben und Tod) und außer mir (auch nicht mein Vater oder mein kleiner Bruder) hat sich niemand so richtig um sie gekümmert. Das sind die Gründe, weshalb ich auch heute noch meine Wut Ihr gegenüber unterdrücke. Wahrscheinlich ist das Mitleid. Aber ist das Gefühl angemessen oder nur falsch verstandene Loyalität gegenüber meiner Mutter?
      Gefühle, die in solchen Stresssituationen, wie ich Ihnen geschildert habe, hochkommen, sind Angst, Kränkung und Schuld. Wut nur sehr wenig. Worin besteht jetzt genau der innere Konflikt und wie kann ich ihn als Erwachsener bewältigen? Wie kann ich das innere Kind beruhigen bzw. mich für das Kind wehren?

      Schön, dass Sie mich an das Muster erinnert haben, das Muster der destruktiven Kommunikation. Ja, es war schon immer so, dass ich wenn ich mich um meine Mutter nicht genügend gekümmert habe, wenn es ihr schlecht ging, oder ich ihr etwas nicht recht gemacht habe (wie auch jetzt im aktuellen Beispiel) dann hat sie wütend reagiert wie ein Kind und mich beschimpft. Die Gefühle, die ich damals empfand, werden auch heute noch getriggert. Sie hat sich sogar schon einmal ins Krankenhaus (wegen einer Bagatelle) einweisen lassen, weil ich ihr gesagt habe, dass ich etwas weniger mit ihr telefonieren mag und mich "freischwimmen" muss. (Das war während der Therapie).

      Ich hoffe, mein "Geschreibsel" war jetzt nicht zu psychologisch oder nervig. Hoffentlich können Sie meine Fragen zwischen den vielen Infos noch entdecken. Ich danke Ihnen aber jetzt schon, denn seitdem ich dieses Muster aus der Vergangenheit wiedererkannt habe, spüre ich eine deutliche Entspannung. Vieles aus meiner Therapiearbeit fiel mir wieder ein. Vielleicht haben die Therapeutin und ich es damals nur nicht so sauber aufgearbeitet. Ich möchte ja im Januar noch eine neue Therapie auch wegen der inneren Kind Arbeit beginnen.

      Viele Grüße

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    2. Sie haben recht: die angemessene Reaktion wäre Wut. Der innere Konflikt besteht nun darin, dass (unbewusst) zwar Wut aufkommt, aber sofort von der internalisierten Mutter (also dem inneren Bild der Mutter, der ein Teil von Ihnen geworden ist) zensiert wird. Wenn Sie Wut spüren würden, wären Sie ihr gegenüber nicht mehr loyal. Also kommt Angst auf. Und zwar ist es die Angst vor dem eigenen Gefühl (der Wut). Angst - Stress- Scheibe ist dann die Folge.

      Dies zu erkennen, bringt schon eine gewisse Entspannung, schreiben Sie. Das war bei mir auch so. Denn diese Erkenntnis hat mit der Realität zu tun. Sie mag schmerzhaft sein, aber sie ist real und somit stärker als die Derealisation.
      In der Therapie werden Sie vermutlich einige solche Szenen durchgehen und sich für das Kind, das überfordert wird, wehren. Jetzt für den Moment könnte es reichen, die Gefühle wahrzunehmen und zu verstehen, wie Sie's jetzt gemacht haben.
      Ich hab noch eine Bitte: der Blogpost "Was ist Derealisation" ist mit Kommentaren so überfüllt, dass sie oft nicht erscheinen. Können Sie in Zukunft unter diesem Blogpost schreiben:

      http://diescheibe.blogspot.ch/2013/09/technischer-defekt.html

      das sollte besser gehen.
      Viele Grüsse und alles Gute
      Balz Ruch

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  127. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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  128. Hallo!
    Ich leide schon ungefähr 7 Monaten daran und habe eine grundlegende Frage an euch..Tritt DP/DR bei euch konstant auf oder nur phasenweise? Bei mir ist es nämlich konstant und so wirklich spürbare Veränderungen in der Intensität meine ich nicht zu spüren. Allerhöchstens kann ich mal besser damit umgehen, mal schlechter, wenn es mir dementsprechend besser bzw. schlechter geht! Die Symptome der DP/DR treffen voll auf mich zu , aber wenn ich kaum Änderung spüre glaube ich manchmal ich hätte es nicht--

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  129. bei mir wars auch einige monate voll durchgehend. erst als es mir begann, wurscht zu sein, merkte ichs immer weniger....

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  130. Guten Morgen Herr Ruch

    Was halten Sie eigentlich von der Kombination von Neuroleptika und SSRi gegen die
    DP/DR.
    Ich habe Angst vor der Medikation.

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  131. Hallo,
    SSRI haben bei mir mittel- und langfristig sehr gut gewirkt. Mit Neuroleptika hingegen kenne ich mich überhaupt nicht aus; ich lese in amerikanischen dp-Foren darüber; manchen hilft's, manchen nicht.
    Leider findet man's nur heraus, wenn man's ausprobiert; wobei Neuroleptika schon ein stärkeres Stück sind als SSRI.
    Alles Gute
    B. Ruch

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  132. Ich danke Ihnen für Ihre Antwort. Mein Psychiater meint er wolle bei mir diese zwei in in Kombination ausprobieren. Am Abend Neuroleptika gegen Durch- Schlafprobleme und Angst Unruhe Zustände. Morgens SSRi.Ich habe die Dp/Dr jetzt 2 1/2 Monate schon durch Panikattacken und Angst ausgelöst, hatte es schon mal in der Kindheit und da ist es weggegangen. Mein Psychiater meint ich müsste 2 1/2 Monate damit Rechnen bis zur Genesung.Es sei gut das ich sofort mich in Behandlung begeben habe und er glaubt an gute Heilungschancen.. Ich hoffe es so sehr.

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  133. Guten Tag, Herr Ruch.
    Ich weiss nicht ob dieser Blog noch aktiv ist, aber möchte trotzdem gerne meine Erlebnisse schildern.
    Meine DP fing vor etwa 2 Monaten an. Ich hatte eine anstrengende Zeit hinter mir.
    Offenbar ist bei dieser Zustand in Folge eines Burnouts aufgetreten. Ich kannte dieses Gefühl zuvor überhaupt nicht.
    Hatte mehrere Nächte am Stück nicht gut geschlafen, hatte zuviele Male körperlich hart trainiert ohne Ruhetage, sehr viel Kaffee/Eiweissshakes/Energie-Trinks konsumiert und Stress mit allerlei Personen.
    An einem Abend, hatte zuvor fast dreissig Stunden nicht geschlafen, brannte scheinbar eine Sicherung in meinem Organismus durch, den ich konnte von einem Moment auf den anderen nicht mehr unterscheiden ob ich wach wahr oder träumte. Das löste in mir eine enorme Panikattacke aus, dachte an einen Schlaganfall oder Meningitis oder ähnlichem. Der Begriff Dissoziation oder DR/DP war mir fremd.
    Legte mich also anbesagtem Abend total erschöpft und verängstigt hin und versuchte zu schlafen. Am nächsten Tag stand ich völlig gerädert auf und dachte mir nichts besonderes dabei. Irgendwie war aber meine Wahrnehmung meines Körpers und Umgebung so fremd. Wurde hier mal mit dem Film/Kamera-Effekt gut beschrieben. Verunsicherte mich sehr, ging auch am nächsten Tag zum Hausarzt und lies Blut/Urin etc. testen, kein besonderer Befund. Sie empfahl mir eine Auszeit und Ruhe, das wird schon wieder. Gesagt, getan. Nur kam dieses seltsame Gefühl immer wieder hoch, diese unbestimmbare Angst, irgendein Gefühl von Fremdheit mir und anderen gegenüber. Am meisten schaffte mich aber die Reizüberflutung der Augen und die schnelle Erschöpfung nach stressigen Situationen. Ich googlete und fand unter dem Wort *Entfremdung* sofort viele Berichte. Auch diesen wertvollen Blog.
    Zu erwähnen wäre noch, das ich vor einigen Jahren viele Verluste im familiären und freundschaftlichen Bereich erleben musste, mein Arbeitsleben stagniert und meine (Ex)Freundin mich einen Monat vor dem Vorfall verlassen hat.
    Bin generell ein schüchterner und unsicherer Mensch, hochsensibel und leider auch hypochontrisch veranlagt, was mir leider zusetzt. Habe mich sehr zurückgezogen und krank geschrieben, was das Grübbeln begünstigt. Leider kann ich mich an schlechten Tagen aufgrund der Symptome kaum aufraffen. Trotzdem kämpfe ich mich auf und versuche einen normalen Alltag zu leisten.
    War in einer psychologischen Ambulanz und lies mich beraten. Zum Glück kannten sie den Begriff DR/DP und haben mir aufgrund meiner Vergangenheit eine Traumatherapie vorgeschlagen. Bin gespannt ob und wo ich aufgenommen werde.
    Habe ein paar Fragen. Kann es sein das dieses Erlebniss aufgrund der Erschöpfung eine Panikattacke ausgelöst hat oder umgekehrt? Sind Reizüberflutungen und rasche Erschöpfungen oft verbreitet? Kann man die DR/DP wieder *vergessen* oder brennt sich die Erinnerung ins Unterbewusstsein ein? Ich frage das weil es immer heißt, man soll das Gefühl akzeptieren und normal weiterleben. Fällt mir aufgrund der vielen Reize und Erschöpfung schwer. Ist es auch *normal* das man kaum stärkere Gefühle empfindet? War immer sehr sensibel und emotional, bekam oft Gänsehaut bei guter Musik und fieberte oft beim Sport/Filmen mit. Das ist alles sehr abgeflacht, auch die Konzentration leidet.
    Am meisten stört mich, das diese Zustände am stärksten in der Öffentlichkeit auftreten und wenig Freude für Hobbies usw. empfinde. Das frustriert sehr, auch flirten oder ähnliches wurde mir egal.
    Hoffe, das ich nicht depressiv werde dadurch, das schlaucht mich sehr.

    Würde mich glücklich schätzen, wenn Sie oder jemand anders meine Fragen beantworten könnte. Vielen Dank für das lesen und allen Betroffenen gute Besserung.

    Liebe Grüsse aus Österreich.
    Andreas.

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    1. Lieber Andreas

      was Sie beschreiben, ist absolut logisch.
      Diese lähmende Müdigkeit haben viele, ich auf jeden Fall hatte sie auch: die Amerikaner nennen das "adrenal fatigue".
      Jede Art von Stress löst Adrenalin aus (das ja bewirkt, dass man flüchtet oder kämpft, die in der Tierwelt automatische Reaktion "fight or flight").
      Ist der Stress aber anhaltend --und zwar innerlich, z.B. durch Verlusterfahrungen, Ängsten etc---- dann produziert der Körper dauernd Adrenalin, das dann aber nicht abgebaut werden kann. Gleichzeitig wird das Hormonhaushalt des "Serotonins" mittlefristig negativ beeinflusst.
      Serotonin ist das Wohlfühl-Hormon. Und so kommt es, dass man einerseits dauernd müde und andererseits antriebslos und niedergeschlagen ist.
      Der Geist schützt sich mit der Scheibe/DR: er packt das ganze Erleben in Watte sozusagen. Eben weil es ihm zu viel wird, zieht er sich zurück und schaltet in den Sparmodus. Das heisst auch, dass Gefühle (leider vor allem positive Gefühle) viel weniger stark gefühlt werden.
      DR-Gefühle treten dann in Stressituationen (z.B. Öffentlichkeit oder Menschenmassen, viele sagen z.B. in Einkaufszentren etc.) stärker auf.

      Das alles ist vollkommen verständlich. Wenn Sie eine Therapie beginnen, wird das mittelfristig und vor allem langfristig eine grosse Hilfe sein, da Sie dann die inneren Vorgänge besser verstehen lernen, welche zu diesem Stresslevel geführt haben. Kurzfristig kann eine solche Therapie zuerst aufwühlend sein, aber das ist weiter nicht schlimm; im Gegenteil kann man dadurch an die echten Gefühle heran kommen.

      Es können u.U. auch Medikamente therapiebegleitend eingesetzt werden.
      Obwohl ich selbst nie depressiv war, halfen mir Antidepressiva (SSRI) und zwar, weil sie einerseits den inneren Stresspegel senken und andererseits mit der Zeit den Serotoninhaushalt wieder ins Lot bringen.

      Für den Moment können Sie bewusst Sachen machen, die sie beruhigen und nicht zusätzlich stressen. Wenn man ein Bein bricht, muss man es halt auch eine zeitlang ruhig stellen. So darf die Seele sich auch mal ausruhen. Das heisst nicht, gar nichts zu tun (das kann das Grübeln noch anheizen--und negativ grübeln ist nur ein innerer Stress). Sondern Sachen machen, die einen beruhigen und ablenken...und wenn es noch so banale Sachen sind, wie lustige TV-Sendungen schauen oder Computergames spielen. Sich einfach mal in etwas versenken, das ist für den Geist sehr erholsam.

      Ich wünsche Ihnen alles Gute!
      Balz Ruch

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  134. HalliHallo,
    ich leide wie die meisten hier an DR/DP, welche übrigens Depersonalisations-Derealisierungssyndrom in der Psychologie genannt wird. Ich danke diesem Blog hier von Herzen, denn ohne ihn würde ich wie einige andere in einer Psychosebehandlung mittels Neuroleptika stecken, da es in Deutschland leider viel zu viele mindergebildete Psychologen gibt (die Realitätsprüfung bleibt bei DR/DP intakt). Ich habe, nachdem ich hier quasi die Basics zu DR/DP gelesen habe viel nachgeforscht und dabei sowohl amerikanische Lektüre (welche der deutschen Lektüre weit voraus ist in diesem Thema), als auch deutsche Texte durchforstet. Ich bin dabei auf die "Leitlinie zur Diagnose von DR/DP" gestoßen, welche für Psychologen die Diagnose unseres Problems ermöglichen, bzw vereinfachen sollte. Da es einige Psychologen scheinbar nicht für möglich halten diese Leitlinie zu beachten, empfehle ich euch sie mal zu lesen. Es ist bei weitem, der am besten beschreibende Text zu DR/DP. Es werden sowohl die Symptome sehr genau beschrieben, als auch Begleiterscheinungen genannt UND vor allem wird auf die Abgrenzung zu anderen Störungen eingegangen. Viel Spaß beim Lesen: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/051-030l_S2k_Depersonalisations_Derealisationssyndrom_2014-09.pdf

    Liebe Grüße, Danke für diesen Blog und Kopf hoch! :-)

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  135. Hallo:)

    Besteht das Foum noch?
    Ich leide nun schon seid 6 jahren an DR, chronisch und kontinuierlich!!
    Bis vor ein paar tagen wusste ich nicht, dass das eine DR ist.
    Es fing an, als ich 12 Jahre alt war.
    Meine Symptome: Ich fühle mich,,wie im Traum," alles kommt mir unreal und weit weg vor. Ich stehe neben mir, fühle mich wie in einem Film...
    Meine Mama rannte mit mir von Arzt zu Arzt, keiner konnte sich diese Symptome erklären!?!(Warum keiner auf DR kam, keine ahnung)
    Ich war bei Kinderärzten, Hausärzten, Kardiologen, Ostheopaten, Orthopäden, Neurologen, HNO-Ärzten, Heilpraktikern, Physiotherapeuten, Internisten, Augenärzten. Es wurden tausende Untersuchungen gemacht, Blutuntersuchungen, MRT, CT, ...usw....die ganze Palette. Doch ich bin Kerngesund. Ich hatte nur eine starke Atlasfehlstellung (die auch zu ähnlichen Symptomen der DR führen können) und eine Winkelfunktionsstörung der Augen. Beides wurde korigiert. Die Symptome blieben.
    ich fühlte mich als Kind immer sehr alleine gelassen, da mich keiner verstand und ich dachte alleine damit zu sein.
    Nach der Zeit kamen mehrere Symtome dazu. Alles kommt mir viel heller, fast blendend vor. Ich habe sehr viel mit Schwindel zu tun. Habe andauernd Angst umzukippen..
    Habe generell die Angst, die Kontrolle zu verlieren. Besonders an öffentlichen Plätzen, Einkaufszentren...ect. Ich fühle mich nach außen hin un dmitlerweile auch zu anderen hin abgegrenzt. Ich habe das Gefühl mich auf Grund der DR nicht so zu verhalten zu können als ich es eig will, oder das mein Verhalten anders ankommt als beabsichtigt(kennt das jemand??). Mittlerweile ist es auch so, dass ich anders empfinde . gehe ich zum beispiel an einem schönen Tag durch den Wald (tolle Atmosphäre) kann ich das garnicht genießen. Ich habe das Gefühl generell nicht genießen zu können. Ich war im Hansa-Park, worauf ich mich sehr gefreut habe, konnte es aber garnicht genießen ,,weil ich ja garnicht da war"..kennt das jemand?
    Ich habe mit den Jahren gelernt damit umzugehen, es zu akzeptieren. Es ist auch nicht so, dass ich andauernd daran denke (ich denke schon oft an die DR, aber nicht kontinuierlich, nicht täglich). Trotzdem ist sie IMMER da..
    Habe durch Zufall dieses Krankheitsbild im Inet gefunden und weiß nun endlich das ich nichts schlimmes habe und vor allem!!!!! Das es weg gehen kann....
    Würde mich über Kommentare freuen!
    LG

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  136. EINFACH NUR DANKE! FÜR DIESEN TEXT!

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  137. Lieber Balz Ruch - vielen Dank für diese Website! ich leide seit Mai (= 8 Monaten) an Panikattacken und oben ausreichend beschriebener DR/DP. Heute dachte ich schon mein Leben in der alten Form ist schon "vorbei", ich suchte noch verzweifelt im Netz nach Menschen, die ähnliches erleben wie ich und da bin ich über ein anderes Forum auf diese Website gestossen, die mir eine gewaltige Portion an Selbstvertrauen und Hoffnung zurückgegeben hat! Ich habe mich so gefreut wie schon lange nicht mehr - DANKE!
    Kurz zu mir: bin 47, habe 5 traumatische Erlebnisse hinter mir (das letzte war vor 9 Jahren: plötzlicher Tod meiner Mutter in meiner Schwangerschaft), bin sensibel, aber sonst gut im Leben "verwurzelt", habe nie davor Schlafstörungen gehabt, und bei Problemen suche ich aktiv nach Lösungen. Seit April 2015 litt ich unter Panikattacken, und war schon so verzweifelt, dass ich zuerst bei einem Psychiatrischen Hilfenotruf angerufen habe, dann ein Krisenzentrum 3 Mal aufgesucht habe, und bin 2 Mal bei einer Psychotherapeutin gewesen (wobei ich das Gefühl gehabt habe, dass es in eine falsche Richtung geht und habe auf weitere Gespräche verzichtet). Ich habe mich seit Anfang entschlossen eine Lösung ohne Medikamente zu suchen (habe zwar eine Tablette mit mir genommen "falls ich es alleine nicht schaffe", sie aber der Ärztin zurück gebracht), da ich viel Angst von der Nebenwirkungen hatte. Bei mir in Familie gibt es psychisch Kranke, ich dachte also, dass es mich auch "erwischt" hat.
    Aus den empfohlenen Notmassnahmen hat bei mir sehr gut Entspannung nach Jacobsen funktioniert (YouTube), allerdings habe ich bemerkt, dass nur der Körper sich schön entspannt, während meine Nerven weiterhin extrem angespannt sind. Selbstverständlich trinke ich abwechselnd Melissen- und Johanniskrauttees aus der Apotheke, und zum Einschlafen "Night time" von Pukka, bei Nervosität: Passedan Tropfen. Ich wünschte sehr wieder einen normalen Tee vertragen zu können, derzeit macht er mich nervös, deswegen verzichte ich auf ihn, Kaffee trinke ich überhaupt nicht.
    Ich arbeite weiterhin an meinem Problem, habe nicht vor aufzugeben, und diese Website hat mir Viehes Kraft gegeben um weiter zu machen, sogar wenn mir die ganze Zeit beim Schreiben in den Ohren piepst, bin ich jetzt ganz sicher, dass das alles zu bewältigen ist. Noch einmal: DANKE!
    LG Agnes

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  138. Hallo ich bin Lukas, ich weiß nicht ob das hier überhaupt noch jemand lesen wird, es wurde ja schon seit einiger Zeit kein neuer Kommentar mehr gepostet. Aber ich hab gerade irgendwie das Bedürfnis was loszuwerden. Also ich hatte vor zwei Jahren, als es mit der DR langsam bergauf zu gehen schien, mal was hier rein geschrieben und mir vorgenommen, dass es der erste und letzte Kommentar bleiben würde. Naja... wie das Leben nunmal so spielt, hat sich die Heilungsphase doch ein wenig in die Länge gezogen. Ich bin nach wie vor überzeugt, dass ich diesen Mist irgendwann loswerde. Dafür spricht, dass ich irgendwann letztes Jahr wirklich enorme Fortschritte in meiner Sozialphobie gemacht habe und die Verhaltenstherapie wirklich eingeschlagen ist we eine Bombe, im positiven Sinne natürlich. Leider habe ich und wir, also meine Familie in den letzten Jahren ohne mitleideregend klingen zu wollen, viel durchmachen müssen. Ums kurz zu machen: Privatinsolvenz dadurch das Haus verloren in dem wir Kinder aufgewachsen sind, Depression meines Vaters, erste Krebserkrankung meiner Mutter, danach ein Jahr "Ruhe", dann zweite Krebserkrankung meiner Mutter, dieses mal Leukämie, dann ein Jahr voller Höhen und Tiefen gehabt und naja schlussendlich ist meine Mutter vor zwei Monaten gestorben. Seit dem versuche ich irgendwie weiterzumachen, merke aber langsam, dass mich dieser ganze Druck, die Sorgen, die Angst davor wie es in Zukunft weitergehen wird, fast vollständig einnehmen. Ich versuche mein Studium weiterzumachen, was wenig bis gar nicht klappt im Moment, sehe täglich wie mein Vater mit dem Tod meiner Mutter zu kämpfen hat, wenigstens hat er jetzt eien Platz in einer psychosomatisches Klinik zur Kur bekommen, davon versprechen wir uns alle viel. Naja, ich fühle mich momentan einfach nur schlecht, weil ich nichts gebacken bekomme, ständg Angst davor habe, dass die Angst wieder zurückkommt, obwohl ich mir eigentlich rational erklären kann, dass es nicht der Fall ist. Aber trotzdem bin ich momentan einfach nur dünnhäutig und alles an Stress kommt ungefiltert einfach nur durch. Resultat daraus ist, dass ich jetzt seit zwei Wochen wieder stärker DP habe, die DR hält sich komischwerweise noch in Grenzen.
    Ich habe jetzt beschlossen mir morgen von meinem Hausarzt, der meine komplette "Leidensgeschichte" und auch die Erkrankung meiner Mutter komplett mitverfolgt hat, wieder ein Antidepressivum zu verschreiben zu lassen. Ich habe letztes Jahr acht Monate Citalopram genommen und das hat mir echt geholfen mit den Ängsten, Selbstzweifeln umzugehen und ein gesundes Selnstbewusstsein aufzubauen, wodurch im Endeffekt die DR auch besser wurde. Ich sehe momentan keinen anderen Weg, als dadurch vielleicht wieder etwas robuster zu werden.
    So, wollte das nur mal loswerden. Vielleicht schreibt ja noch jemand was dazu, wenn ihm oder ihr etwas einfällt.
    Gruss, Lukas

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  139. wollte nur mal ein kurzes Update geben: hab die letzten zwei Wochen das Citalopram wieder genommen und das Resultat waren schlaflose Nächte und eigentlich ständig ein recht starkes Unruhegefühl mit natürlich viel DR. Seit gestern habe ich nun umgestellt und nehme jetzt Mirtazapin, dann hab ich diese Nacht endlich mal wieder "geschlafen" und das Kopfkarussel hat etwas abgenommen, ich denke mit dem Mirtazapin geht es deutlich besser. Was gut ist: Das Citalo hatte nach den zwei Wochen schon etwas angefangen zu wirken, sprich ich hab wieder etwas mehr Licht gesehen, was mich wieder etwas motiviert hat. Nun meine Frage: hat schonmal jemand ähnliche Erfahrungen gemacht, dass ein AD, dass bei der ersten Einnahme gut gewirkt hat, das beim zweiten mal gar nicht mehr, bzw. nur noch mit sehr starken Nebenwirkungen tat?
    Gruss Lukas

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  140. Guten Tag Balz
    heilt man die DR immer?
    Liebe Grüsse aus der Schweiz

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    1. Ja, es braucht einfach mal länger, mal weniger lang.

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  141. Danke Balz

    habe schon von Fälle gehört von 10 bis 20 Jahren. Dies macht mir Angst! Wieso geht es bei manche so lange?

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    1. Weil sie nicht wissen, was wir wissen. Vor 10, 20 Jahren wusste man nicht einmal, was die Gründe für DR/DP sind. Machen Sie sich keine Sorgen!

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  142. Lieber Balz

    nehme seit 10 Tagen Paroxetin habe starke Nebenwirkungen wie: müde, depressiv, noch stärke Derealisation
    weisst Du wieso?
    sol ich sie absetzen?

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    1. Es gibt zwei Möglichkeiten.
      1. Sehr oft hat man zu Beginn einer medikamentösen Behandlung Nebenwirkungen. Sobald sich der Körper an das Medikament gewöhnt hat (das geht bis 2 Wochen), sollten die Nebeneffekte verschwinden.
      2. Du sprichst nicht auf dieses spezielle Medikament an und solltest ein anderes SSRI probieren. Bei mir war es so, dass ich erst auf das zweite Medikament ansprach.
      Gruss
      Balz

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    2. bei mir habe ich erst nach 6 MONATEN eine Verbesserung festgestellt!!! anfangs war es viel schlimmer mit paroxetin! glaub mir es hilft dir aber erst nach Ewigkeiten wirst du es selbst bemerken...

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  143. Litt über ein Jahr an DR nach der Einnahme von psychoaktiven Pilzen. Der Trip war das schlimmste Erleben, was ich jemals hatte. Ich hatte während des Trips stundenlange Todesängste auszustehen. Nachdem ich das erste mal geschlafen hatte, wachte ich auf und alles sah so fremd für mich aus und so als wäre alles nächer dran (das was Du als Fernrohr formulierst trifft es sehr gut), weshalb ich dachte, dass ich auf diesen Pilzen "hängengeblieben" bin und somit ging die Tortur weiter. Bis ich mich ersteinmal herausgefunden hatte und mich auch überzeugen konnte (das war der schwerste Part), dass nicht direkt die Pilze für mein Erleben verantwortlich waren, sondern primär meine Angst, die ganze am Leben erhält, verging einige Zeit. Ich bin auch zu dieser Zeit auf den Begriff DR gestoßen, habe mich aber nicht weiter darüber informiert, weil ich für mich herausgefunden habe, dass das googlen eher einen negativen Einfluss hat.
    Ich kann nur sagen, dass wenn ich diesen Blog zu dieser Zeit gelesen hätte, es wahrscheinlich alles einfacher und schneller gegangen wäre. Ich kann übrigens zu allem 100% zustimmen, was so in diesem Blog steht, was meine Erfahrung angeht. Zum Beispiel die Sache mit der Panik die Kontrolle zu verlieren, Schizophren zu werden, aber nie trifft es ein.
    Ein wirklich gelungener Artikel, der auf den Punkt bringt, was DR/DP ist und was man darüber wissen sollte, um ihr/ihm ihren Schrecken zu nehmen.

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  144. Hallo,
    Ich habe eine Frage, ich habe die DR seit April jeden Tag 24std das schlimmste ist dieses starke benommenheitsgefühl/ traumgefühl es ist so schlimm dass ich ständig denke umzukippen das Bewusstsein zu verlieren dadurch ist die Arbeit jeden Tag eine Qual es ist kaum auszuhalten ständig gehe ich eher nach Hause meine Frage ist es besser sich erstmal krank schrieben zu lassen einfach mal zur Ruhe kommen nicht jeden Tag die Angst haben morgen den Tag zu überstehen immer aushalten aushalten aushalten... man soll es nicht beachten das Leben genauso weiterführen dafür bin ich auch und verfahre seit April auch so nur es geht nicht es nicht zu beachten weil dieses Gefühl so stark ist das ich ständig gegen ankämpfe nicht umzukippen.... ist das Gefühl normal? Viele sagen Sport und Ablenkung helfen bei mir nicht Sport zB kann ich garnicht machen da ich dann das Gefühl noch schlimmer habe... meine Frage ist es ratsam mich krankschreiben zu lassen? Und ist das Gefühl normal ständig zu denken man klappt gleich weg?
    Ganz lieben Gruß Eileen!

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